• Croc Me


    G’Day!

    Etwa eine Woche in Down Under ist rum, und es gibt es f├╝r mich nun die Chance, wieder einen Blog zu beginnen. Anders als ich das aus den USA bzw. zuletzt auch aus Island gew├Âhnt war, sind hier im australischen Northern Territory WiFi-Zug├Ąnge in Hotels und Motels (geschweige denn kostenlose) eher Mangelware – anders als z.B. an der Ost- und S├╝dk├╝ste. Aber ok, hab ich weniger Arbeit nach „Feierabend“, und die Blog-Eintr├Ąge gewinnen mit geringerer H├Ąufigkeit ja auch an Wert. ­čśë

    Nach dem endlos langen Flug hab ich mich zu Beginn noch in Darwin herumgetrieben. Dabei durfte ich erstmalig erleben, wie diverse Reptilien so in der Hand liegen.



    Die Kleine schl├Ąngelte sich da ganz tr├Ąge ├╝ber meine Schulter. War aber total lieb und harmlos. Obwohl – so ein bi├čchen Druck merkt man schon, wenn sie sich am Hals „festh├Ąlt“. Mit ’ner Giftschlange sollte man sich so ein Date aus n├Ąchster N├Ąhe soundso nicht leisten. ­čÖé Beim Cham├Ąleon hab ich dann aber auch schon gepasst … ­čśë

    Etwas zappeliger war dieser Kamerad hier.



    Dem kleinen Baby-Kroko ist allerdings, wie man sehen kann, der „Schnabel“ zugebunden, weil es sonst wohl m├Ąchtig zuschnappen w├╝rde. Aber man darf auch nicht zu zaghaft hingreifen, sonst windet es sich aus den H├Ąnden. Und … wie man ja immer wieder h├Ârt – das Tierchen ist absolut trocken und weich. Der Bauch f├╝hlt sich an wie ein alter Gartenschlauch. Offenbar hat mich das doch einigerma├čen ├╝berrascht … ­čśë

    Den 6(!)-Meter-Bruder dieses kleinen Kerlchens erlebte ich kurz danach bei einem Jumping Croc Cruise. Die ausgewachsene Variante wird von den Betreibern der Bootstour liebevoll Bruce genannt. Wenn man Auge um Auge aus unmittelbarer N├Ąhe mit dem mal das Vergn├╝gen hatte (also … ich DRIN im Boot, Bruce au├čerhalb), k├Ąmen einem aber eher andere Kosenamen in den Sinn: ich pers├Ânlich dachte mehrmals an „mean motherfucker“.

    Brucie im Anmarsch. Er steht darauf, mit dieser Stange am R├╝cken gekrault zu werden.



    Aber er kriegt sein Happa-Happa am Ende.



    Allein schon das Ger├Ąusch, wenn das Maul mit voller Wucht zuklappt. *brrr* Das ├äquivalent von 3000 Pfund sollen die Kiefer aus├╝ben k├Ânnen – in etwa vergleichbar mit der Masse, die ein vollbeladener LKW auf den Asphalt bringt. Aber schon sehr beeindruckend, so ein Tier mal aus n├Ąchster N├Ąhe und in freier Wildbahn zu sehen. Ein gute Lektion, hier NIEMALS unbedarfterweise in irgendwelchen Gew├Ąssern baden zu gehen. ­čśë

    Darwin ist jetzt aber angesichts der sehr viel sch├Âneren Umgebung nicht sooo attraktiv, da├č ich dort zwingend viel l├Ąnger als 2 Tage bleiben m├╝sste. Von daher hab ich mich danach auf den Weg in den Kakadu Nationalpark gemacht. Sehr sch├Âne Landschaft, sehr sch├Âne Farben, sehr interressante Aborigines-Kultur. Allerdings … unglaublich hei├č und dr├╝ckend, angeblich auch hei├čer und schw├╝ler als normalerweise um diese Jahreszeit, wie man mir versicherte. Ich will mir trotzdem nicht so recht vorstellen, wie sich das im Sommer anf├╝hlt, also gr├Â├čtenteils in der Regenzeit. Eine extreme Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu ├╝ber 50 Grad sind dann wohl keine Seltenheit. Von Moskitos gepiesackt und von Sandfliegen genervt ist meinereiner ja jetzt schon genug. ­čśë Naja, in der Zeit fl├╝chten selbst die Aussies in andere Gefilde, auch deshalb, weil durch die starken Regenf├Ąlle kaum noch eine Stra├če passierbar ist.

