• Grand mit vielen


    Noch ein abschlie├čendes Wort zu Moab und dem Arches Nationalpark. Am letzten Abend hab ich dort noch eine l├Ąngere Wanderung zum Double O‘ Arch unternommen. Die Herausforderung im Arches ist aber nicht zwingend die Entfernung eines solchen Trails, sondern eher die Hitze und die auch sonst nicht sehr menschenfreundliche Umgebung einer W├╝ste. War ich am ersten Abend noch sicheren Fu├čes vom Delicate Arch im Dunkeln daf├╝r aber mit Mondlicht gut geleitet und au├čerdem in Begleitung von jeder Menge anderer sp├Ąter Wanderer zur├╝ck zum Auto gekommen, sah das am Double O schon ganz anders aus. Ein recht kraxeliger Weg, der auch mal ├╝ber schmale Felsr├╝cken verl├Ąuft, machen das eher zu einer No-Go-Area f├╝r Wanderungen nach Sonnenuntergang. Somit hatte ich mir also fest vorgenommen, den ca. 5 km langen R├╝ckweg auf jeden Fall lange vor Einbruch der Dunkelheit anzutreten und somit auf Sonnenuntergangsbilder am Arch zu verzichten. Und au├čerdem wollte ich im Zweifelsfall auch m├Âglichst nicht alleine zur├╝cklaufen. Ein falscher Tritt auf diesem Pfad, und ich hab ein Problem – besonders wenn nicht noch andere Wanderer unterwegs sind. Aaron Ralston l├Ąsst gr├╝├čen. ­čśë

    Ich hab mich also fr├╝h genug trennen k├Ânnen, hab eine durchgeknallte S├Ąngerin aufgegabelt, die in diesem Talkessel unbedingt das Echo ihrer Gesangsk├╝nste testen wollte und hab sie fast schon gen├Âtigt (auch in ihrem eigenen Interesse), nicht allein zur├╝ckzubleiben. Naja, wir haben uns zumindest den R├╝ckweg mit angenehmer Unterhaltung verk├╝rzt. Und sie war dann am Ziel vermutlich auch nicht sooo traurig, da├č auch sie nicht allein hatte zur├╝ck laufen m├╝ssen. Wir haben n├Ąmlich zwei Mal den Pfad „verloren“ (geht aber auch fix – da wird man halt nicht alle paar Meter mit Hinweisschildern verw├Âhnt), und wir standen irgendwo in einer Sackgasse vor einer Felswand oder einem doch etwas zu hohen Abgrund – eine Situation, die sie angesichts der einbrechenden Dunkelheit in immer wahrnehmbarere Panik versetzte. Alleine w├Ąre dort vermutlich jedem von uns ganz sch├Ân der Stift gegangen. ­čśë Und so kamen wir da halt einfach mit gegenseitiger moralischer Unterst├╝tzung ganz easy wieder raus. Also alles gut, Mutti! ­čÖé

    Seit vergangenem Montagabend bin ich im Grand Teton Nationalpark im lauschigen Wyoming. Um hierher zu kommen, musste ich einen ganz ordentlichen Ritt von ca. 850 km zur├╝cklegen. Dabei hab ich auch gleich noch Neuland betreten. Bevor es nach Wyoming ging, konnte ich wiedermal ein weiteres H├Ąkchen auf der Liste der Bundesstaaten machen, in die ich nun schon einen Fu├č gesetzt habe.

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    ├ťbrigens ├╝berquert dieser Highway auf dem Weg nach Grand Teton die besagte State Line mehr als einmal, immer sch├Ân hin und her. ­čÖé

    Grand Teton ist jedenfalls ein einziges Wunder. Naturspektakel gibt es hier in rauen Mengen und
    vielseitigster Art, auch wenn sie eher nicht so die Extreme wie im Arches und vermutlich auch Yellowstone umfassen. Es ist eher eine sehr „normale“ Landschaft, daf├╝r aber mit herrlich satten Farben, spiegelnden Flu├čl├Ąufen, funkelnden Seen und schneebedeckten Bergspitzen. Hier mal eine kleine Kostprobe (nur aus der Knippse, die Bilder der gro├čen Kamera enthalte ich Euch bewu├čt vor, will ja nicht mein ganzes Pulver verschie├čen ­čśë ) – eine kleine Kostprobe also von den Tetons, den Namensgebern des Parks.

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    Auch die Tierwelt ist hier einfach pr├Ąchtig anzuschauen. Bisher ist die schiere Menge an
    vorbeilaufenden Elchen und B├Ąren zwar bei Weitem noch nicht so gro├č wie letztes Jahr in den kanadischen Rockies. Das wird an der sp├Ąteren Jahreszeit liegen. Aber daf├╝r sind mir zum ersten Mal Bisons vor die Linse geraten. ­čÖé

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    Bis Sonntag kann ich mir hier noch in aller Ruhe Zeit nehmen. Danach geht es die paar Meilen nordw├Ąrts nach Yellowstone. Im Gegensatz zu den letzten Trips dieser Art hab ich mir ja diesmal ganz bewu├čt nur zwei Hauptziele ausgesucht und daf├╝r jeweils etwas mehr Zeit reserviert, als das vorher manchmal der Fall war, als ich zumeist nur maximal drei oder vier Tage an der gleichen Stelle ├╝bernachtet habe (wenn ├╝berhaupt so lang). Man sieht zwar mehr Orte, aber stressiger ist es allemal. Von daher find ich meinen „neuen Ansatz“ gerade sehr entspannend. ­čÖé
    Ach und bevor einer fragt: WLAN gibt es hier ganz zuverl├Ąssig in jeder Lodge und jedem Restaurant, und sogar mein Verizon-Handy hat im letzten Winkel des „M├Ąrchenwaldes“ meistens ganz brauchbaren Empfang. ­čśë

    PS: „Gro├če“ Bilder gibt es ab jetzt ├╝brigens auf der Hauptseite www.boltz-online.com unter „Fotografie“ und „USA 2014“.


    4 responses to “Grand mit vielen”


    • Mutti

      Super Lekt├╝re f├╝r mich. Daaanke!!! Und schreib weiter so flei├čig. Ich bin schon gespannt auf den n├Ąchsten Eintrag und neue Fotos, auch wenn nur aus der Knippse.


    • D├Ârte

      Was war das denn f├╝r eine S├Ąngerin? Konnte sie singen, hat es sich gut angeh├Ârt?


    • Marco

      Das war eine Berufss├Ąngerin, auch wenn sie selber mit dem Begriff Beruf vorsichtig umgegangen ist. Aber zumindest kann sie wohl davon leben. Sie war auf einer Konzertreise durch Utah und hatte ein paar Tage frei. Ja, klang ganz anst├Ąndig, was sie da getr├Ąllert hat. ­čÖé Sowas ist im Arches aber nicht so ungew├Âhnlich. Da finden ganze Klassikkonzerte in der Kulisse der Felsen statt. „Durchgeknallt“ bezog sich auch eher auf die generelle Attit├╝de der Gutsten, aber von der netten Art. ­čśë


    • Andreas

      Hi Marco,
      scheint so zu sein, da├č Du gut ├╝ber den Teich gekommen bist.
      Du wei├čt ja, mit dem Lesen habe ich es nicht so. Mach mal weiter sch├Âne Fotos. Ich schaue sie mir dann an, wenn Du wieder da bist. Ist doch unterlegt mit Deiner Stimme immer noch am Besten ????
      Bis denne …


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