• Croc Me


    G’Day!

    Etwa eine Woche in Down Under ist rum, und es gibt es für mich nun die Chance, wieder einen Blog zu beginnen. Anders als ich das aus den USA bzw. zuletzt auch aus Island gewöhnt war, sind hier im australischen Northern Territory WiFi-Zugänge in Hotels und Motels (geschweige denn kostenlose) eher Mangelware – anders als z.B. an der Ost- und Südküste. Aber ok, hab ich weniger Arbeit nach „Feierabend“, und die Blog-Einträge gewinnen mit geringerer Häufigkeit ja auch an Wert. 😉

    Nach dem endlos langen Flug hab ich mich zu Beginn noch in Darwin herumgetrieben. Dabei durfte ich erstmalig erleben, wie diverse Reptilien so in der Hand liegen.



    Die Kleine schlängelte sich da ganz träge über meine Schulter. War aber total lieb und harmlos. Obwohl – so ein bißchen Druck merkt man schon, wenn sie sich am Hals „festhält“. Mit ’ner Giftschlange sollte man sich so ein Date aus nächster Nähe soundso nicht leisten. 🙂 Beim Chamäleon hab ich dann aber auch schon gepasst … 😉

    Etwas zappeliger war dieser Kamerad hier.



    Dem kleinen Baby-Kroko ist allerdings, wie man sehen kann, der „Schnabel“ zugebunden, weil es sonst wohl mächtig zuschnappen würde. Aber man darf auch nicht zu zaghaft hingreifen, sonst windet es sich aus den Händen. Und … wie man ja immer wieder hört – das Tierchen ist absolut trocken und weich. Der Bauch fühlt sich an wie ein alter Gartenschlauch. Offenbar hat mich das doch einigermaßen überrascht … 😉

    Den 6(!)-Meter-Bruder dieses kleinen Kerlchens erlebte ich kurz danach bei einem Jumping Croc Cruise. Die ausgewachsene Variante wird von den Betreibern der Bootstour liebevoll Bruce genannt. Wenn man Auge um Auge aus unmittelbarer Nähe mit dem mal das Vergnügen hatte (also … ich DRIN im Boot, Bruce außerhalb), kämen einem aber eher andere Kosenamen in den Sinn: ich persönlich dachte mehrmals an „mean motherfucker“.

    Brucie im Anmarsch. Er steht darauf, mit dieser Stange am Rücken gekrault zu werden.



    Aber er kriegt sein Happa-Happa am Ende.



    Allein schon das Geräusch, wenn das Maul mit voller Wucht zuklappt. *brrr* Das Äquivalent von 3000 Pfund sollen die Kiefer ausüben können – in etwa vergleichbar mit der Masse, die ein vollbeladener LKW auf den Asphalt bringt. Aber schon sehr beeindruckend, so ein Tier mal aus nächster Nähe und in freier Wildbahn zu sehen. Ein gute Lektion, hier NIEMALS unbedarfterweise in irgendwelchen Gewässern baden zu gehen. 😉

    Darwin ist jetzt aber angesichts der sehr viel schöneren Umgebung nicht sooo attraktiv, daß ich dort zwingend viel länger als 2 Tage bleiben müsste. Von daher hab ich mich danach auf den Weg in den Kakadu Nationalpark gemacht. Sehr schöne Landschaft, sehr schöne Farben, sehr interressante Aborigines-Kultur. Allerdings … unglaublich heiß und drückend, angeblich auch heißer und schwüler als normalerweise um diese Jahreszeit, wie man mir versicherte. Ich will mir trotzdem nicht so recht vorstellen, wie sich das im Sommer anfühlt, also größtenteils in der Regenzeit. Eine extreme Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu über 50 Grad sind dann wohl keine Seltenheit. Von Moskitos gepiesackt und von Sandfliegen genervt ist meinereiner ja jetzt schon genug. 😉 Naja, in der Zeit flüchten selbst die Aussies in andere Gefilde, auch deshalb, weil durch die starken Regenfälle kaum noch eine Straße passierbar ist.

    Einen kleinen Gruß an alle unvorsichtigen Schotterpistenfahrer durfte ich auf dem Rückweg vom Gunlom-Wasserfall sehen. So schlimm war die Straße allerdings wirklich nicht. Aber gut, das dürfte den Besitzer dieses Fahrzeugs auch nicht mehr großartig interessieren.