    Einen kleinen Gru├č an alle unvorsichtigen Schotterpistenfahrer durfte ich auf dem R├╝ckweg vom Gunlom-Wasserfall sehen. So schlimm war die Stra├če allerdings wirklich nicht. Aber gut, das d├╝rfte den Besitzer dieses Fahrzeugs auch nicht mehr gro├čartig interessieren.



    Jaja, ich fahr auf jeden Fall vorsichtig! ­čÖé

    Im Moment bin ich in Katherine – eine Klein(st)stadt, die man bei den Ortschaften, die ich seit Darwin gesehen habe, tats├Ąchlich als Metropole bezeichnen kann. Und immerhin gibt’s ja sogar WLAN. ­čÖé

    Morgen geht’s in die Katherine Gorge – oder wie diese Schlucht ja politisch korrekter in Aborigines-Sprache eigentlich hei├čen sollte (und auch zuk├╝nftig offiziell hei├čen wird): Nitmiluk. Danach bin ich auch schon nur noch 2 Tage von Alice Springs und der geografischen(!) Halbzeit meines Trips entfernt.

    Wie schnell es den n├Ąchsten Artikel geben wird, kann ich wie gesagt absolut nicht einsch├Ątzen. Ich geb aber mein bestes! ­čÖé

    Ich w├╝nsch Euch was!

    Marco


  • 3 Comments - Latest By:
    • Marco
      Nachdem ich gesehen hatte, was da theoretisch noch alles neben mir herumschwimmen kann ... nee, da f├╝hlte ich mich pl├Âtzlich…
    • Bernhard und Ina
      Bist Du im Kakadu Nationalpark auch mal in einem Billabong schwimmen gewesen? Und immer sch├Ân f├╝r Radio Tonkuhle Reklame…

  • Rote Erde


    Ich bin unter die Camper gegangen – also zumindest f├╝r die n├Ąchsten paar Tage. Seitdem ich mich am vergangenen Mittwoch aus Alice Springs vorl├Ąufig verabschiedet habe, bin ich Fahrer eines Toyota Landcruisers, also eines gel├Ąndetauglichen Bush Campers. Komfortabel reisen ist zwar anders (PKW f├Ąhrt sich doch schicker), aber daf├╝r kann ich jetzt preiswert auf Campingpl├Ątzen ├╝bernachten. Hier im Zentrum Australiens sind die ├ťbernachtungsm├Âglichkeiten ja eher rar ges├Ąt. Und sobald ich mit dem Ding die erste richtige Sand- und Schotterpiste o.├Ą. unter den R├Ądern habe, werde ich den Allradantrieb und die hohe Radaufh├Ąngung nat├╝rlich auch zu sch├Ątzen lernen. Da wird es in den kommenden Tagen mit Sicherheit noch ausreichend Gelegenheit geben.

    Also auf ins Land der roten Erde. Und hier im Zentrum ist sie tats├Ąchlich besonders rot. Erstes Ziel war – was sonst – der Ayers Rock. Oder wie er eigentlich in der Sprache der Aborigines hei├čt: Uluru. War wirklich ein toller Anblick, als er dann endlich vor mir auftauchte. Hat was von einem gestrandeten Raumschiff, wie der Felsen da so in der Landschaft liegt. Ist schon was besonderes. Man kann verstehen, warum die Aborigines diesen Ort als heilige St├Ątte ansehen. Uluru sticht in dieser endlosen Weite auch regelrecht hervor. Bis auf eine weitere Erhebung (siehe unten) ist dort weit und breit nichts anderes, woran der Blick h├Ąngenbleiben k├Ânnte. Aus der Luft mu├č das noch beindruckender aussehen.

