• Reykjav├şk


    The Return of the Blog. ­čÖé

    Trotz einiger Unentschlossenheit hab ich mich nun also doch aufgerafft, f├╝r diesen Urlaubstrip durch Island einen Blog zu schreiben. Macht ja letztlich auch nicht mehr Arbeit, als einmal pro Woche oder so eine Massenmail zu tippen.

    Seit Freitagnacht bin ich in Reykjav├şk, oder einfach nur RVK, wie ich hier schon auf den ├╝blichen T-Shirts im Souvenir-Shop gelesen habe. Puristen m├Âgen mir verzeihen, da├č ich bei Ortsnamen und ihren islandeigenen Lauten vielleicht und gelegentlich etwas weniger akkurat sein werde. Ich bem├╝h mich aber. Hauptsache niemand verlangt von mir die hundertpro richtige Aussprache …

    Der erste Tag war leider etwas verpieselt, was ja f├╝r das Land nicht ganz so selten ist. Von daher hab ich mich erstmal nur in Museen und Ausstellungen herumgetrieben. Erst am Abend kam dann tats├Ąchlich f├╝r ca. eine Stunde die Sonne raus. Man hat ja aber nun nicht immer gleich das passende Motiv dazu parat. Mach was … ­čśë

    „Die Kanonen von Navarone“ … oder was man daf├╝r halten k├Ânnte – gibt’s zu bestaunen an der Orgel des monumentalen Kirchenbauwerks Hallgr├şmskirkja.



    Vom Turm dieser Kirche hat man auch einen sehr schicken Blick auf die Stadt, die ├╝brigens, trotzdem sie Hauptstadt und damit auch gr├Â├čte „Metropole“ Islands ist, doch eher sehr ├╝bersichtlich und gem├╝tlich bleibt.



    An einem Wochenende schallt es einem in RVK aus jeder Bar und an jeder Stra├čenecke musikalisch entgegen. Diese Jungs hier hatten das gesamte Repertoire von Django Reinhardt bis Wolfgang Petry drauf.



    Isl├Ąnder sind nat├╝rlich ganz stolz auf ihre Abstammung vom gro├čen Erik. Aber wer h├Ątte gedacht, da├č eine uns allen nur allzu bekannte Politikerin ebenfalls ihre Wurzeln hier hat und ihre Vorfahren sogar in Puppenform ausgestellt sind. Ich hab schon immer gewu├čt, da├č die Merkel was mit den Wikingern zu tun hat. ­čÖé (Gesehen im Saga Museum)



    So, na dann w├╝nscht mir mal f├╝r die n├Ąchsten Tage und Wochen best├Ąndigeres Wetter und somit besseres Licht f├╝rs Fotografieren. Aber nach nur einem Tag Grau-in-Grau mache ich mir da noch keine Sorgen. Ich melde mich in unregelm├Ą├čigen Abst├Ąnden und wenn ich was spannendes zu erz├Ąhlen habe.


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    • Silvia Ochlast
      Hey Marco! Du hast Merkel gefunden, wie cool :) Ich w├╝nsche mir ├╝brigens ein Photo aus Island! Das…

  • Die Westfjords


    Jemand von Euch mu├č mir ganz dolle gutes Wetter gew├╝nscht haben. Vielen Dank daf├╝r. Das hat funktioniert! ­čÖé Seitdem ich mich in der nordwestlichsten Ecke Europas aufhalte, hat der Dauerregen aufgeh├Ârt. Und die Wolkendecke hat immer wieder erfreulich viele L├Âcher, durch die viel Sonne durchkommt. Ich werde hier aber trotzdem weiterhin nur kleine Schnappsch├╝sse posten und noch nicht die „gro├čen“ Bilder. Letztere will ich noch nicht ohne intensive Sichtung „zur Begutachtung“ freigeben.
    (Nachsatz: Mittlerweile ist auch die Galerie mit den hochwertigen Aufnahmen online. Einfach klicken auf www.boltz-online.com und dort auf den Link „Fotografie“ und „Island 2010“.)

