• Reykjavík


    The Return of the Blog. 🙂

    Trotz einiger Unentschlossenheit hab ich mich nun also doch aufgerafft, für diesen Urlaubstrip durch Island einen Blog zu schreiben. Macht ja letztlich auch nicht mehr Arbeit, als einmal pro Woche oder so eine Massenmail zu tippen.

    Seit Freitagnacht bin ich in Reykjavík, oder einfach nur RVK, wie ich hier schon auf den üblichen T-Shirts im Souvenir-Shop gelesen habe. Puristen mögen mir verzeihen, daß ich bei Ortsnamen und ihren islandeigenen Lauten vielleicht und gelegentlich etwas weniger akkurat sein werde. Ich bemüh mich aber. Hauptsache niemand verlangt von mir die hundertpro richtige Aussprache …

    Der erste Tag war leider etwas verpieselt, was ja für das Land nicht ganz so selten ist. Von daher hab ich mich erstmal nur in Museen und Ausstellungen herumgetrieben. Erst am Abend kam dann tatsächlich für ca. eine Stunde die Sonne raus. Man hat ja aber nun nicht immer gleich das passende Motiv dazu parat. Mach was … 😉

    „Die Kanonen von Navarone“ … oder was man dafür halten könnte – gibt’s zu bestaunen an der Orgel des monumentalen Kirchenbauwerks Hallgrímskirkja.



    Vom Turm dieser Kirche hat man auch einen sehr schicken Blick auf die Stadt, die übrigens, trotzdem sie Hauptstadt und damit auch größte „Metropole“ Islands ist, doch eher sehr übersichtlich und gemütlich bleibt.



    An einem Wochenende schallt es einem in RVK aus jeder Bar und an jeder Straßenecke musikalisch entgegen. Diese Jungs hier hatten das gesamte Repertoire von Django Reinhardt bis Wolfgang Petry drauf.



    Isländer sind natürlich ganz stolz auf ihre Abstammung vom großen Erik. Aber wer hätte gedacht, daß eine uns allen nur allzu bekannte Politikerin ebenfalls ihre Wurzeln hier hat und ihre Vorfahren sogar in Puppenform ausgestellt sind. Ich hab schon immer gewußt, daß die Merkel was mit den Wikingern zu tun hat. 🙂 (Gesehen im Saga Museum)



    So, na dann wünscht mir mal für die nächsten Tage und Wochen beständigeres Wetter und somit besseres Licht fürs Fotografieren. Aber nach nur einem Tag Grau-in-Grau mache ich mir da noch keine Sorgen. Ich melde mich in unregelmäßigen Abständen und wenn ich was spannendes zu erzählen habe.


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    • Silvia Ochlast
      Hey Marco! Du hast Merkel gefunden, wie cool :) Ich wünsche mir übrigens ein Photo aus Island! Das…

  • Die Westfjords


    Jemand von Euch muß mir ganz dolle gutes Wetter gewünscht haben. Vielen Dank dafür. Das hat funktioniert! 🙂 Seitdem ich mich in der nordwestlichsten Ecke Europas aufhalte, hat der Dauerregen aufgehört. Und die Wolkendecke hat immer wieder erfreulich viele Löcher, durch die viel Sonne durchkommt. Ich werde hier aber trotzdem weiterhin nur kleine Schnappschüsse posten und noch nicht die „großen“ Bilder. Letztere will ich noch nicht ohne intensive Sichtung „zur Begutachtung“ freigeben.
    (Nachsatz: Mittlerweile ist auch die Galerie mit den hochwertigen Aufnahmen online. Einfach klicken auf www.boltz-online.com und dort auf den Link „Fotografie“ und „Island 2010“.)

