• Herr des Rings


    Nach knapp 6000 km hat sich der Kreis geschlossen. Ich habe den Ring Road nebst vieler, vieler Abzweigungen und Verästelungen gemeistert und bin wieder in Reykjavík. 🙂

    Und weil’s schonmal so schön war, will ich auch zum Schluß mit Euch wieder „Interaktiver Blog“ spielen. Mal sehen, wer in den Nachrichten oder im Geschichtsunterricht gut aufgepasst hat. Wann und bei welchem weltpolitischen Ereignis spielte folgende unscheinbare Hütte hier in Reykjavík eine bedeutende Rolle, und wer war daran beteiligt?



    Es bleiben mir noch 2 Tage in Island, und ich werde (abgesehen von ein oder zwei kleineren „Will-ich-noch-sehen“s) weitestgehend nur die Füße hochlegen. Der Urlaub kann also beginnen! 😉 Nein, Quatsch – es war zwar (wie immer auf meinen Roadtrips) manchmal auch etwas anstrengend, aber ich hatte 4 spannende Wochen, in denen ich viel gesehen, erlebt, fotografiert und eine sehr angenehme Gastfreundschaft genossen habe. Hab mich stellvertretend auch schon revanchiert und in Hveragerði einem Isländer geholfen, sein leergefahrenes oder vielleicht auch defektes Auto zur nächsten Tankstelle zu schieben. 🙂

    Die Jahreszeit hat mich auf dieser Reise allerdings des öfteren nicht allein wettermäßig vor Herausforderungen gestellt. Im Einklang mit der beginnenden Nebensaison scheint in vielen Gegenden jegliches öffentliche Leben „heruntergefahren“ zu werden. Oder wie es ein Einheimischer mir gegenüber formulierte – ab Mitte September hätte man das Gefühl, die ließen keinen mehr ins Land rein. 😉

    Dies hat zur Folge, daß man oftmals nach 20 Uhr nirgendwo mehr einen Happen Essen bekommt (auch kein Fastfood oder Kekse von der Tanke) und viele Touranbieter, Restaurants oder Hotels einfach in Winterschlaf gehen. Damit kann man sich natürlich arrangieren. Ist aber nicht immer einfach.

    Ein großer Vorteil der Winterzeit ist jedoch, daß sich selbst in der Umgebung von Reykjavík die Horden von Bustouristen 😉 auf den üblichen Schauplätzen in Grenzen halten – auch wenn sie mit Annäherung zurück an die Hauptstadt im Vergleich zum Rest des Landes trotzdem spürbar zahlreicher werden.

    Aber auch in den abgelegeneren Gegenden wird es nicht so schnell einsam. Ich habe in den zurückliegenden Wochen Reisebekanntschaften aus allen erdenklichen Ländern gemacht.
    Und selbst das ist möglich. Die mitlesenden Bosch-Kollegen wird es interessieren. Am Sonntag lief mir am Gullfoss-Wasserfall ein Ex-Hildesheimer über den Weg: Daniel Withopf, quasi auf der Weiterreise zu einer Hochzeit in den USA. Die Welt ist ein Dorf. 🙂

    Nun denn, es bleiben mir abschließende Erkenntnisse ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ernsthaftigkeit. 😉
    Der Eyjafjallajökull ist so aschefrei wie die hiesigen Banken. Isländische Namen kann man sich nur maximal 10 Sekunden merken. Satellitenschüsseln sind in dieser Ecke der Welt nach unten anstatt nach oben gerichtet (na logo!!). Asphaltierte Straßen sind ein Segen für Nerven, Rücken und die Elektrik des Autos. Meine Seekrankheit hält sich erwiesener- und erprobtermaßen in der körperlichen Horizontalen in halbwegs erträglichen Grenzen. Isländer fahren in großer Anzahl mit mindestens einem kaputten Scheinwerfer – ich seit 2 Tagen auch, bin also schon gut angepasst. 🙂 Und durch einen Explosionskrater zu laufen, ist selbst bei offiziell noch aktiven Vulkanen keine große Nummer.



    Wir sehen uns! 🙂


    4 responses to “Herr des Rings”


    • Dörte Noack

      Darf ich mitmachen bei der Preisfrage, oder bin ich disqualifiziert? Gibt’s eigentlich was zu gewinnen? 🙂


    • Marco

      Yep, der Rechtsweg und Leute, die vor kurzem erst selber vor dem Gebäude standen, sind sowas von ausgeschlossen. 🙂 Geht aber eh nur um Ruhm und Ehre! 😉


    • Lulu

      Das ist Höfði 🙂

      Hier trafen sich die gewissen Herrn Ronald Reagan und Michail Gorbatschow für ein Gipfeltreffen über drei Tage im Jahre 1986… ging natürlich um den Kalten Krieg.

      Übrigens: Das Gebäude wurde 1909 im Auftrag der französischen Regierung für den französischen Konsul erbaut. 1958 kaufte Reykjavík das Haus und benutzt es seit dem als Gästehaus.

      Gepriesen sei Google … achja dein Rennflo wurde heute erfolgreich abgeholt. Gute Heimfahrt/flug 🙂

      Gruß
      Lulu


    • Marco

      Absolut korrekt!! 🙂 Da ist Google … ähm, also, da ist Lulu nichts weiter hinzuzufügen. 😉 Außer vielleicht, daß dem sogenannten „Reykjavík-Gipfel“ vom 10. bis zum 12. Oktober 1986 der entscheidende Schritt zum Anfang vom Ende des Kalten Krieges zugeschrieben wird.


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