    Schnurstracks und ohne Umschweife (daf├╝r w├Ąre an dem Abend auch keine Zeit mehr gewesen) ging es zur „Sonnenuntergangssammelstelle“. ­čÖé Zu diesem Zweck ist dort ein eigener Parkplatz angelegt. Anderswo ist oftmals sogar Halteverbot am Stra├čenrand – vermutlich w├Ąre die Unfallgefahr einfach viel zu gro├č, wenn sich da jeder zum Knippsen hinstellt, wo er will. Und somit sucht man sich in der Sunset Viewing Area eine der vielen, vielen L├╝cken und hofft, da├č die Stelle auch einen guten Blick auf „The Rock“ bietet. Bevor einer fragt – zu der Dame da rechts neben mir kann ich keine Angaben machen. Was halt so bei rumkommt, wenn man seine Kamera schnell anderen Leuten in die Hand dr├╝ckt. ­čśë



    Die zweite gro├če Attraktion in diesem Nationalpark sind die Kata Tjutas (die „vielen K├Âpfe“). Das sind sozusagen viele Ulurus, nur sehr viel kleiner und kunstvoll als Kulisse f├╝r ein sch├Ânes Tal – das Valley of the Winds – in der Gegend verstreut. Dort hab ich mich heute den ganzen Tag rumgetrieben. Am Ende gab’s dann nochmal ein kleines Selbstausl├Âserportrait am Ende der Walpa Gorge.



    Und begegnet ist mir nat├╝rlich wiedermal jemand, mit dem ich nicht wirklich gerechnet habe. Ok, die ├ťberraschung hielt sich noch in Grenzen, auch wenn ich schon zuerst dachte, ich hab ’nen Knick in der Optik. Bosch-Kollege Holgi Neuhaus aus Hildesheim ist ja ebenfalls gerade unterwegs in Down Under. Allerdings hatten wir vor unseren jeweiligen Abfl├╝gen – um mehr als eine Woche versetzt und mit v├Âllig anderen Zielen hier in Australien – ├╝berpr├╝ft, ob sich unsere komplett verschiedenen Routen nicht irgendwann mal kreuzen. War aber nicht so. Holger hat jedoch unterwegs seinen Plan etwas ge├Ąndert. Und pl├Âtzlich treffen wir hier in Yulara am Ayers Rock aufeinander. Schade, da├č ich kein Foto von seinem Gesichtsausdruck habe (meiner war kurz vorher mit Sicherheit nicht viel besser), als er mich zielstrebig in Richtung seines Fr├╝hst├╝ckstischs schlendern sah, sondern nur das hier. ­čśë (Beweisbild f├╝r die restlichen Bosch’ler mu├č schon sein. ­čÖé )



    Apropos Alice Springs. Es gilt ja unter Einheimischen – wie mir mehrmals ungefragt versichert wurde – als nicht mehr so sicheres Pflaster wie fr├╝her („Damals war alles besser!“ ­čśë ). Aber da├č es dann gleich solche Dimensionen annehmen mu├č … ­čÖé



    Morgen geht’s (vermutlich nach einem letzten Marsch um den Uluru herum) weiter in Richtung Kings Canyon. Bis sp├Ąter!



  • To Climb, Or Not To Climb


    Hochklettern, oder doch nicht? Das ist hier die Frage.

    Auf Uluru hinaufzukrabbeln, hat f├╝r die meisten Besucher zweifelsfrei einen gewissen Reiz. Es gibt auch einen extra daf├╝r vorgesehenen Pfad, der sogar mit einer Kette zum Festhalten „gesichert“ ist. Nun ist Uluru, wie schon erw├Ąhnt, aber ein heiliger Ort der Aborigines, dessen Besteigung ausschlie├člich den Vorfahren der heutigen Ureinwohner vorbehalten war, als diese selbst den Berg zu einem der bedeutendsten spirituellen Orte der Aborigines-Kultur ernannten. Da steigt man also nicht einfach mal so hoch und knippst mit seinem iPhone herum.