    Im Moment befinde ich mich in Þingeyri (gesprochen wie mit englischem „Th“: Thingeyri), einem kleinen 200-Seelen-Dorf in den Westfjords – wobei 200 Einwohner hier schon eine regelrechte Megacity darstellen. In mancher Gemeinde, die auch auf der Karte als solche eingetragen ist, wohnen manchmal auch nur 2 Leute. Orte wie der geografisch westlichste Punkt des europäischen Kontinents – die Klippe heißt Látrabjarg – passen zum Beispiel in diese Kategorie. Nach 1 Stunde Fahrt über die fieseste Schotterpiste wähnt man sich am Ende der Welt (respektive Europas) und erwartet den obligatorischen, einsamen Leuchtturm. Und da wohnen dort doch tatsächlich noch Menschen.

    Aber egal. In Látrabjarg hat man mit dem Zählen von Schafen mehr zu tun… Oder mit dem Schießen der üblichen Steilklippen-Bilder! 😉 (Das sind ca. 450 m Höhe.)


    Ein bißchen gemütlicher hab ich’s vorhin angehen lassen. Ein paar Fjorde weiter, am Svalvogar, ist zwar keine geografische Besonderheit zu verzeichnen. Ruhe zum Seele-baumeln-lassen ist aber genug.


    In den Vorbereitungen für diesen Urlaub hatte ich öfters mal über die ungewöhnlich hohen Kosten für den Mietwagen gesprochen. Einer von Euch hatte mir daraufhin den Tipp gegeben, (beim nächsten Mal) doch einfach mit dem eigenen Auto per Schiff vergleichweise preiswert nach Island überzusetzen, um somit Wagenmiete und Flug zu sparen. Nach einer Woche auf Island fühlt es sich ganz gut an, dies nicht gemacht zu haben. Ich meine, ich hab ja so manchen Kilometer unasphaltierter Straße auf der ganzen Welt, egal ob Outback, Wüste oder Feldweg, schon hinter mich gebracht. Aber in Island muß ich feststellen, daß das der Normalzustand ist. Die Reparaturkosten für mein eigenes Auto hätte ich mit der Leihwagengebühr locker ausgeglichen. 😉

    Und so sieht’s aus, sobald man außerhalb von Reykjavík die (eine) Hauptverkehrsader verlässt.


    Es lebe der Allradantrieb und die hohe Radaufhängung. Da ist mein kleiner Geländewürfel echt Gold wert. Vielleicht bilde ich es mir ja nur ein. Aber nach der Rückkehr von Svalvogar über eine der besagten „Straßen“ hat er fast schon ein bißchen stolz ausgesehen… 😉


    Trotz der abenteuerlichen Straßenzustände wird allerdings auch in der abgelegensten Mondlandschaft auf die richtige Verkehrsführung geachtet! 🙂


    Morgen geht’s weiter entlang der Fjords. Ich mach jetzt gleich „Feierabend“. Die Kneipe ist bis auf meine Wenigkeit völlig leer. Die machen mit mir hier gerade ihren Wochenumsatz. 😉 Klar, in der Nebensaison ist halt kaum was los.

    Bis später!


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    • Ingo
      Sehr coole Fotos! Gerade mal alles gelesen und geguckt! :-)
    • Marco
      Kommt eigentlich eher darauf an, wieviele Fotomotive mich unterwegs so angrinsen. ;) Auf so einer ganz schlimmen Holperpiste sollte man…

  • Kratzen am Polarkreis


    Die Westfjords hab ich hinter mir gelassen. Jetzt bin ich entlang der Nordküste beständig auf dem Weg gen Osten. Obwohl – so sehr beständig ist das gar nicht. Wer sich den Verlauf der Küste mal bei Google Earth ansieht, wird bemerken, daß das ein ständiges Auf und Ab entlang diverser Fjorde ist. Das macht es aber nur umso interessanter, weil man auf die Art auch auf – zumindest für eine Gegend voller Schotterpisten! – abenteuerliche Straßenkonstruktionen trifft, hier allerdings noch in den Westfjords. Wo die Tunnel mitten im Berg Kreuzungen haben:



    In den meisten Reiseführern über touristisch interessante Länder und Gegenden liest man öfters von der Gastfreundschaft der Menschen. Naja – halt das übliche Reisebüro-Verkaufs-Blabla. Aber die Isländer haben tatsächlich eine ganz eigene Art, mit ihren Besuchern umzugehen, die mir bisher auf allen anderen Trips noch nicht begegnet ist. Einmal hat ein Hotelbesitzer auf meine Bitte hin seinen Hotelier-Kumpel aus dem Nachbardorf überredet, meinen dort bereits getätigten Check-In zu annullieren, damit ich gleich da bleiben konnte und die verbleibenden Kilometer nicht bei heftigstem Regen und im Dunkeln auf unbefestigter Straße (entlang einer Steilküste) fahren mußte. Ich glaube, die beiden haben sich dann untereinander auf einen Ausgleich in Bierform geeinigt. 🙂
    Und ein anderes Mal klopfte ich an einem vermeintlichen Restaurant, das sich jedoch nach bedauernder Auskunft der Bewohnerin als Privathaus entpuppte – schon seit mehr als 3 Jahren. Aber zum Abendessen hat sie mich dann doch sehr überzeugt und überzeugend hineingebeten … um nicht zu sagen genötigt: „Ach, bevor Sie jetzt erst sonstwo was suchen müssen!“ Und somit hab ich mit der ganzen Familie gespeist – kostenlos obendrein, versteht sich. 🙂

    Dann wurde ich in der Nähe des Dorfes Hólar Augenzeuge der berühmten und beliebten Schafabtrieb, bei der am Ende des Sommers ALLE Schafe der Umgebung von den Berghängen zusammengetrieben werden. Es ist dann für die Bewohner der Gegend (besonders für die Kinder) ein großes Ereignis, wenn in fast schon einer Art Zeremonie die Tiere anhand ihrer Markierungen in extra dafür vorgesehenen sternförmigen Gehegen den einzelnen Besitzern zugeordnet werden. Hat was von Roulette. 🙂 Das wird übrigens so auch mit Islandponys gemacht. … ganz ruhig durchatmen, Silvia! 😉
    Naja, besonders fotogen war’s zwar nicht. Dafür bin ich während der eigentlichen Abtrieb für ca. eine halbe Stunde mit dem Auto in der ganzen Schafherde hängengeblieben. Genug Zeit, um zu bestaunen, wie immer ganz knapp vor meiner Stoßstange der eifrigste aller Schäfer sich richtig ins Zeug legte. Ohne Rücksicht auf Verluste – für die Schafe! 😉



    Heute dürfte mein erster kleiner Sonnenbrand fällig gewesen sein. Auch wenn ich, wie der Blog-Titel andeutet, mächtig nah am Polarkreis bin, hat heute den ganzen Tag die Sonne geheizt. Von meiner Wanderung auf der Insel Hrísey im Eyjafjörður dürfte spätestens morgen früh ordentlich Gesichtsfarbe übrig sein.



    Daß es bisher doch nicht wirklich der Polarkreis geworden ist (und vermutlich auch nicht mehr werden wird – den gibt’s hier nämlich nicht auf dem Festland), ist der Tatsache geschuldet, daß ich mir keine 3 Stunden Fährüberfahrt auf offener Arktischer See bis zur Insel Grímsey antun wollte (da geht der Polarkreis hindurch). Alle die mich kennen und mich sowas schonmal erlebt haben sehen bzw. denen ich es sehr bildlich beschrieben habe, werden wissen, wieso nicht… 😉 Aber die erwähnte kleine Fjord-Insel tat es auch.

    Seit heute bin ich am Lake Mývatn, dem Mückensee. Glücklicherweise verdankt der seinen Namen ausschließlich den Zuständen im Sommer… 😉 Aber ansonsten ist er auch eher berühmt für seine starke vulkanische Aktivität. Davon werd ich aber erst später genaueres erzählen können. Bisher weiß ich von den Wanderwegen rund um Krater und über Lavafelder nur aus dem Reiseführer. 🙂
    Ich kenne aber schon ein sehr originelles Restaurant, bei dem man (glücklicherweise vom Geruch durch eine Glasscheibe getrennt) direkten Blickkontakt mit den gemolkenen Kühen halten kann. Man sieht, was man isst. 😉 Das mit dem Steak war mir bei dem Anblick dann aber doch etwas zu viel.