    Im Moment befinde ich mich in ├×ingeyri (gesprochen wie mit englischem „Th“: Thingeyri), einem kleinen 200-Seelen-Dorf in den Westfjords – wobei 200 Einwohner hier schon eine regelrechte Megacity darstellen. In mancher Gemeinde, die auch auf der Karte als solche eingetragen ist, wohnen manchmal auch nur 2 Leute. Orte wie der geografisch westlichste Punkt des europ├Ąischen Kontinents – die Klippe hei├čt L├ítrabjarg – passen zum Beispiel in diese Kategorie. Nach 1 Stunde Fahrt ├╝ber die fieseste Schotterpiste w├Ąhnt man sich am Ende der Welt (respektive Europas) und erwartet den obligatorischen, einsamen Leuchtturm. Und dann wohnen dort doch tats├Ąchlich noch Menschen.

    Aber egal. In L├ítrabjarg hat man mit dem Z├Ąhlen von Schafen mehr zu tun… Oder mit dem Schie├čen der ├╝blichen Steilklippen-Bilder! ­čśë (Das sind ca. 450 m H├Âhe.)


    Ein bi├čchen gem├╝tlicher hab ich’s vorhin angehen lassen. Ein paar Fjorde weiter, am Svalvogar, ist zwar keine geografische Besonderheit zu verzeichnen. Ruhe zum Seele-baumeln-lassen ist aber genug.


    In den Vorbereitungen f├╝r diesen Urlaub hatte ich ├Âfters mal ├╝ber die ungew├Âhnlich hohen Kosten f├╝r den Mietwagen gesprochen. Einer von Euch hatte mir daraufhin den Tipp gegeben, (beim n├Ąchsten Mal) doch einfach mit dem eigenen Auto per Schiff vergleichweise preiswert nach Island ├╝berzusetzen, um somit Wagenmiete und Flug zu sparen. Nach einer Woche auf Island f├╝hlt es sich ganz gut an, dies nicht gemacht zu haben. Ich meine, ich hab ja so manchen Kilometer unasphaltierter Stra├če auf der ganzen Welt schon hinter mich gebracht, egal ob Outback, W├╝ste oder Feldweg. Aber in Island mu├č ich feststellen, da├č das der Normalzustand ist. Die Reparaturkosten f├╝r mein eigenes Auto h├Ątte ich mit der Leihwagengeb├╝hr locker ausgeglichen. ­čśë

    Und so sieht’s aus, sobald man au├čerhalb von Reykjav├şk die (eine) Hauptverkehrsader verl├Ąsst.


    Es lebe der Allradantrieb und die hohe Radaufh├Ąngung. Da ist mein kleiner Gel├Ąndew├╝rfel echt Gold wert. Vielleicht bilde ich es mir ja nur ein. Aber nach der R├╝ckkehr von Svalvogar ├╝ber eine der besagten „Stra├čen“ hat er fast schon ein bi├čchen stolz ausgesehen… ­čśë


    Trotz der abenteuerlichen Stra├čenzust├Ąnde wird allerdings auch in der abgelegensten Mondlandschaft auf die richtige Verkehrsf├╝hrung geachtet! ­čÖé


    Morgen geht’s weiter entlang der Fjords. Ich mach jetzt gleich „Feierabend“. Die Kneipe hier ist bis auf meine Wenigkeit v├Âllig leer. Die machen mit mir hier gerade ihren Wochenumsatz. ­čśë Klar, in der Nebensaison ist halt kaum was los.

    Bis sp├Ąter!


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    • Ingo
      Sehr coole Fotos! Gerade mal alles gelesen und geguckt! :-)
    • Marco
      Kommt eigentlich eher darauf an, wieviele Fotomotive mich unterwegs so angrinsen. ;) Auf so einer ganz schlimmen Holperpiste sollte man…

  • Kratzen am Polarkreis


    Die Westfjords hab ich hinter mir gelassen. Jetzt bin ich entlang der Nordk├╝ste best├Ąndig auf dem Weg gen Osten. Obwohl – so sehr best├Ąndig ist das gar nicht. Wer sich den Verlauf der K├╝ste mal bei Google Earth ansieht, wird bemerken, da├č das ein st├Ąndiges Auf und Ab entlang diverser Fjorde ist. Das macht es aber nur umso interessanter, weil man auf die Art auch auf – zumindest f├╝r eine Gegend voller Schotterpisten! – abenteuerliche Stra├čenkonstruktionen trifft, hier allerdings noch in den Westfjords. Wo die Tunnel mitten im Berg Kreuzungen haben:



    In den meisten Reisef├╝hrern ├╝ber touristisch interessante L├Ąnder und Gegenden liest man ├Âfters von der Gastfreundschaft der Menschen. Naja – halt das ├╝bliche Reiseb├╝ro-Verkaufs-Blabla. Aber die Isl├Ąnder haben tats├Ąchlich eine ganz eigene Art, mit ihren Besuchern umzugehen, die mir bisher auf allen anderen Trips noch nicht begegnet ist. Einmal hat ein Hotelbesitzer auf meine Bitte hin seinen Hotelier-Kumpel aus dem Nachbardorf ├╝berredet, meinen dort bereits get├Ątigten Check-In zu annullieren, damit ich gleich da bleiben konnte und die verbleibenden Kilometer nicht bei heftigstem Regen und im Dunkeln auf unbefestigter Stra├če (entlang einer Steilk├╝ste) fahren mu├čte. Ich glaube, die beiden haben sich dann untereinander auf einen Ausgleich in Bierform geeinigt. ­čÖé
    Und ein anderes Mal klopfte ich an einem vermeintlichen Restaurant, das sich jedoch nach bedauernder Auskunft der Bewohnerin als Privathaus entpuppte – schon seit mehr als 3 Jahren. Aber zum Abendessen hat sie mich dann doch sehr ├╝berzeugt und ├╝berzeugend hineingebeten … um nicht zu sagen gen├Âtigt: „Ach, bevor Sie jetzt erst sonstwo was suchen m├╝ssen!“ Und somit hab ich mit der ganzen Familie gespeist – kostenlos obendrein, versteht sich. ­čÖé

    Dann wurde ich in der N├Ąhe des Dorfes H├│lar Augenzeuge der ber├╝hmten und beliebten Schafabtrieb, bei der am Ende des Sommers ALLE Schafe der Umgebung von den Bergh├Ąngen zusammengetrieben werden. Es ist dann f├╝r die Bewohner der Gegend (besonders f├╝r die Kinder) ein gro├čes Ereignis, wenn in fast schon einer Art Zeremonie die Tiere anhand ihrer Markierungen in extra daf├╝r vorgesehenen sternf├Ârmigen Gehegen den einzelnen Besitzern zugeordnet werden. Hat was von Roulette. ­čÖé Das wird ├╝brigens so auch mit Islandponys gemacht. … ganz ruhig durchatmen, Silvia! ­čśë
    Naja, besonders fotogen war’s zwar nicht. Daf├╝r bin ich w├Ąhrend der eigentlichen Abtrieb f├╝r ca. eine halbe Stunde mit dem Auto in der ganzen Schafherde h├Ąngengeblieben. Genug Zeit, um zu bestaunen, wie immer ganz knapp vor meiner Sto├čstange der eifrigste aller Sch├Ąfer sich richtig ins Zeug legte. Ohne R├╝cksicht auf Verluste – f├╝r die Schafe! ­čśë



    Heute d├╝rfte mein erster kleiner Sonnenbrand f├Ąllig gewesen sein. Auch wenn ich, wie der Blog-Titel andeutet, m├Ąchtig nah am Polarkreis bin, hat heute den ganzen Tag die Sonne geheizt. Von meiner Wanderung auf der Insel Hr├şsey im Eyjafj├Âr├░ur d├╝rfte sp├Ątestens morgen fr├╝h ordentlich Gesichtsfarbe ├╝brig sein.



    Da├č es bisher doch nicht wirklich der Polarkreis geworden ist (und vermutlich auch nicht mehr werden wird – den gibt’s hier n├Ąmlich nicht auf dem Festland), ist der Tatsache geschuldet, da├č ich mir keine 3 Stunden F├Ąhr├╝berfahrt auf offener Arktischer See bis zur Insel Gr├şmsey antun wollte (da geht der Polarkreis hindurch). Alle die mich kennen und mich sowas schonmal erlebt haben sehen bzw. denen ich es sehr bildlich beschrieben habe, werden wissen, wieso nicht… ­čśë Aber die erw├Ąhnte kleine Fjord-Insel tat es auch.

    Seit heute bin ich am Lake M├Żvatn, dem M├╝ckensee. Gl├╝cklicherweise verdankt der seinen Namen ausschlie├člich den Zust├Ąnden im Sommer… ­čśë Aber ansonsten ist er auch eher ber├╝hmt f├╝r seine starke vulkanische Aktivit├Ąt. Davon werd ich aber erst sp├Ąter genaueres erz├Ąhlen k├Ânnen. Bisher wei├č ich von den Wanderwegen rund um Krater und ├╝ber Lavafelder nur aus dem Reisef├╝hrer. ­čÖé
    Ich kenne aber schon ein sehr originelles Restaurant, bei dem man (gl├╝cklicherweise vom Geruch durch eine Glasscheibe getrennt) direkten Blickkontakt mit den gemolkenen K├╝hen halten kann. Man sieht, was man isst. ­čśë Das mit dem Steak war mir bei dem Anblick dann aber doch etwas zu viel.