    Seit Jahren wird nun diskutiert, ob im Sinne des jetzt endlich erlangten Respekts f├╝r die Ureinwohner der Aufstieg prinzipiell untersagt werden sollte oder ob dem Nationalpark durch den erm├Âglichten Aufstieg weiterhin eine gro├čer Magnet f├╝r kletterwillige Touristen erhalten bleiben mu├č. Aus meiner Sicht g├Ąbe es da eigentlich gar keine Diskussion. Auf unseren Kirchen wird auch nicht jeden Tag herumgekraxelt, und trotzdem kommen die Leute in Scharen, um sie zu besichtigen.

    Diesen scheinbaren Widerspruch l├Âsen die hiesigen Verantwortlichen im Moment noch damit, da├č man direkt am Ort des Aufstiegs und auch in Form unz├Ąhliger Schilder oder Brosch├╝ren im gesamten Nationalpark mitgeteilt bekommt, da├č man generell zwar hoch darf, aber wer das macht, eigentlich total doof und respektlos ist ­čśë , da├č man dabei ganz dolle totgehen kann, da├č es doch so viel wichtigeres im Leben gibt, und ├╝berhaupt. ­čÖé Man sieht, die starke australische Tourismusbranche will um jeden Preis vermeintlichen R├╝ckg├Ąngen in den Besucherzahlen vorbeugen, weil Touristen glaubten, es g├Ąbe ohne diese Kletterei am Uluru nichts mehr zu erleben. Das ist nat├╝rlich absolut nicht so.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Als ich heute am fr├╝hen Nachmittag von meinem abschlie├čenden Base Walk um The Rock drumherum zur├╝ckkam, sah ich schon, da├č an der Stelle des Aufstiegs einige Leute am hochkrabbeln war. Da der Aufstieg in den letzten Tagen (als gef├╝hlte Dauerma├čnahme) aber geschlossen war, war mein erster Gedanke: „Idioten! Die k├Ânnen wohl nicht lesen.“ Als ich um die Ecke kam, sah ich aber, da├č die Absperrung ge├Âffnet und das „Geschlossen“-Schild verschwunden war. Ca. 10 bis 20 Leuten waren bereits auf dem Weg zum Gipfel.





    Und dann steht man dort und kaut sich auf der Unterlippe herum. Es ist erlaubt. Es ist eine einmalige Gelegenheit. Aber direkt neben dem Beginn des Kletterpfads steht ein gro├čes Schild mit dem Hinweis der Aborigines (u.a. sogar in deutscher Sprache), bitte nicht hochzukrabbeln.



    Die Leitung des Nationalparks hilft einem mit dieser Ambivalenz nicht wirklich aus dem Dilemma, respektvoll mit der Aborigines-Kultur umgehen zu wollen, gleichzeitig aber auch eine einzigartige Gelegenheit auf dem Pr├Ąsentierteller vor sich liegen zu haben.

    Ich hab mich dann f├╝r einen Kompromiss entschieden, mit dem ich meines Erachtens den Ureinwohnern und ihrer spirituellen, heiligen St├Ątte auf jeden Fall Respekt zolle. Ich bin nur bis zum Anfang der Sicherheitskette geklettert, was ungef├Ąhr einem Sechstel der Strecke entspricht. Aber selbst dieser Abschnitt hatte es schon in sich. An H├Âhenangst sollte man nicht leiden. Einen sicheren Tritt braucht man auch. Einmal das Gleichgewicht verloren, und man macht einen ziemlich heftigen Abgang, selbst auf diesem untersten St├╝ck. So hier sieht’s an meiner „Kompromiss“-Stufe aus. Die Perspektive t├Ąuscht etwas ├╝ber die H├Âhe hinweg. Das ist auf Bild 1 (siehe oben) in etwa das untere Ende der Klettergruppe in der Bildmitte.