    Als organisches Dessert aus hauseigener Produktion gönnte ich mir allerdings das erste Vollkorn-Eis meines Lebens. Zumindest schmeckte es so. Es waren kleine Stückchen sogenanntes Geysir-Brot (22 Stunden mit Erdwärme gebacken) untergemischt. Echt lecker! In diesem Sinne – Mahlzeit!

    PS: Wer sich fragt, von welcher „Blauen Lagune“ Dörte in ihrem Kommentar zum vorherigen Blog-Eintrag spricht… Klaro, war der Boltzi da auch drin. 🙂 Lufttemperatur um die Null, Wassertemperatur bei ca. 40 Grad Celsius. Und das alles bei bläulich-milchigem Beckeninhalt, Vulkankulisse und einem kühlen Bierchen von der Lagunen-Bar.


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    • Der Holgi
      Hi Marco, versteh ich nicht...., so ein bißchen "Landluft" soll doch eigentlich Appetit-anregend sein und wie heißt…

  • Der Osten


    … ist mächtig weit und mächtig leer. 🙂 Zumindest der in Island. Dachte ich noch, die Westfjords seien schon einmalig abgeschieden, so wurde ich hier an der Ostküste eines Besseren belehrt. Aber das macht diese Region auf keinen Fall weniger schön, im Gegenteil. Hohe Berge, schneebedeckte Gipfel, und manche Zufahrtstraße zu DEM einen Dorf bei den Sieben Zwergen war zu früheren Zeiten so gefährlich, daß man besser ein paar Stoßgebete losschickte, bevor man seinen Pferdekarren an den Steilklippen vorbeischleuste. Das Kreuz kurz vor der entscheidenden Kurve nach Bakkagerði soll einen nochmal dran erinnern. Latein-Bewanderte können ja mal die Übersetzung rausposaunen – so man es denn lesen kann. (Aufs Bild klicken hilft, die Schrift zu erkennen. Das Foto ist etwas größer als hier eingehängt!)



    Im gleichen Dorf hat man auch Vorliebe für Haus-Haarwuchs. Das Ding ist sogar in diversen Reiseführern aufgeführt. Allerdings ist nicht mehr drin, als von draußen draufzugucken. Es ist ein Privathaus und wird auch als solches genutzt.



    Merkwürdige Sachen wachsen in Island scheinbar auch immer mal am Straßenrand. Unter Abgasen und Bremsabrieb gedeiht es sich offenbar prächtig. Denn diese Pilz-Dinger sind mir an ähnlicher Stelle schon mehr als einmal begegnet.
    Und wieder was zum Mitmachen: Weiß einer, wie die Teile heißen? Ich nämlich nicht! Der Kommentar „Asphaltpilze“ kostet den jeweiligen Verfasser einen Sechser Bier…! 😉



    So, und jetzt erneut was aus der Kategorie „Tunnel, durch die ich schon immer mal fahren wollte“. 😉 Einspurig, mit einem Ampelsystem, das eigentlich nur permanent blinkend darauf hinweist, das einem auf dem folgenden knappen Kilometer (inkl. nicht einsehbarem Tunnel-Ende) möglicherweise Gegenverkehr begegnen kann … oder auch nicht. Und es kam, wie es kommen mußte (so „weit und leer“ ist’s dann halt doch nicht). Da meine Richtung in der Spur keinen Vorrang hatte, mußte der Boltzi mitten im Tunnel den Rückwärtsgang einlegen. 🙂 Beim zweiten Anlauf hat’s dann aber geklappt.



