• Gotham City


    Da ich mich vor längerer Zeit schon einmal mehrere Tage dort herumgetrieben habe, war ich bis zum letzten Moment eher zurückhaltend gestimmt, was einen erneuten Trip nach New York City anging. Der Rückweg von Neuengland Mitte Oktober hatte mich ja schon auf die Entfernung eines Steinwurfs an den Big Apple herangeführt. Und als ich mich bereits durch die Bronx geschlängelt hatte und mich kurz vor der George Washington Bridge spontan entscheiden wollte, ob ich nach Manhattan abbiege oder doch einfach nach New Jersey und Pennsylvania weiterrolle, fing es plötzlich an zu regnen. Dies nahm mir die Entscheidung ab, was ich dankend akzeptierte, da ich von der mehrstündigen Rückfahrt von Maine eh schon reichlich geschlaucht war.

    Aber der vergangene Samstag war irgendwie eine der wenigen verbleibenden Chancen, „Gotham City“ während meiner Zeit hier doch noch einen Besuch abzustatten, ohne mich den Thanksgiving-Touristenhorden aussetzen zu müssen.

    Nach ca. 3 Stunden Fahrt konnte ich dann auch mein Auto in der Nähe des Central Park in einer Tiefgarage stehen lassen – die horrenden Parkgebühren besser ignorierend. 😉 Mein erster und letzter Trip nach NYC war etwas mehr als ein halbes Jahr vor 9/11. Von daher stand auch ein Abstecher zum Ground Zero auf meinem Plan. Allerdings ist das große Loch in der Skyline auch schon aus einiger Entfernung betrachtet sehr offensichtlich, sofern man mit dem alten Anblick vertraut ist oder ihn sogar „noch intakt“ bereits fotografiert hat. An die Baugrube selbst kommt man als Normalsterblicher nicht wirklich nah genug heran, um einen übermäßig aussagekräftigen Schnappschuss davon zu machen. Hier trotzdem mein Blick durch den Bauzaun.

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    Gleich um die Ecke sind übrigens die „Könige des Universums“ am Werke. 😉

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    Da an dieser Stelle bisher kaum Aufnahmen „mit mir drauf“ zu sehen waren, kommt hier also mal ein Schnappschuss für alle, die sich fragen, ob ich mich in den letzten 4 Monaten äußerlich (bzw. in Breite, Höhe, Alter etc.) verändert hab. Der Boltzi auf dem Rockefeller Center („The Top of the Rock“) mit Blick auf Downtown Manhattan, mit dem auffälligen Empire State Building und (wer meine erwähnte Nachtaufnahme von vor fast 10 Jahren kennt) den dahinter auffällig NICHT vorhandenen Twin Towers.

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    Was mir beim Herumstromern in den vielen Straßenzügen und beim Relaxen im Central Park diesmal besonders aufgefallen ist: Diese Stadt genügt sich selbst – im positiven Sinne. Ich glaube, als New Yorker muß man seine Stadt niemals verlassen, und man wird im normalen Alltag bis auf die Weitläufigkeit der freien Natur trotzdem nichts vermissen. Und selbst von Letzterem kann man sich im riesigen Central Park eine gewisse Illusion aufrecht erhalten … mit einem leckeren, frischen Kaffee vom nahegelegenen Starbucks in der Hand. 🙂 Ok, die Frage, ob das dann für alle Belange des Lebens reicht, laß ich mal unbeantwortet im Raum stehen.

    Auf der East Side: Vermutlich verirrt sich nur jede vierte Tourist hierher, aber ich wollte diesen speziellen Ort dann doch einmal mit eigenen Augen gesehen haben. Und irgendwie hab ich jetzt gerade Bock, wieder mehr Blog-Kommentare zu provozieren (Ihr seid ganz schön faul geworden). 😉 Wer also weiß, vor welchem Gebäude diese geringfügig dejustierte Wumme steht, darf es gleich hinausposaunen. Naja, ist nicht wirklich schwer…

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    Unter all den nachhaltigen Spuren, die die Anschläge des 11.Septembers sichtbar in der Stadt hinterlassen haben, ist auch und vorallem die erhöhte nächtliche Polizeipräsenz an fast allen berühmten Locations, sowie die ärgerlichen Sicherheitskontrollen z.B. im Empire State Building. Da ich bei meinem ersten NYC-Trip vor fast 10 Jahren noch kein Fotostativ besaß und meine Nachtaufnahmen vom Observation Deck des Empire State deshalb eher suboptimal waren, hatte ich mir dieses Mal fest vorgenommen, das Einfangen von erheblich besseren Bildern nachzuholen. Doch dabei hatte ich die sogenannten Sicherheitsvorschriften nicht bedacht. Stative sind da oben nicht erlaubt. Meiner Ansicht nach nur ein Vorwand, um den Umsatz aus dem Verkauf von Bildern im Souvenir-Shop nicht zu schmälern.