    Und damit man auch sieht, da├č ich es wirklich selber war, entschloss ich mich auf dem (sehr, sehr vorsichtigen!!) Abstieg, das mal besser auch noch festzuhalten. ­čÖé



  • Das Ende eines Landcruisers




    Nu isser also im Eimer, der angeblich unkaputtbare Toyota Landcruiser. Dabei hab ich ihm ja nun wirklich nicht sehr viel zugemutet. Aber der Reihe nach.
    Das erste Mal ├╝berhaupt hab ich ihn einen ganzen Tag ├╝ber Schotterpisten getrieben, ├╝ber den Larapinta Drive, einem Teil des Red Centre Way, von Kings Canyon Station nach Hermannsburg zur Finke Gorge. Dort gibt es ein wundersch├Ânes Tal namens Palm Valley, dessen Zugang man aber ausschlie├člich mit einem Gel├Ąndewagen befahren sollte. Logo, da geht’s ├╝ber Stock und Stein. Aber daf├╝r sind solche B├╝chsen wie der Landcruiser ja gebaut.



    Klar mu├č man da immer noch langsam und vorsichtig fahren. Aber wer mich kennt, wei├č, da├č ich dort nicht wie ein Besengter dr├╝berheize. Im Gegenteil – ich Stadtkind fahre auf solchen Strecken auch mit einem Allradwagen vermutlich immer noch viel zu „├Ąngstlich“. ­čśë

    Nunja, als ich wieder zur├╝ckkam, mu├čte ich meine „erbrachte Leistung“ auf dieser Holperpiste gleich nochmal festhalten. Man beachte den Hinweis unter den Entfernungsangaben! ­čÖé



    Aber nach Umschalten auf normalen Zweiradantrieb und beim Einbiegen auf den asphaltierten Highway wurden mir dann die massiven St├Ârger├Ąusche aus der Gegend des linken Vorderrads gegenw├Ąrtig. Da stimmte was nicht. Die Karre zog au├čerdem nach links. Sowas ├Ąhnliches wie Bremsen ging auch nur noch mit dem Bremspedal bis zum Boden. Mit dem Teil wollte ich keinen Meter mehr fahren.

    Eine Nacht sp├Ąter (leider halb illegalerweise VOR den versperrten Toren des am Abend zuvor bereits geschlossenen Hermannsburg Campground) ereilte mich die Erkenntnis, da├č die lokale Tanke trotz gro├čspurigen Namens „Service Station“ (und gro├čer Garage nebst Altfahrzeughof) wirklich nur zum Tanken (von Sprit und Bier) gedacht war. Auskunft des Personals: „Wir hatten hier schon seit 10 Jahren keinen Automechaniker mehr.“ So einer h├Ątte aber wahrscheinlich eh nicht viel machen k├Ânnen.
    Ok, also den Autoverleiher angerufen, Abschlepper geordert. Der hat mich dann gleich mal 4 Stunden warten lassen. Dabei hatte ich Gl├╝ck. Hermannsburg liegt gerademal 140 km au├čerhalb von Alice Springs, bestens erreichbar ├╝ber einen 1A asphaltierten Highway. Die Panne h├Ątte mich ja auch irgendwo im hintersten Busch ereilen k├Ânnen. Da h├Ątten die mich zwar auch rausgeholt. Aber da├č es auch trotz der N├Ąhe zur quasi Gro├čstadt derart lange dauerte… Egal, geschenkt. Es war ├╝brigens ein gebrochenes Radlager.

    Das linke Vorderrad steht schon m├Ąchtig schief, oder?! ­čÖé







    Jetzt bin ich wieder zur├╝ck in Alice Springs, wo ich heute soundso durchgekommen w├Ąre. Insofern nicht so schlimm. Hat mich auch nichts gekostet, nur Zeit. Ich sehe das alles recht entspannt. Au├čerdem war die Bekanntschaft mit dem (Kiwi-)Abschleppertypen schon ein Reiseerfahrung f├╝r sich. ­čÖé Britz, der Autoverleiher, hat mir neben einem neuen Camper sogar noch Kohle (zur├╝ck)gegeben, aus Kulanz. Der Schaden h├Ąlt sich also wahrlich in Grenzen. Ok, ich w├Ąre h├Âchstwahrscheinlich heute Abend nicht hier geblieben, sondern vermutlich gleich weiter gerollt zu Chamber’s Pillar. Aber das mach ich halt morgen. Auch ok!