    Aus den angekündigten, ausschweifenden Wanderungen über die Lavafelder und rund um die Vulkankrater am Lake Mývatn ist leider nicht sooo viel geworden. An dem Abend, an dem ich den vorherigen Blog-Eintrag getippt hatte, wurde für den gesamten Osten und Nordosten Islands eine Sturmwarnung rausgegeben. Das hieß dann für zwei Tage waagerechter Regen und ein Wind, bei dem ich kaum das Auto auf der Straße halten konnte. Da hab ich einen Tag ’nen Faulen gemacht, um dem Wetter etwas Zeit zu lassen. Ich bin dann am nächsten Morgen doch weitergerollt und hab nur ein paar kurze Blicke in diverse Schlamm-Blubber-Löcher und einen ehemaligen Explosionskrater geworfen. Das ist jetzt aber nicht so zwingend in Bildform vorzeigewürdig – zumindest nicht aus der Knippse.
    Aber mittlerweile ist das Wetter seit einigen Tagen wieder super, und ich hab prächtiges Fotolicht, wie man den Bildern ja teilweise ansieht.

    Bei der Gelegenheit soll ich auch noch „Grüße an die Heimat“ ausrichten… Die Besitzer des Restaurants Margret (eine Nienburgerin und ein Gifhorner) grüßen „ihr Niedersachsen“ (man beachte die zweite Flagge rechts im Hintergrund!).



    Ok … „Versprechen“ eingelöst. Dafür bekam ich dann aber auch endlich mein leckeres Wurschtbrot! 😉

    Skurriles konnte ich akustisch(!) auch bei einer meiner letzten Übernachtungen erleben. In einem Ho(s)tel ganz oben im Nordosten war zu später Stunde leider nicht zu überhören, wie der etwas kaputt aussehende Australier (ich war ihm vorher noch auf dem Gang begegnet) im Nebenzimmer in regelmäßigen Abständen mit schrillster Stimme „Hit me, you fuck!“ und andere Stilblüten quiekte. 😀 Ich dachte echt, ich wäre im falschen Film. „Un“glücklicherweise hab ich von den genaueren Umständen keinen Fotobeleg. Aber man kann sich ja (ganz nach eigener Phantasie) sehr bildhaft ausmalen, welche Nummer da wohl abgelaufen sein dürfte. Oh Gott! Must erase memory banks… 😉

    Zum ersten Mal sind die Ausläufer des Vatnajökull(-Gletschers) am Horizont aufgetaucht. Damit bin ich an der Südküste angekommen. Was ich mit und auf dem ewigen Eis so anstelle bzw. angestellt habe, dazu gibt’s später vielleicht mehr.


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    • Der Holgi
      Das sind funginus via publica ;-D und nicht essbar ...

  • Es gibt Eis, Baby!


    So schnell kann’s gehen. Manche von Euch werden kaum den letzten Eintrag gelesen haben. Da komme ich schon mit dem versprochenen Nachschlag, was ich denn nun auf dem ewigen Eis so veranstaltet habe.

    Die gefühlten Temperaturen liegen hier am Vatnajökull zwischen sehr angenehmen 20 Grad bei Sonnenschein und rund um den Gefrierpunkt, sobald man sich mal nur länger als 5 Minuten im Schatten aufhält. Aber so ist das nunmal in unmittelbarer Nachbarschaft des größten Gletschers Europas. 🙂

    Bevor ich den Gletscher selber aus nächster Nähe sehen konnte, lag noch eine Gletscherlagune am Wegesrand: der Jökulsárlon.



    Aber dann war das eigentliche Highlight des Tages dran. Passend eingekleidet (die Spannung steigt) …



    … ging es per Skidoo Schneemobil direkt bis auf den Hauptgletscher. 🙂 Mann, gehen die Dinger ab.