    Jaja, ich fahr auf jeden Fall vorsichtig! 🙂

    Im Moment bin ich in Katherine – eine Klein(st)stadt, die man bei den Ortschaften, die ich seit Darwin gesehen habe, tatsächlich als Metropole bezeichnen kann. Und immerhin gibt’s ja sogar WLAN. 🙂

    Morgen geht’s in die Katherine Gorge – oder wie diese Schlucht ja politisch korrekter in Aborigines-Sprache eigentlich heißen sollte (und auch zukünftig offiziell heißen wird): Nitmiluk. Danach bin ich auch schon nur noch 2 Tage von Alice Springs und der geografischen(!) Halbzeit meines Trips entfernt.

    Wie schnell es den nächsten Artikel geben wird, kann ich wie gesagt absolut nicht einschätzen. Ich geb aber mein bestes! 🙂

    Ich wünsch Euch was!

    Marco


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    • Marco
      Nachdem ich gesehen hatte, was da theoretisch noch alles neben mir herumschwimmen kann ... nee, da fühlte ich mich plötzlich…
    • Bernhard und Ina
      Bist Du im Kakadu Nationalpark auch mal in einem Billabong schwimmen gewesen? Und immer schön für Radio Tonkuhle Reklame…

  • Rote Erde


    Ich bin unter die Camper gegangen – also zumindest für die nächsten paar Tage. Seitdem ich mich am vergangenen Mittwoch aus Alice Springs vorläufig verabschiedet habe, bin ich Fahrer eines Toyota Landcruisers, also eines geländetauglichen Bush Campers. Komfortabel reisen ist zwar anders (PKW fährt sich doch schicker), aber dafür kann ich jetzt preiswert auf Campingplätzen übernachten. Hier im Zentrum Australiens sind die Übernachtungsmöglichkeiten ja eher rar gesät. Und sobald ich mit dem Ding die erste richtige Sand- und Schotterpiste o.ä. unter den Rädern habe, werde ich den Allradantrieb und die hohe Radaufhängung natürlich auch zu schätzen lernen. Da wird es in den kommenden Tagen mit Sicherheit noch ausreichend Gelegenheit geben.

    Also auf ins Land der roten Erde. Und hier im Zentrum ist sie tatsächlich besonders rot. Erstes Ziel war – was sonst – der Ayers Rock. Oder wie er eigentlich in der Sprache der Aborigines heißt: Uluru. War wirklich ein toller Anblick, als er dann endlich vor mir auftauchte. Hat was von einem gestrandeten Raumschiff, wie der Felsen da so in der Landschaft liegt. Ist schon was besonderes. Man kann verstehen, warum die Aborigines diesen Ort als heilige Stätte ansehen. Uluru sticht in dieser endlosen Weite auch regelrecht hervor. Bis auf eine weitere Erhebung (siehe unten) ist dort weit und breit nichts anderes, woran der Blick hängenbleiben könnte. Aus der Luft muß das noch beindruckender aussehen.

    Schnurstracks und ohne Umschweife (dafür wäre an dem Abend auch keine Zeit mehr gewesen) ging es zur „Sonnenuntergangssammelstelle“. 🙂 Zu diesem Zweck ist dort ein eigener Parkplatz angelegt. Anderswo ist oftmals sogar Halteverbot am Straßenrand – vermutlich wäre die Unfallgefahr einfach viel zu groß, wenn sich da jeder zum Knippsen hinstellt, wo er will. Und somit sucht man sich in der Sunset Viewing Area eine der vielen, vielen Lücken und hofft, daß die Stelle auch einen guten Blick auf „The Rock“ bietet. Bevor einer fragt – zu der Dame da rechts neben mir kann ich keine Angaben machen. Was halt so bei rumkommt, wenn man seine Kamera schnell anderen Leuten in die Hand drückt. 😉



    Die zweite große Attraktion in diesem Nationalpark sind die Kata Tjutas (die „vielen Köpfe“). Das sind sozusagen viele Ulurus, nur sehr viel kleiner und kunstvoll als Kulisse für ein schönes Tal – das Valley of the Winds – in der Gegend verstreut. Dort hab ich mich heute den ganzen Tag rumgetrieben. Am Ende gab’s dann nochmal ein kleines Selbstauslöserportrait am Ende der Walpa Gorge.