    Als organisches Dessert aus hauseigener Produktion g├Ânnte ich mir allerdings das erste Vollkorn-Eis meines Lebens. Zumindest schmeckte es so. Es waren kleine St├╝ckchen sogenanntes Geysir-Brot (22 Stunden mit Erdw├Ąrme gebacken) untergemischt. Echt lecker! In diesem Sinne – Mahlzeit!

    PS: Wer sich fragt, von welcher „Blauen Lagune“ D├Ârte in ihrem Kommentar zum vorherigen Blog-Eintrag spricht… Klaro, war der Boltzi da auch drin. ­čÖé Lufttemperatur um die Null, Wassertemperatur bei ca. 40 Grad Celsius. Und das alles bei bl├Ąulich-milchigem Beckeninhalt, Vulkankulisse und einem k├╝hlen Bierchen von der Lagunen-Bar.


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    • Der Holgi
      Hi Marco, versteh ich nicht...., so ein bi├čchen "Landluft" soll doch eigentlich Appetit-anregend sein und wie hei├čt…

  • Der Osten


    … ist m├Ąchtig weit und m├Ąchtig leer. ­čÖé Zumindest der in Island. Dachte ich noch, die Westfjords seien schon einmalig abgeschieden, so wurde ich hier an der Ostk├╝ste eines Besseren belehrt. Aber das macht diese Region auf keinen Fall weniger sch├Ân, im Gegenteil. Hohe Berge, schneebedeckte Gipfel, und manche Zufahrtstra├če zu DEM einen Dorf bei den Sieben Zwergen war zu fr├╝heren Zeiten so gef├Ąhrlich, da├č man besser ein paar Sto├čgebete losschickte, bevor man seinen Pferdekarren an den Steilklippen vorbeischleuste. Das Kreuz kurz vor der entscheidenden Kurve nach Bakkager├░i soll einen nochmal dran erinnern. Latein-Bewanderte k├Ânnen ja mal die ├ťbersetzung rausposaunen – so man es denn lesen kann. (Aufs Bild klicken hilft, die Schrift zu erkennen. Das Foto ist etwas gr├Â├čer als hier eingeh├Ąngt!)



    Im gleichen Dorf hat man auch Vorliebe f├╝r Haus-Haarwuchs. Das Ding ist sogar in diversen Reisef├╝hrern aufgef├╝hrt. Allerdings ist nicht mehr drin, als von drau├čen draufzugucken. Es ist ein Privathaus und wird auch als solches genutzt.



    Merkw├╝rdige Sachen wachsen in Island scheinbar auch immer mal am Stra├čenrand. Unter Abgasen und Bremsabrieb gedeiht es sich offenbar pr├Ąchtig. Denn diese Pilz-Dinger sind mir an ├Ąhnlicher Stelle schon mehr als einmal begegnet.
    Und wieder was zum Mitmachen: Wei├č einer, wie die Teile hei├čen? Ich n├Ąmlich nicht! Der Kommentar „Asphaltpilze“ kostet den jeweiligen Verfasser einen Sechser Bier…! ­čśë



    So, und jetzt erneut was aus der Kategorie „Tunnel, durch die ich schon immer mal fahren wollte“. ­čśë Einspurig, mit einem Ampelsystem, das eigentlich nur permanent blinkend darauf hinweist, das einem auf dem folgenden knappen Kilometer (inkl. nicht einsehbarem Tunnel-Ende) m├Âglicherweise Gegenverkehr begegnen kann … oder auch nicht. Und es kam, wie es kommen mu├čte (so „weit und leer“ ist’s dann halt doch nicht). Da meine Richtung in der Spur keinen Vorrang hatte, mu├čte der Boltzi mitten im Tunnel den R├╝ckw├Ąrtsgang einlegen. ­čÖé Beim zweiten Anlauf hat’s dann aber geklappt.