    Hat Riesenspaß gemacht, auch wenn wir immer schön dem Anführer hinterher in der Spur bleiben mußten. Wenn man sich aber auch mal die hunderte Meter tiefen Gletscherspalten aus der Nähe angesehen hat, war zumindest ich ganz froh darüber, daß ich wußte, wo ich bedenkenlos langheizen konnte. 😉



    Diese unendlich groß erscheinenden Eisflächen sehen echt beeindruckend aus. Dazu strahlend blauer Himmel. Mit Blick in Richtung Gipfel das Vatnajökull und umgeben von dieser weißen Leere, fühlt man sich ein bißchen wie bei der Besteigung des Mount Everest. 😉 Aber fröhliches Loswandern sollte man tunlichst vermeiden, weil … siehe Gletscherspalten. Wenn die dann auch noch mit Neuschnee gefüllt und nur noch für erfahrene Alpinisten erkennbar sind, dann ist der nächste Schritt der letzte! Also wunderschön, aber auch brandgefährlich.

    Mmh, ich atme gerade tief ein und hab noch den Benzinduft der Skidoos in der Nase. Naja, wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis der sich von den Klamotten gelöst hat. 🙂


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    • Dörte Noack
      Auf dem Gruppenbild seht Ihr irgendwie aus wie ne Space-Shuttle-Besatzung, die kurz davor ist ins All zu fliegen... :-) Der…

  • Boltzfurt


    Ich befinde mich sozusagen wieder auf dem Rückweg nach Reykjavík. Die Zielgerade wird mit jedem Tag kürzer. Nichtsdestotrotz sind noch einige interessante Orte auf diesem Weg, die ich noch sehen kann. Vorhin hab ich mich sehr, sehr spontan entschieden, die Fähre zur Insel Heimaey zu nehmen, ein paar Kilometer vor der Südküste Islands in der Inselgruppe der Vestmannaeyjar. Mein Touri-Buch versprach eigentlich eine Überfahrt von mindestens 3 grauenvollen Stunden auf offener See. Gemeint war jedoch noch eine alte Verbindung von einem der Häfen südlich von Reykjavík aus. Am Wegesrand tauchte ein Wegweiser zu einem nagelneuen Fährhafen in Landeyjahöfn auf, von dem die Fahrt nur knapp eine halbe Stunde dauerte. Puhh, genau mein Ding. 😉

    Das alles befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe des berüchtigten Eyjafjallajökull. Kann gar nicht glauben, daß mir das Wort schon ohne Stocken in die Tastatur fließt. 😉 Ihr wisst schon – der mit der Aschewolke. Nun, viel sehen kann man von dem Bösewicht nicht. Denn wenn man sich nicht gerade auf den Gletscher selbst oder zumindest direkt an seinen Rand begibt, kann man da nicht viel erkennen.

    Also hab ich mich etwas näher „herangewagt“ und bin in das Þórsmörk-Tal gefahren. Dort warten aber auf den ambitionierten Autofahrer ganz andere Herausforderungen: Fluß-Durchquerungen! Die sind nicht ganz unkritisch, selbst mit geländetauglichen Autos, auch wenn es mit Letzteren gehen sollte, wenn der Fluß nicht gerade Rhein-Tiefe hat. Allerdings steht keine einzige Versicherung für Schäden ein, die an einem Mietwagen bei solchen Aktionen entstehen. Dieses Sprüchlein bekommt man auch von JEDEM Autoverleiher in Island zusammen mit einem Bild von einem abgetauchten Jeep ungefragt mit auf den Weg.
    Na die ersten paar Rinnsale waren wirklich kein Problem. Aber nach Nummer 7 und 8 wurde es schon anspruchsvoller. Da mußte ich auch mal gegen die Strömung anlenken. Und schließlich kam mein großer Moment. Als ich erfolgreich durch diese heftige Brühe durch war, konnte ich gar nicht anders, als anhalten und mein Erfolgserlebnis in einem Bild festhalten. 🙂



    Wehe es sagt einer „Bächlein“! 😉 Witzigerweise hatte ich unmittelbar nach dieser Durchquerung tatsächlich das irrationale Gefühl nasser Füße… Mag auch Angstschweiß gewesen sein. 😉

    Aber wie ich da gerade so stand und überlegte, ob man diese Stelle des tückischen Stroms nicht angemessen benennen sollte (siehe Beitragstitel!) ;), kam doch tatsächlich so eine Monstrosität von Offroad-Truck und bretterte durch die Furt, ohne zu zögern oder auch nur mit dem Scheinwerfer zu zucken. Es war fast, als hörte man Fahrer und Auto verächtlich lachen. Da mußte ich meinem kleinen Geländewürfel aber ganz lieb zureden und ihm sagen, daß er auch so stark wird, wenn er erstmal groß ist. 😉 Hey, das Ding hatte Räder, da war jedes einzelne alleine so groß wie mein ganzes Auto. Hmpf!