    Und die Fahrt zum Palm Valley hat sich trotzdem gelohnt! ­čÖé


  • 1 Comment - Latest By:
    • Eddi
      Ha, wenn es nicht nur der Kratzer am Kotfl├╝gel ist, sondern der ganze Reifen sich quer stellt (hehe) ist das…

  • Up In The Air


    Beim ersten Versuch am Freitagmorgen war noch zu viel Wind im Spiel. Da hatte ich mich schon um kurz vor 4 Uhr aus dem Bett gehievt, um zum Sonnenaufgang mit dem Ballon ├╝ber dem Outback schweben zu d├╝rfen. Aber dann entschied sich der Pilot gegen den Start. Hei├čluftballons sind halt doch haupts├Ąchlich vom Wind abh├Ąngig. Und wenn man irgendwo sinnvoll ankommen m├Âchte … ­čśë Also lie├č ich mich auf die „Passagierliste“ f├╝r den kommenden Tag, den Samstag, setzen und hab mich f├╝r ein paar Stunden zur├╝ck in die Koje getrollt.

    Heute Morgen war’s dann aber soweit. Gegen halb 5 wurde ich vom Hotel abgeholt, es wurden die restlichen Leute aufgegabelt (das war der eigentliche Grund f├╝r die fr├╝he Stunde – die Sonne geht hier zur Zeit nicht vor 7 Uhr auf!), und wir fuhren mitsamt Ballon, Korb, Gasflaschen und Verpflegung ins Outback s├╝dlich von Alice Springs. Brrr, war das kalt – gerade mal 2 Grad Celsius. So sind halt Wintern├Ąchte in der W├╝ste.

    Dort wurde dann unter Beteiligung aller Leutchen der Ballon vorbereitet. So sieht das aus, wenn das Ding am Boden ├╝ber einen Ventilator (hier nicht im Bild) erstmal mit ganz ordin├Ąrer Umgebungsluft gef├╝llt wird.



    Und schon ging’s los. Alle Mann rein in den Korb. W├Ąhrenddessen folgte uns der Kleinbus, der uns hergebracht hatte, am Boden in Richtung Ziel. Oben war’s dann auch schon gar nicht mehr so kalt, was teilweise wirklich daran lag, da├č die Luft zu dieser Tageszeit direkt am Boden erheblich k├╝hler ist … allerdings auch daran, da├č man von oben durch die N├Ąhe zur Gasflamme ganz gut gegart wurde. ­čśë War aber echt ein cooles Dahingleiten so ca. 200 bis 300 m ├╝ber dem Boden. Da gibt’s kein Geholpere und keine Luftl├Âcher. Man schwebt majest├Ątisch gen Horizont. ­čÖé

    Der Moment kam, und die Sonne schob sich ├╝ber die Spitzen der East MacDonnell Range.



    Ergo: lange Schatten. Aber auch der Ballon war immer gut zu sehen.



    Hier der Blick auf den morgendlich erhellten Stuart Highway.



    Jede Menge Tiere waren von oben zu bestaunen. So nah (ok, mehr oder weniger) kommt man wilden K├Ąngurus im Outback normalerweise nicht.



    Etwa 60 Minuten sp├Ąter hatten wir dann auch schon den finalen Landepunkt erreicht.



    Nach wiederum vereintem Zusammenpacken des Ballons (Nene, was man als zahlender Kunde alles selber machen mu├č… Auch ’ne Methode, die Anzahl der erforderlichen Mitarbeiter auf ein Minimum zu beschr├Ąnken. ­čśë ) … nachdem das Teil also wieder verstaut war, gab’s noch ’nen Schluck Sekt und ’nen Happen Fr├╝hst├╝ck.

    Und somit war dies mein allererster Ballonflug. ­čÖé

    Morgen, also Sonntag, werde ich Alice Springs und das Northern Territory endg├╝ltig verlassen. Die Grenze zu South Australia ist nicht sehr weit. Ab dann geht’s in den verbleibenden 6 Tagen mit vergleichsweise wenigen Zwischenstopps bis an die S├╝dk├╝ste nach Adelaide.