    Aus den angek├╝ndigten, ausschweifenden Wanderungen ├╝ber die Lavafelder und rund um die Vulkankrater am Lake M├Żvatn ist leider nicht sooo viel geworden. An dem Abend, an dem ich den vorherigen Blog-Eintrag getippt hatte, wurde f├╝r den gesamten Osten und Nordosten Islands eine Sturmwarnung rausgegeben. Das hie├č dann f├╝r zwei Tage waagerechter Regen und ein Wind, bei dem ich kaum das Auto auf der Stra├če halten konnte. Da hab ich einen Tag ’nen Faulen gemacht, um dem Wetter etwas Zeit zu lassen. Ich bin dann am n├Ąchsten Morgen doch weitergerollt und hab nur ein paar kurze Blicke in diverse Schlamm-Blubber-L├Âcher und einen ehemaligen Explosionskrater geworfen. Das ist jetzt aber nicht so zwingend in Bildform vorzeigew├╝rdig – zumindest nicht aus der Knippse.
    Aber mittlerweile ist das Wetter seit einigen Tagen wieder super, und ich hab pr├Ąchtiges Fotolicht, wie man den Bildern ja teilweise ansieht.

    Bei der Gelegenheit soll ich auch noch „Gr├╝├če an die Heimat“ ausrichten… Die Besitzer des Restaurants Margret (eine Nienburgerin und ein Gifhorner) gr├╝├čen „ihr Niedersachsen“ (man beachte die zweite Flagge rechts im Hintergrund!).



    Ok … „Versprechen“ eingel├Âst. Daf├╝r bekam ich dann aber auch endlich mein leckeres Wurschtbrot! ­čśë

    Skurriles konnte ich akustisch(!) auch bei einer meiner letzten ├ťbernachtungen erleben. In einem Ho(s)tel ganz oben im Nordosten war zu sp├Ąter Stunde leider nicht zu ├╝berh├Âren, wie der etwas kaputt aussehende Australier (ich war ihm vorher noch auf dem Gang begegnet) im Nebenzimmer in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden mit schrillster Stimme „Hit me, you fuck!“ und andere Stilbl├╝ten quiekte. ­čśÇ Ich dachte echt, ich w├Ąre im falschen Film. „Un“gl├╝cklicherweise hab ich von den genaueren Umst├Ąnden keinen Fotobeleg. Aber man kann sich ja (ganz nach eigener Phantasie) sehr bildhaft ausmalen, welche Nummer da wohl abgelaufen sein d├╝rfte. Oh Gott! Must erase memory banks… ­čśë

    Zum ersten Mal sind die Ausl├Ąufer des Vatnaj├Âkull(-Gletschers) am Horizont aufgetaucht. Damit bin ich an der S├╝dk├╝ste angekommen. Was ich mit und auf dem ewigen Eis so anstelle bzw. angestellt habe, dazu gibt’s sp├Ąter vielleicht mehr.


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    • Der Holgi
      Das sind funginus via publica ;-D und nicht essbar ...

  • Es gibt Eis, Baby!


    So schnell kann’s gehen. Manche von Euch werden kaum den letzten Eintrag gelesen haben. Da komme ich schon mit dem versprochenen Nachschlag, was ich denn nun auf dem ewigen Eis so veranstaltet habe.

    Die gef├╝hlten Temperaturen liegen hier am Vatnaj├Âkull zwischen sehr angenehmen 20 Grad bei Sonnenschein und rund um den Gefrierpunkt, sobald man sich mal nur l├Ąnger als 5 Minuten im Schatten aufh├Ąlt. Aber so ist das nunmal in unmittelbarer Nachbarschaft des gr├Â├čten Gletschers Europas. ­čÖé

    Bevor ich den Gletscher selber aus n├Ąchster N├Ąhe sehen konnte, lag noch eine Gletscherlagune am Wegesrand: der J├Âkuls├írlon.



    Aber dann war das eigentliche Highlight des Tages dran. Passend eingekleidet (die Spannung steigt) …



    … ging es per Skidoo Schneemobil direkt bis auf den Hauptgletscher. ­čÖé Mann, gehen die Dinger ab!