    Beim nächsten Fluß hätte ich allerdings auch sowas gebraucht. Das war dann nix mehr für meine Mutter ihren Sohn. Zu tief, zu breit, zu reißend.



    Hab ich lieber sein lassen. Machte aber nix. Den für mich realistisch erreichbaren Teil des Tales hatte ich ja gesehen, und somit konnte ich auch umkehren. Leider hatte sich mein Auto die erniedrigende Begegnung mit dem Monster-Truck an ebenjener Stelle wohl etwas zu sehr zu Herzen genommen. Dazu kam auch noch, daß hinter mir ein weiterer Fahrer anrückte, der nicht warten wollte, bis ich die Suppe durchquert hatte und direkt nach mir eintauchte. Nun kam meine Büchse doch tatsächlich mittendrin im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich ins Schwimmen, was meinen Hintermann dazu „zwang“, mich im Fluß(!) zu überholen, um nicht selbst darin stehenbleiben zu müssen. Für solche Vollpfosten sollten da Schilder aufgestellt werden: Pro Fluß nur ein Fahrzeug. 😉 Naja, ich bekam dann trotz Extra-Überhol-Flutwelle (oder vielleicht gerade deshalb) doch noch brauchbaren Boden unter die Räder und hab’s problemlos an’s Ufer geschafft. Hmm, seither geht allerdings mein Autoradio nicht mehr. Keine Ahnung, ob da ein Zusammenhang besteht. Vielleicht muß ich ja auch nur wiedermal Kurs auf eine der üblichen unasphaltierten Holperpisten nehmen, und das Ding geht wieder… 😉 Egal, allzu lange werd ich den Würfel eh nicht mehr fahren.

    Schonmal 1500 Jahre altes Eis genascht? Der Inhalt meines Kühlschranks kommt da nicht ganz ran. Auf dem Jökulsárlon, der schonmal erwähnten Gletscherlagune des Vatnajökull, darf man mal dran schlecken. Schmeckt doch tatsächlich wie Wasser… 🙂



    Und richtig drauf auf dem Gletscher bin ich (einen Tag nach der Skidoo-Tour) natürlich trotzdem schon ein zweites Mal gewesen. Auch wenn’s nicht der Eyjafjalla war, sondern wieder der sehr viel größere und damit unvermeidliche Vatnajökull, diesmal von Skaftafell aus. Aber so mit Steigeisen und Picke loszuziehen, hatte schon was. Das sah John aus England auch so. 🙂



    Genug gebloggt für heute. Bestimmt melde ich mich nochmal aus Reykjavík. Bis denne!


  • 3 Comments - Latest By:
    • Ingo
      Moin Kleiner. Bin gerade mal am reinschaun. Spannende Tour! Frohes Schwimmen noch! ;-)
    • Marco
      Genau, Waschstraße! Und die heißt "Isländischer Septemberregen". ;) Ich würde eher sagen, vorteilhaft geschossenes Bild. Von hinten sieht die…

  • Herr des Rings


    Nach knapp 6000 km hat sich der Kreis geschlossen. Ich habe den Ring Road nebst vieler, vieler Abzweigungen und Verästelungen gemeistert und bin wieder in Reykjavík. 🙂

    Und weil’s schonmal so schön war, will ich auch zum Schluß mit Euch wieder „Interaktiver Blog“ spielen. Mal sehen, wer in den Nachrichten oder im Geschichtsunterricht gut aufgepasst hat. Wann und bei welchem weltpolitischen Ereignis spielte folgende unscheinbare Hütte hier in Reykjavík eine bedeutende Rolle, und wer war daran beteiligt?