    Und begegnet ist mir natürlich wiedermal jemand, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe. Ok, die Überraschung hielt sich noch in Grenzen, auch wenn ich schon zuerst dachte, ich hab ’nen Knick in der Optik. Bosch-Kollege Holgi Neuhaus aus Hildesheim ist ja ebenfalls gerade unterwegs in Down Under. Allerdings hatten wir vor unseren jeweiligen Abflügen – um mehr als eine Woche versetzt und mit völlig anderen Zielen hier in Australien – überprüft, ob sich unsere komplett verschiedenen Routen nicht irgendwann mal kreuzen. War aber nicht so. Holger hat jedoch unterwegs seinen Plan etwas geändert. Und plötzlich treffen wir hier in Yulara am Ayers Rock aufeinander. Schade, daß ich kein Foto von seinem Gesichtsausdruck habe (meiner war kurz vorher mit Sicherheit nicht viel besser), als er mich zielstrebig in Richtung seines Frühstückstischs schlendern sah, sondern nur das hier. 😉 (Beweisbild für die restlichen Bosch’ler muß schon sein. 🙂 )



    Apropos Alice Springs. Es gilt ja unter Einheimischen – wie mir mehrmals ungefragt versichert wurde – als nicht mehr so sicheres Pflaster wie früher („Damals war alles besser!“ 😉 ). Aber daß es dann gleich solche Dimensionen annehmen muß … 🙂



    Morgen geht’s (vermutlich nach einem letzten Marsch um den Uluru herum) weiter in Richtung Kings Canyon. Bis später!


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  • To Climb, Or Not To Climb


    Hochklettern, oder doch nicht? Das ist hier die Frage.

    Auf Uluru hinaufzukrabbeln, hat für die meisten Besucher zweifelsfrei einen gewissen Reiz. Es gibt auch einen extra dafür vorgesehenen Pfad, der sogar mit einer Kette zum Festhalten „gesichert“ ist. Nun ist Uluru, wie schon erwähnt, aber ein heiliger Ort der Aborigines, dessen Besteigung ausschließlich den Vorfahren der heutigen Ureinwohner vorbehalten war, als diese selbst den Berg zu einem der bedeutendsten spirituellen Orte der Aborigines-Kultur ernannten. Da steigt man also nicht einfach mal so hoch und knippst mit seinem iPhone herum.

    Seit Jahren wird nun diskutiert, ob im Sinne des jetzt endlich erlangten Respekts für die Ureinwohner der Aufstieg prinzipiell untersagt werden sollte oder ob dem Nationalpark durch den ermöglichten Aufstieg weiterhin eine großer Magnet für kletterwillige Touristen erhalten bleiben muß. Aus meiner Sicht gäbe es da eigentlich gar keine Diskussion. Auf unseren Kirchen wird auch nicht jeden Tag herumgekraxelt, und trotzdem kommen die Leute in Scharen, um sie zu besichtigen.

    Diesen scheinbaren Widerspruch lösen die hiesigen Verantwortlichen im Moment noch damit, daß man direkt am Ort des Aufstiegs und auch in Form unzähliger Schilder oder Broschüren im gesamten Nationalpark mitgeteilt bekommt, daß man generell zwar hoch darf, aber wer das macht, eigentlich total doof und respektlos ist 😉 , daß man dabei ganz dolle totgehen kann, daß es doch so viel wichtigeres im Leben gibt, und überhaupt. 🙂 Man sieht, die starke australische Tourismusbranche will um jeden Preis vermeintlichen Rückgängen in den Besucherzahlen vorbeugen, weil Touristen glaubten, es gäbe ohne diese Kletterei am Uluru nichts mehr zu erleben. Das ist natürlich absolut nicht so.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Als ich heute am frühen Nachmittag von meinem abschließenden Base Walk um The Rock drumherum zurückkam, sah ich schon, daß an der Stelle des Aufstiegs einige Leute am hochkrabbeln war. Da der Aufstieg in den letzten Tagen (als gefühlte Dauermaßnahme) aber geschlossen war, war mein erster Gedanke: „Idioten! Die können wohl nicht lesen.“ Als ich um die Ecke kam, sah ich aber, daß die Absperrung geöffnet und das „Geschlossen“-Schild verschwunden war. Ca. 10 bis 20 Leuten waren bereits auf dem Weg zum Gipfel.