    Hat Riesenspa├č gemacht, auch wenn wir immer sch├Ân dem Anf├╝hrer hinterher in der Spur bleiben mu├čten. Wenn man sich aber auch mal die hunderte Meter tiefen Gletscherspalten aus der N├Ąhe angesehen hat, war zumindest ich ganz froh dar├╝ber, da├č ich wu├čte, wo ich bedenkenlos langheizen konnte. ­čśë



    Diese unendlich gro├č erscheinenden Eisfl├Ąchen sehen echt beeindruckend aus. Dazu strahlend blauer Himmel. Mit Blick in Richtung Gipfel das Vatnaj├Âkull und umgeben von dieser wei├čen Leere, f├╝hlt man sich ein bi├čchen wie bei der Besteigung des Mount Everest. ­čśë Aber fr├Âhliches Loswandern sollte man tunlichst vermeiden, weil … siehe Gletscherspalten. Wenn die dann auch noch mit Neuschnee gef├╝llt und nur noch f├╝r erfahrene Alpinisten erkennbar sind, dann ist der n├Ąchste Schritt der letzte! Also wundersch├Ân, aber auch brandgef├Ąhrlich.

    Hmm, ich atme gerade tief ein und hab noch den Benzinduft der Skidoos in der Nase. Naja, wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis der sich von den Klamotten gel├Âst hat. ­čÖé


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    • D├Ârte Noack
      Auf dem Gruppenbild seht Ihr irgendwie aus wie ne Space-Shuttle-Besatzung, die kurz davor ist ins All zu fliegen... :-) Der…

  • Boltzfurt


    Ich befinde mich sozusagen wieder auf dem R├╝ckweg nach Reykjav├şk. Die Zielgerade wird mit jedem Tag k├╝rzer. Nichtsdestotrotz sind noch einige interessante Orte auf diesem Weg, die ich noch sehen kann. Vorhin hab ich mich sehr, sehr spontan entschieden, die F├Ąhre zur Insel Heimaey zu nehmen, ein paar Kilometer vor der S├╝dk├╝ste Islands in der Inselgruppe der Vestmannaeyjar. Mein Touri-Buch versprach eigentlich eine ├ťberfahrt von mindestens 3 grauenvollen Stunden auf offener See. Gemeint war jedoch noch eine alte Verbindung von einem der H├Ąfen s├╝dlich von Reykjav├şk aus. Am Wegesrand tauchte ein Wegweiser zu einem nagelneuen F├Ąhrhafen in Landeyjah├Âfn auf, von dem die Fahrt nur knapp eine halbe Stunde dauerte. Puhh, genau mein Ding. ­čśë

    Das alles befindet sich ├╝brigens in unmittelbarer N├Ąhe des ber├╝chtigten Eyjafjallaj├Âkull. Kann gar nicht glauben, da├č mir das Wort schon ohne Stocken in die Tastatur flie├čt. ­čśë Ihr wisst schon – der mit der Aschewolke. Nun, viel sehen kann man von dem B├Âsewicht nicht. Denn wenn man sich nicht gerade auf den Gletscher selbst oder zumindest direkt an seinen Rand begibt, kann man da nicht viel erkennen.

    Also hab ich mich etwas n├Ąher „herangewagt“ und bin in das ├×├│rsm├Ârk-Tal gefahren. Dort warten aber auf den ambitionierten Autofahrer ganz andere Herausforderungen: Flu├č-Durchquerungen! Die sind nicht ganz unkritisch, selbst mit gel├Ąndetauglichen Autos, auch wenn es mit Letzteren gehen sollte, wenn der Flu├č nicht gerade Rhein-Tiefe hat. Allerdings steht keine einzige Versicherung f├╝r Sch├Ąden ein, die an einem Mietwagen bei solchen Aktionen entstehen. Dieses Spr├╝chlein bekommt man auch von JEDEM Autoverleiher in Island zusammen mit einem Bild von einem abgetauchten Jeep ungefragt mit auf den Weg.
    Na die ersten paar Rinnsale waren wirklich kein Problem. Aber nach Nummer 7 und 8 wurde es schon anspruchsvoller. Da mu├čte ich auch mal gegen die Str├Âmung anlenken. Und schlie├člich kam mein gro├čer Moment. Als ich erfolgreich durch diese heftige Br├╝he durch war, konnte ich gar nicht anders, als anhalten und mein Erfolgserlebnis in einem Bild festhalten. ­čÖé



    Wehe es sagt einer „B├Ąchlein“! ­čśë Witzigerweise hatte ich unmittelbar nach dieser Durchquerung tats├Ąchlich das irrationale Gef├╝hl nasser F├╝├če… Mag auch Angstschwei├č gewesen sein. ­čśë