    Es bleiben mir noch 2 Tage in Island, und ich werde (abgesehen von ein oder zwei kleineren „Will-ich-noch-sehen“s) weitestgehend nur die Füße hochlegen. Der Urlaub kann also beginnen! 😉 Nein, Quatsch – es war zwar (wie immer auf meinen Roadtrips) manchmal auch etwas anstrengend, aber ich hatte 4 spannende Wochen, in denen ich viel gesehen, erlebt, fotografiert und eine sehr angenehme Gastfreundschaft genossen habe. Hab mich stellvertretend auch schon revanchiert und in Hveragerði einem Isländer geholfen, sein leergefahrenes oder vielleicht auch defektes Auto zur nächsten Tankstelle zu schieben. 🙂

    Die Jahreszeit hat mich auf dieser Reise allerdings des öfteren nicht allein wettermäßig vor Herausforderungen gestellt. Im Einklang mit der beginnenden Nebensaison scheint in vielen Gegenden jegliches öffentliche Leben „heruntergefahren“ zu werden. Oder wie es ein Einheimischer mir gegenüber formulierte – ab Mitte September hätte man das Gefühl, die ließen keinen mehr ins Land rein. 😉

    Dies hat zur Folge, daß man oftmals nach 20 Uhr nirgendwo mehr einen Happen Essen bekommt (auch kein Fastfood oder Kekse von der Tanke) und viele Touranbieter, Restaurants oder Hotels einfach in Winterschlaf gehen. Damit kann man sich natürlich arrangieren. Ist aber nicht immer einfach.

    Ein großer Vorteil der Winterzeit ist jedoch, daß sich selbst in der Umgebung von Reykjavík die Horden von Bustouristen 😉 auf den üblichen Schauplätzen in Grenzen halten – auch wenn sie mit Annäherung zurück an die Hauptstadt im Vergleich zum Rest des Landes trotzdem spürbar zahlreicher werden.

    Aber auch in den abgelegeneren Gegenden wird es nicht so schnell einsam. Ich habe in den zurückliegenden Wochen Reisebekanntschaften aus allen erdenklichen Ländern gemacht.
    Und selbst das ist möglich. Die mitlesenden Bosch-Kollegen wird es interessieren. Am Sonntag lief mir am Gullfoss-Wasserfall ein Ex-Hildesheimer über den Weg: Daniel Withopf, quasi auf der Weiterreise zu einer Hochzeit in den USA. Die Welt ist ein Dorf. 🙂

    Nun denn, es bleiben mir abschließende Erkenntnisse ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Ernsthaftigkeit. 😉
    Der Eyjafjallajökull ist so aschefrei wie die hiesigen Banken. Isländische Namen kann man sich nur maximal 10 Sekunden merken. Satellitenschüsseln sind in dieser Ecke der Welt nach unten anstatt nach oben gerichtet (na logo!!). Asphaltierte Straßen sind ein Segen für Nerven, Rücken und die Elektrik des Autos. Meine Seekrankheit hält sich erwiesener- und erprobtermaßen in der körperlichen Horizontalen in halbwegs erträglichen Grenzen. Isländer fahren in großer Anzahl mit mindestens einem kaputten Scheinwerfer – ich seit 2 Tagen auch, bin also schon gut angepasst. 🙂 Und durch einen Explosionskrater zu laufen, ist selbst bei offiziell noch aktiven Vulkanen keine große Nummer.



    Wir sehen uns! 🙂


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    • Marco
      Absolut korrekt!! :) Da ist Google ... ähm, also, da ist Lulu nichts weiter hinzuzufügen. ;) Außer vielleicht, daß dem…
    • Lulu
      Das ist Höfði :) Hier trafen sich die gewissen Herrn Ronald Reagan und Michail Gorbatschow für ein…