• Rote Erde


    Ich bin unter die Camper gegangen – also zumindest fĂŒr die nĂ€chsten paar Tage. Seitdem ich mich am vergangenen Mittwoch aus Alice Springs vorlĂ€ufig verabschiedet habe, bin ich Fahrer eines Toyota Landcruisers, also eines gelĂ€ndetauglichen Bush Campers. Komfortabel reisen ist zwar anders (PKW fĂ€hrt sich doch schicker), aber dafĂŒr kann ich jetzt preiswert auf CampingplĂ€tzen ĂŒbernachten. Hier im Zentrum Australiens sind die Übernachtungsmöglichkeiten ja eher rar gesĂ€t. Und sobald ich mit dem Ding die erste richtige Sand- und Schotterpiste o.Ă€. unter den RĂ€dern habe, werde ich den Allradantrieb und die hohe RadaufhĂ€ngung natĂŒrlich auch zu schĂ€tzen lernen. Da wird es in den kommenden Tagen mit Sicherheit noch ausreichend Gelegenheit geben.

    Also auf ins Land der roten Erde. Und hier im Zentrum ist sie tatsĂ€chlich besonders rot. Erstes Ziel war – was sonst – der Ayers Rock. Oder wie er eigentlich in der Sprache der Aborigines heißt: Uluru. War wirklich ein toller Anblick, als er dann endlich vor mir auftauchte. Hat was von einem gestrandeten Raumschiff, wie der Felsen da so in der Landschaft liegt. Ist schon was besonderes. Man kann verstehen, warum die Aborigines diesen Ort als heilige StĂ€tte ansehen. Uluru sticht in dieser endlosen Weite auch regelrecht hervor. Bis auf eine weitere Erhebung (siehe unten) ist dort weit und breit nichts anderes, woran der Blick hĂ€ngenbleiben könnte. Aus der Luft muß das noch beindruckender aussehen.

    Schnurstracks und ohne Umschweife (dafĂŒr wĂ€re an dem Abend auch keine Zeit mehr gewesen) ging es zur „Sonnenuntergangssammelstelle“. 🙂 Zu diesem Zweck ist dort ein eigener Parkplatz angelegt. Anderswo ist oftmals sogar Halteverbot am Straßenrand – vermutlich wĂ€re die Unfallgefahr einfach viel zu groß, wenn sich da jeder zum Knippsen hinstellt, wo er will. Und somit sucht man sich in der Sunset Viewing Area eine der vielen, vielen LĂŒcken und hofft, daß die Stelle auch einen guten Blick auf „The Rock“ bietet. Bevor einer fragt – zu der Dame da rechts neben mir kann ich keine Angaben machen. Was halt so bei rumkommt, wenn man seine Kamera schnell anderen Leuten in die Hand drĂŒckt. 😉



    Die zweite große Attraktion in diesem Nationalpark sind die Kata Tjutas (die „vielen Köpfe“). Das sind sozusagen viele Ulurus, nur sehr viel kleiner und kunstvoll als Kulisse fĂŒr ein schönes Tal – das Valley of the Winds – in der Gegend verstreut. Dort hab ich mich heute den ganzen Tag rumgetrieben. Am Ende gab’s dann nochmal ein kleines Selbstauslöserportrait am Ende der Walpa Gorge.



    Und begegnet ist mir natĂŒrlich wiedermal jemand, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe. Ok, die Überraschung hielt sich noch in Grenzen, auch wenn ich schon zuerst dachte, ich hab ’nen Knick in der Optik. Bosch-Kollege Holgi Neuhaus aus Hildesheim ist ja ebenfalls gerade unterwegs in Down Under. Allerdings hatten wir vor unseren jeweiligen AbflĂŒgen – um mehr als eine Woche versetzt und mit völlig anderen Zielen hier in Australien – ĂŒberprĂŒft, ob sich unsere komplett verschiedenen Routen nicht irgendwann mal kreuzen. War aber nicht so. Holger hat jedoch unterwegs seinen Plan etwas geĂ€ndert. Und plötzlich treffen wir hier in Yulara am Ayers Rock aufeinander. Schade, daß ich kein Foto von seinem Gesichtsausdruck habe (meiner war kurz vorher mit Sicherheit nicht viel besser), als er mich zielstrebig in Richtung seines FrĂŒhstĂŒckstischs schlendern sah, sondern nur das hier. 😉 (Beweisbild fĂŒr die restlichen Bosch’ler muß schon sein. 🙂 )



    Apropos Alice Springs. Es gilt ja unter Einheimischen – wie mir mehrmals ungefragt versichert wurde – als nicht mehr so sicheres Pflaster wie frĂŒher („Damals war alles besser!“ 😉 ). Aber daß es dann gleich solche Dimensionen annehmen muß … 🙂



    Morgen geht’s (vermutlich nach einem letzten Marsch um den Uluru herum) weiter in Richtung Kings Canyon. Bis spĂ€ter!


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