    Aber wie ich da gerade so stand und ├╝berlegte, ob man diese Stelle des t├╝ckischen Stroms nicht angemessen benennen sollte (siehe Beitragstitel!) ;), kam doch tats├Ąchlich so eine Monstrosit├Ąt von Offroad-Truck und bretterte durch die Furt, ohne zu z├Âgern oder auch nur mit dem Scheinwerfer zu zucken. Es war fast, als h├Ârte man Fahrer und Auto ver├Ąchtlich lachen. Da mu├čte ich meinem kleinen Gel├Ąndew├╝rfel aber ganz lieb zureden und ihm sagen, da├č er auch so stark wird, wenn er erstmal gro├č ist. ­čśë Hey, das Ding hatte R├Ąder, da war jedes einzelne alleine so gro├č wie mein ganzes Auto. Hmpf!

    Beim n├Ąchsten Flu├č h├Ątte ich allerdings auch sowas gebraucht. Das war dann nix mehr f├╝r meine Mutter ihren Sohn. Zu tief, zu breit, zu rei├čend.



    Hab ich lieber sein lassen. Machte aber nix. Den f├╝r mich realistisch erreichbaren Teil des Tales hatte ich ja gesehen, und somit konnte ich auch umkehren. Leider hatte sich mein Auto die erniedrigende Begegnung mit dem Monster-Truck an ebenjener Stelle wohl etwas zu sehr zu Herzen genommen. Dazu kam auch noch, da├č hinter mir ein weiterer Fahrer anr├╝ckte, der nicht warten wollte, bis ich die Suppe durchquert hatte und direkt nach mir eintauchte. Nun kam meine B├╝chse doch tats├Ąchlich mittendrin im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich ins Schwimmen, was meinen Hintermann dazu „zwang“, mich im Flu├č(!) zu ├╝berholen, um nicht selbst darin stehenbleiben zu m├╝ssen. F├╝r solche Vollpfosten sollten da Schilder aufgestellt werden: Pro Flu├č nur ein Fahrzeug. ­čśë Naja, ich bekam dann trotz Extra-├ťberhol-Flutwelle (oder vielleicht gerade deshalb) doch noch brauchbaren Boden unter die R├Ąder und hab’s problemlos an’s Ufer geschafft. Hmm, seither geht allerdings mein Autoradio nicht mehr. Keine Ahnung, ob da ein Zusammenhang besteht. Vielleicht mu├č ich ja auch nur wiedermal Kurs auf eine der ├╝blichen unasphaltierten Holperpisten nehmen, und das Ding geht wieder… ­čśë Egal, allzu lange werd ich den W├╝rfel eh nicht mehr fahren.

    Schonmal 1500 Jahre altes Eis genascht? Der Inhalt meines K├╝hlschranks kommt da nicht ganz ran. Auf dem J├Âkuls├írlon, der schonmal erw├Ąhnten Gletscherlagune des Vatnaj├Âkull, darf man mal dran schlecken. Schmeckt doch tats├Ąchlich wie Wasser… ­čÖé



    Und richtig drauf auf dem Gletscher bin ich (einen Tag nach der Skidoo-Tour) nat├╝rlich trotzdem schon ein zweites Mal gewesen. Auch wenn’s nicht der Eyjafjalla war, sondern wieder der sehr viel gr├Â├čere und damit unvermeidliche Vatnaj├Âkull, diesmal von Skaftafell aus. Aber so mit Steigeisen und Picke loszuziehen, hatte schon was. Das sah John aus England auch so. ­čÖé



    Genug gebloggt f├╝r heute. Bestimmt melde ich mich nochmal aus Reykjav├şk. Bis denne!


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    • Ingo
      Moin Kleiner. Bin gerade mal am reinschaun. Spannende Tour! Frohes Schwimmen noch! ;-)
    • Marco
      Genau, Waschstra├če! Und die hei├čt "Isl├Ąndischer Septemberregen". ;) Ich w├╝rde eher sagen, vorteilhaft geschossenes Bild. Von hinten sieht die…

  • Herr des Rings


    Nach knapp 6000 km hat sich der Kreis geschlossen. Ich habe den Ring Road nebst vieler, vieler Abzweigungen und Ver├Ąstelungen gemeistert und bin wieder in Reykjav├şk. ­čÖé

    Und weil’s schonmal so sch├Ân war, will ich auch zum Schlu├č mit Euch wieder „Interaktiver Blog“ spielen. Mal sehen, wer in den Nachrichten oder im Geschichtsunterricht gut aufgepasst hat. Wann und bei welchem weltpolitischen Ereignis spielte folgende unscheinbare H├╝tte hier in Reykjav├şk eine bedeutende Rolle, und wer war daran beteiligt?