    Und dann steht man dort und kaut sich auf der Unterlippe herum. Es ist erlaubt. Es ist eine einmalige Gelegenheit. Aber direkt neben dem Beginn des Kletterpfads steht ein großes Schild mit dem Hinweis der Aborigines (u.a. sogar in deutscher Sprache), bitte nicht hochzukrabbeln.



    Die Leitung des Nationalparks hilft einem mit dieser Ambivalenz nicht wirklich aus dem Dilemma, respektvoll mit der Aborigines-Kultur umgehen zu wollen, gleichzeitig aber auch eine einzigartige Gelegenheit auf dem Präsentierteller vor sich liegen zu haben.

    Ich hab mich dann für einen Kompromiss entschieden, mit dem ich meines Erachtens den Ureinwohnern und ihrer spirituellen, heiligen Stätte auf jeden Fall Respekt zolle. Ich bin nur bis zum Anfang der Sicherheitskette geklettert, was ungefähr einem Sechstel der Strecke entspricht. Aber selbst dieser Abschnitt hatte es schon in sich. An Höhenangst sollte man nicht leiden. Einen sicheren Tritt braucht man auch. Einmal das Gleichgewicht verloren, und man macht einen ziemlich heftigen Abgang, selbst auf diesem untersten Stück. So hier sieht’s an meiner „Kompromiss“-Stufe aus. Die Perspektive täuscht etwas über die Höhe hinweg. Das ist auf Bild 1 (siehe oben) in etwa das untere Ende der Klettergruppe in der Bildmitte.





    Und damit man auch sieht, daß ich es wirklich selber war, entschloss ich mich auf dem (sehr, sehr vorsichtigen!!) Abstieg, das mal besser auch noch festzuhalten. 🙂


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  • Das Ende eines Landcruisers




    Nu isser also im Eimer, der angeblich unkaputtbare Toyota Landcruiser. Dabei hab ich ihm ja nun wirklich nicht sehr viel zugemutet. Aber der Reihe nach.
    Das erste Mal überhaupt hab ich ihn einen ganzen Tag über Schotterpisten getrieben, über den Larapinta Drive, einem Teil des Red Centre Way, von Kings Canyon Station nach Hermannsburg zur Finke Gorge. Dort gibt es ein wunderschönes Tal namens Palm Valley, dessen Zugang man aber ausschließlich mit einem Geländewagen befahren sollte. Logo, da geht’s über Stock und Stein. Aber dafür sind solche Büchsen wie der Landcruiser ja gebaut.



    Klar muß man da immer noch langsam und vorsichtig fahren. Aber wer mich kennt, weiß, daß ich dort nicht wie ein Besengter drüberheize. Im Gegenteil – ich Stadtkind fahre auf solchen Strecken auch mit einem Allradwagen vermutlich immer noch viel zu „ängstlich“. 😉

    Nunja, als ich wieder zurückkam, mußte ich meine „erbrachte Leistung“ auf dieser Holperpiste gleich nochmal festhalten. Man beachte den Hinweis unter den Entfernungsangaben! 🙂



    Aber nach Umschalten auf normalen Zweiradantrieb und beim Einbiegen auf den asphaltierten Highway wurden mir dann die massiven Störgeräusche aus der Gegend des linken Vorderrads gegenwärtig. Da stimmte was nicht. Die Karre zog außerdem nach links. Sowas ähnliches wie Bremsen ging auch nur noch mit dem Bremspedal bis zum Boden. Mit dem Teil wollte ich keinen Meter mehr fahren.

    Eine Nacht später (leider halb illegalerweise VOR den versperrten Toren des am Abend zuvor bereits geschlossenen Hermannsburg Campground) ereilte mich die Erkenntnis, daß die lokale Tanke trotz großspurigen Namens „Service Station“ (und großer Garage nebst Altfahrzeughof) wirklich nur zum Tanken (von Sprit und Bier) gedacht war. Auskunft des Personals: „Wir hatten hier schon seit 10 Jahren keinen Automechaniker mehr.“ So einer hätte aber wahrscheinlich eh nicht viel machen können.
    Ok, also den Autoverleiher angerufen, Abschlepper geordert. Der hat mich dann gleich mal 4 Stunden warten lassen. Dabei hatte ich Glück. Hermannsburg liegt gerademal 140 km außerhalb von Alice Springs, bestens erreichbar über einen 1A asphaltierten Highway. Die Panne hätte mich ja auch irgendwo im hintersten Busch ereilen können. Da hätten die mich zwar auch rausgeholt. Aber daß es auch trotz der Nähe zur quasi Großstadt derart lange dauerte… Egal, geschenkt. Es war übrigens ein gebrochenes Radlager.