  • Reverse Stuart


    Jetzt hab ich’s also so gemacht wie ein gewisser Mr John McDouall Stuart: Ich hab die gesamte Strecke zwischen S├╝d- und Nordk├╝ste quer durch die Mitte Australiens gemeistert. ­čÖé Ok ok, Stuart hat den Trip vor 150 Jahren in die andere Richtung gemacht, und er konnte im Gegensatz zu mir auch nicht auf Autos und Stra├čen zur├╝ckgreifen. Aber ansonsten hab ich mich in den letzten knapp 4 Wochen schon fast komplett entlang des namensgebenden Highways auf seinem Entdeckerpfad fortbewegt. Den roten Staub werde ich vermutlich nie mehr ganz runterkriegen von meinen Schuhen … ­čśë

    Seit Mittwochabend befinde ich mich in Adelaide. Als ich die Flinders Ranges ca. 400 km n├Ârdlich von Adelaide verlie├č, f├╝hlte es sich immer noch an wie W├╝ste und Outback. Kaum in der N├Ąhe der S├╝dk├╝ste angekommen, empfing mich schon das typische Seeklima: k├╝hl, feucht, windig, bew├Âlkt, immer wieder Nieselregen. Das bedeutet aber nicht, da├č ich den Unterschied nicht auch genie├če. Gestern stand ich in Victor Harbor (wird tats├Ąchlich ohne „u“ geschrieben!) das erste Mal direkt am Strand des S├╝dpolarmeers (jepp, das hei├čt dort schon so!). Die Luft habe ich besonders intensiv eingeatmet. Herrlich, diese frische Brise! ­čÖé

    Dann ging’s ├╝ber den ber├╝hmten Causeway – eine lange einspurige, mit Gleisen versehene Br├╝cke – nach Granite Island. Auch dort konnte ich mir jede Menge Seeluft um die Nase wehen lassen.



    ├ťber besagten Causeway f├Ąhrt ├╝brigens eine Art Stra├čenbahn, die von einem Pferd gezogen wird – ein ber├╝hmtes Wahrzeichen des Ortes. Sp├Ąter auf dem R├╝ckweg hab ich mich auch damit kutschieren lassen.



    Auf Granite Island sind die M├Âwen ├╝brigens derart frech (oder domestiziert?), da├č sie einem das Essen direkt vom Teller klauen. Mu├č man schneller futtern, als diese Kampfmaschinen sich auf einen herabst├╝rzen k├Ânnen. ­čÖé



    Ich mu├č sagen, Eure Kommentierlaune hier im Blog ist dieses Mal nicht sehr ausgepr├Ągt gewesen …
    Aber vielleicht kann ich ja doch wieder ein bi├čchen was rauskitzeln. Aufmerksame Leser der Blog-Eintr├Ąge bzw. interessierte Zuh├Ârer meiner Reiseberichte (auch der letzten Jahre) werden es bestimmt wissen. Das folgende Bild bzw. ein ├Ąhnliches entsteht oft am Ende meiner Urlaubstrips. Was befindet sich da so geh├Ąuft im Aschenbecher meines Autos? „Gelbe Zettel“ reicht als Antwort ├╝brigens nicht! ­čśë



    Es war wie immer ein sehr spannender Roadtrip mit extrem vielen Eindr├╝cken und jeder Menge toller Fotos. Die Tachos(!) meiner Autos(!) – so viele verschiedene Fahrzeuge hatte ich selten in einem einzigen Urlaub – zeigen insgesamt mittlerweile ziemlich genau 7000 Kilometer an. Sehr viel wird nicht mehr dazukommen. So ein paar Sachen sehe ich mir jetzt noch hier in Adelaide an. Sitze z.B. um die Ecke der Haigh’s Chocolate Factory und werd mir dort nachher eine F├╝hrung durch die Schoki-Produktion ansehen. Und morgen Nachmittag geht der Flieger zur├╝ck. Also dann – man sieht sich!

    Gr├╝├če,
    Marco




  • 6 Comments - Latest By:
    • Marco
      Jawollja, das ist korrekt. Aber fairerweise w├╝rde ich sagen, Holgi und die "Bauniete" ;-) teilen sich den virtuellen Pokal! :-)…
    • Bauniete
      Da du nichts dem Zufall ├╝berlasst, nehme ich an, dass das die Tagesziele sind. Ich hoffe Du hast immer…