    Es bleiben mir noch 2 Tage in Island, und ich werde (abgesehen von ein oder zwei kleineren „Will-ich-noch-sehen“s) weitestgehend nur die F├╝├če hochlegen. Der Urlaub kann also beginnen! ­čśë Nein, Quatsch – es war zwar (wie immer auf meinen Roadtrips) manchmal auch etwas anstrengend, aber ich hatte 4 spannende Wochen, in denen ich viel gesehen, erlebt, fotografiert und eine sehr angenehme Gastfreundschaft genossen habe. Hab mich stellvertretend auch schon revanchiert und in Hverager├░i einem Isl├Ąnder geholfen, sein leergefahrenes oder vielleicht auch defektes Auto zur n├Ąchsten Tankstelle zu schieben. ­čÖé

    Die Jahreszeit hat mich auf dieser Reise allerdings des ├Âfteren nicht allein wetterm├Ą├čig vor Herausforderungen gestellt. Im Einklang mit der beginnenden Nebensaison scheint in vielen Gegenden jegliches ├Âffentliche Leben „heruntergefahren“ zu werden. Oder wie es ein Einheimischer mir gegen├╝ber formulierte – ab Mitte September h├Ątte man das Gef├╝hl, die lie├čen keinen mehr ins Land rein. ­čśë

    Dies hat zur Folge, da├č man oftmals nach 20 Uhr nirgendwo mehr einen Happen Essen bekommt (auch kein Fastfood oder Kekse von der Tanke) und viele Touranbieter, Restaurants oder Hotels einfach in Winterschlaf gehen. Damit kann man sich nat├╝rlich arrangieren. Ist aber nicht immer einfach.

    Ein gro├čer Vorteil der Winterzeit ist jedoch, da├č sich selbst in der Umgebung von Reykjav├şk die Horden von Bustouristen ­čśë auf den ├╝blichen Schaupl├Ątzen in Grenzen halten – auch wenn sie mit Ann├Ąherung zur├╝ck an die Hauptstadt im Vergleich zum Rest des Landes trotzdem sp├╝rbar zahlreicher werden.

    Aber auch in den abgelegeneren Gegenden wird es nicht so schnell einsam. Ich habe in den zur├╝ckliegenden Wochen Reisebekanntschaften aus allen erdenklichen L├Ąndern gemacht.
    Und selbst das ist m├Âglich. Die mitlesenden Bosch-Kollegen wird es interessieren. Am Sonntag lief mir am Gullfoss-Wasserfall ein Ex-Hildesheimer ├╝ber den Weg: Daniel Withopf, quasi auf der Weiterreise zu einer Hochzeit in den USA. Die Welt ist ein Dorf. ­čÖé

    Nun denn, es bleiben mir abschlie├čende Erkenntnisse ohne Anspruch auf Vollst├Ąndigkeit oder Ernsthaftigkeit. ­čśë
    Der Eyjafjallaj├Âkull ist so aschefrei wie die hiesigen Banken. Isl├Ąndische Namen kann man sich nur maximal 10 Sekunden merken. Satellitensch├╝sseln sind in dieser Ecke der Welt nach unten anstatt nach oben gerichtet (na logo!!). Asphaltierte Stra├čen sind ein Segen f├╝r Nerven, R├╝cken und die Elektrik des Autos. Meine Seekrankheit h├Ąlt sich erwiesener- und erprobterma├čen in der k├Ârperlichen Horizontalen in halbwegs ertr├Ąglichen Grenzen. Isl├Ąnder fahren in gro├čer Anzahl mit mindestens einem kaputten Scheinwerfer – ich seit 2 Tagen auch, bin also schon gut angepasst. ­čÖé Und durch einen Explosionskrater zu laufen, ist selbst bei offiziell noch aktiven Vulkanen keine gro├če Nummer.



    Wir sehen uns! ­čÖé


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    • Marco
      Absolut korrekt!! :) Da ist Google ... ├Ąhm, also, da ist Lulu nichts weiter hinzuzuf├╝gen. ;) Au├čer vielleicht, da├č dem…
    • Lulu
      Das ist H├Âf├░i :) Hier trafen sich die gewissen Herrn Ronald Reagan und Michail Gorbatschow f├╝r ein…