    Ob der Balance-Akt der auf der Brüstung aufgelegten Kamera (inkl. erhöhtem Puls 😉 ) auch zu vernünftigen Bildern dieser atemberaubenden Aussicht geführt hat, kann ich im Moment noch nicht einschätzen. Die „größeren“ (EOS-)Fotos vom Empire State Building genauso wie die vom Time Square habe ich im Moment noch nicht durchgesehen. Aber dieser Blog-Eintrag steht ja soundso bereits unter dem Motto, mehr Selbstporträts zu präsentieren.

    Schon wenige Minuten am Time Square kommen einem vor wie ein sehr surreales Erlebnis. Der ganze Platz schreit permanent irgendwie nur nach Paaaaartyyyy! Achso ja, die meisten Leute dort machen auch genau das. 🙂 Wenn ich nach 12 Stunden City Hiking nicht schon so müde gewesen wäre und nicht 3 Stunden Rückfahrt vor mir gehabt hätte – ich hätt’s noch ein bißchen länger da aushalten können. 😉 Und wenn das schon an einem stinknormalen Samstagabend dort so hochhergeht… Jeder der den „Drop of the Ball“ und die Millionen von Menschen zu Silvester schonmal erlebt hat, wird wissen, wovon ich spreche.

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    Alles in allem hat es sich auf jeden Fall gelohnt, ein zweites Mal dort hingefahren zu sein. Ein drittes Mal (irgendwann) schließe ich hiermit definitiv nicht aus. 🙂

    Da ich nicht erst einen neuen Blog-Eintrag tippen wollte, schieb ich folgendes einfach hier mit ein. Gelohnt hat sich nämlich auch letzte Woche wiedermal die abendliche Fahrt nach Philadelphia zu einem Konzert in der Electric Factory. Sie sind schon seit 20 Jahren im Geschäft (ist das echt schon so lange?), hatten eine Pause eingelegt und sind seit kurzem wieder da: The Cranberries. War ein tolles Konzert, und die gute Dolores O’Riordan hat selbst nach so langer Zeit nichts von ihrer Energie oder ihrem Charme verloren. Rock it, Baby! 🙂

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    Und noch ein weiterer Nachsatz. Mittlerweile sind komplett alle (vorzeigbaren) Bilder, die in den letzten Monaten entstanden sind, auch auf meiner Haupt-Webseite www.boltz-online.com unter dem Link „Fotografie“ zu sehen – inklusive der hier erwähnten NYC-Fotos. Die beiden Galerien heißen „USA 2009“ sowie „Neuengland, USA“ und sind über die Weltkarte bzw. die direkten Verlinkungen unter ebenjener Karte zu erreichen.

    Meine Zeit in den USA geht nun wirklich langsam ihrem Ende entgegen. Am 5.12. werde ich mit 99%er Wahrscheinlichkeit 😉 im Flieger zurück nach Deutschland sitzen. Was aller Voraussicht nach bis dahin noch passieren dürfte, wird vermutlich nicht so spannend sein, um zwingend an dieser Stelle davon zu berichten. Demnach verabschiede ich mich vorerst von der amerikanischen Blogger-Front und hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen. Wir sehen uns!

    Marco


    2 responses to “Gotham City”


    • Uli

      Erster – UN-Hauptquartier :-))

      So, jetzt wird’s auch langsam Zeit, dass Du Dich wieder in Good Old Germany blicken lässt – bis bald, freu‘ mich schon auf die Foto-Session…


    • Marco

      Und da haben wir einen Gewinner. 😉 Absolut korrekt, es ist Carl Fredrik Reuterswärds Skulptur „Knotted Gun“ (oder auch „Non Violence“) vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen, First Avenue zwischen 42nd und 48th Street East. *tusch*


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