    Das linke Vorderrad steht schon mächtig schief, oder?! 🙂







    Jetzt bin ich wieder zurück in Alice Springs, wo ich heute soundso durchgekommen wäre. Insofern nicht so schlimm. Hat mich auch nichts gekostet, nur Zeit. Ich sehe das alles recht entspannt. Außerdem war die Bekanntschaft mit dem (Kiwi-)Abschleppertypen schon ein Reiseerfahrung für sich. 🙂 Britz, der Autoverleiher, hat mir neben einem neuen Camper sogar noch Kohle (zurück)gegeben, aus Kulanz. Der Schaden hält sich also wahrlich in Grenzen. Ok, ich wäre höchstwahrscheinlich heute Abend nicht hier geblieben, sondern vermutlich gleich weiter gerollt zu Chamber’s Pillar. Aber das mach ich halt morgen. Auch ok!

    Und die Fahrt zum Palm Valley hat sich trotzdem gelohnt! 🙂


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    • Eddi
      Ha, wenn es nicht nur der Kratzer am Kotflügel ist, sondern der ganze Reifen sich quer stellt (hehe) ist das…

  • Up In The Air


    Beim ersten Versuch am Freitagmorgen war noch zu viel Wind im Spiel. Da hatte ich mich schon um kurz vor 4 Uhr aus dem Bett gehievt, um zum Sonnenaufgang mit dem Ballon über dem Outback schweben zu dürfen. Aber dann entschied sich der Pilot gegen den Start. Heißluftballons sind halt doch hauptsächlich vom Wind abhängig. Und wenn man irgendwo sinnvoll ankommen möchte … 😉 Also ließ ich mich auf die „Passagierliste“ für den kommenden Tag, den Samstag, setzen und hab mich für ein paar Stunden zurück in die Koje getrollt.

    Heute Morgen war’s dann aber soweit. Gegen halb 5 wurde ich vom Hotel abgeholt, es wurden die restlichen Leute aufgegabelt (das war der eigentliche Grund für die frühe Stunde – die Sonne geht hier zur Zeit nicht vor 7 Uhr auf!), und wir fuhren mitsamt Ballon, Korb, Gasflaschen und Verpflegung ins Outback südlich von Alice Springs. Brrr, war das kalt – gerade mal 2 Grad Celsius. So sind halt Winternächte in der Wüste.

    Dort wurde dann unter Beteiligung aller Leutchen der Ballon vorbereitet. So sieht das aus, wenn das Ding am Boden über einen Ventilator (hier nicht im Bild) erstmal mit ganz ordinärer Umgebungsluft gefüllt wird.



    Und schon ging’s los. Alle Mann rein in den Korb. Währenddessen folgte uns der Kleinbus, der uns hergebracht hatte, am Boden in Richtung Ziel. Oben war’s dann auch schon gar nicht mehr so kalt, was teilweise wirklich daran lag, daß die Luft zu dieser Tageszeit direkt am Boden erheblich kühler ist … allerdings auch daran, daß man von oben durch die Nähe zur Gasflamme ganz gut gegart wurde. 😉 War aber echt ein cooles Dahingleiten so ca. 200 bis 300 m über dem Boden. Da gibt’s kein Geholpere und keine Luftlöcher. Man schwebt majestätisch gen Horizont. 🙂

    Der Moment kam, und die Sonne schob sich über die Spitzen der East MacDonnell Range.



    Ergo: lange Schatten. Aber auch der Ballon war immer gut zu sehen.



    Hier der Blick auf den morgendlich erhellten Stuart Highway.



    Jede Menge Tiere waren von oben zu bestaunen. So nah (ok, mehr oder weniger) kommt man wilden Kängurus im Outback normalerweise nicht.



    Etwa 60 Minuten später hatten wir dann auch schon den finalen Landepunkt erreicht.



    Nach wiederum vereintem Zusammenpacken des Ballons (Nene, was man als zahlender Kunde alles selber machen muß… Auch ’ne Methode, die Anzahl der erforderlichen Mitarbeiter auf ein Minimum zu beschränken. 😉 ) … nachdem das Teil also wieder verstaut war, gab’s noch ’nen Schluck Sekt und ’nen Happen Frühstück.

    Und somit war dies mein allererster Ballonflug. 🙂

    Morgen, also Sonntag, werde ich Alice Springs und das Northern Territory endgültig verlassen. Die Grenze zu South Australia ist nicht sehr weit. Ab dann geht’s in den verbleibenden 6 Tagen mit vergleichsweise wenigen Zwischenstopps bis an die Südküste nach Adelaide.


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  • Reverse Stuart


    Jetzt hab ich’s also so gemacht wie ein gewisser Mr John McDouall Stuart: Ich hab die gesamte Strecke zwischen Süd- und Nordküste quer durch die Mitte Australiens gemeistert. 🙂 Ok ok, Stuart hat den Trip vor 150 Jahren in die andere Richtung gemacht, und er konnte im Gegensatz zu mir auch nicht auf Autos und Straßen zurückgreifen. Aber ansonsten hab ich mich in den letzten knapp 4 Wochen schon fast komplett entlang des namensgebenden Highways auf seinem Entdeckerpfad fortbewegt. Den roten Staub werde ich vermutlich nie mehr ganz runterkriegen von meinen Schuhen … 😉

    Seit Mittwochabend befinde ich mich in Adelaide. Als ich die Flinders Ranges ca. 400 km nördlich von Adelaide verließ, fühlte es sich immer noch an wie Wüste und Outback. Kaum in der Nähe der Südküste angekommen, empfing mich schon das typische Seeklima: kühl, feucht, windig, bewölkt, immer wieder Nieselregen. Das bedeutet aber nicht, daß ich den Unterschied nicht auch genieße. Gestern stand ich in Victor Harbor (wird tatsächlich ohne „u“ geschrieben!) das erste Mal direkt am Strand des Südpolarmeers (jepp, das heißt dort schon so!). Die Luft habe ich besonders intensiv eingeatmet. Herrlich, diese frische Brise! 🙂

    Dann ging’s über den berühmten Causeway – eine lange einspurige, mit Gleisen versehene Brücke – nach Granite Island. Auch dort konnte ich mir jede Menge Seeluft um die Nase wehen lassen.



    Über besagten Causeway fährt übrigens eine Art Straßenbahn, die von einem Pferd gezogen wird – ein berühmtes Wahrzeichen des Ortes. Später auf dem Rückweg hab ich mich auch damit kutschieren lassen.



    Auf Granite Island sind die Möwen übrigens derart frech (oder domestiziert?), daß sie einem das Essen direkt vom Teller klauen. Muß man schneller futtern, als diese Kampfmaschinen sich auf einen herabstürzen können. 🙂



    Ich muß sagen, Eure Kommentierlaune hier im Blog ist dieses Mal nicht sehr ausgeprägt gewesen …
    Aber vielleicht kann ich ja doch wieder ein bißchen was rauskitzeln. Aufmerksame Leser der Blog-Einträge bzw. interessierte Zuhörer meiner Reiseberichte (auch der letzten Jahre) werden es bestimmt wissen. Das folgende Bild bzw. ein ähnliches entsteht oft am Ende meiner Urlaubstrips. Was befindet sich da so gehäuft im Aschenbecher meines Autos? „Gelbe Zettel“ reicht als Antwort übrigens nicht! 😉



    Es war wie immer ein sehr spannender Roadtrip mit extrem vielen Eindrücken und jeder Menge toller Fotos. Die Tachos(!) meiner Autos(!) – so viele verschiedene Fahrzeuge hatte ich selten in einem einzigen Urlaub – zeigen insgesamt mittlerweile ziemlich genau 7000 Kilometer an. Sehr viel wird nicht mehr dazukommen. So ein paar Sachen sehe ich mir jetzt noch hier in Adelaide an. Sitze z.B. um die Ecke der Haigh’s Chocolate Factory und werd mir dort nachher eine Führung durch die Schoki-Produktion ansehen. Und morgen Nachmittag geht der Flieger zurück. Also dann – man sieht sich!

    Grüße,
    Marco




  • 6 Comments - Latest By:
    • Marco
      Jawollja, das ist korrekt. Aber fairerweise würde ich sagen, Holgi und die "Bauniete" ;-) teilen sich den virtuellen Pokal! :-)…
    • Bauniete
      Da du nichts dem Zufall überlasst, nehme ich an, dass das die Tagesziele sind. Ich hoffe Du hast immer…