• Discovery


    Da w├Ąr ich nun also im sch├Ânen British Columbia im ├Ąu├čersten Westen Kanadas. Weite Landschaft, unendlich viel Wald, zerkl├╝ftete K├╝sten und ein sehr entspanntes V├Âlkchen kann man hier antreffen.
    Im Moment bin ich allerdings etwas ausgebremst, was aber gar nicht so schlimm ist. Ich sitze n├Ąmlich auf einem 30-Stunden-Boottrip durch die Fjorde n├Ârdlich von Vancouver Island, auf der so genannten Discovery Coast Passage. Genug Zeit, um ein paar Worte zu den letzten Tagen zu verlieren.

    Den ersten Tag hab ich nat├╝rlich erst einmal in Vancouver verbracht. Sehr angenehm unaufgeregtes „St├Ądtchen“ mit viel Gr├╝n und trotzdem sehr viel Gro├čstadtflair. Wie immer verschaffte ich mir auch hier vom h├Âchsten Punkt der Stadt die beste ├ťbersicht. Auf der Aussichtsplattform des Vancouver Sky Tower.



    Wer meinen urspr├╝nglichen Plan kennt, direkt danach ins Landesinnere aufzubrechen, wird sich wundern, warum ich mich pl├Âtzlich auf einem Boot n├Ârdlich von Vancouver Island befinde. Schlie├člich wollte ich der Insel, wenn ├╝berhaupt, fr├╝hestens kurz vor meiner R├╝ckkkehr Mitte Juli einen Besuch abstatten. Aber ich habe nur einen Tag vor dem Abflug meinen Plan etwas umgeworfen. Irgendwie reizte mich die Insel doch. Also hab ich die F├Ąhre gebucht und mir dieses sehr sch├Âne St├╝ckchen Natur jetzt schon angesehen. Hier der Qualicum Forest.



    Vancouver Island ist allerdings immens gro├č, immerhin mehr als 500 Kilometer in der kompletten Nord-S├╝d-Ausdehnung. Warum also nicht gleich von der Nordspitze der Insel in Richtung n├Ârdliches British Columbia weiterreisen, anstatt auf dem gleichen Weg erst wieder zur├╝ck zum Festland ├╝berzusetzen.

    Und hier kommt besagte Disovery Coast bzw. die Inside Passage ins Spiel. Diese Routen verlaufen entlang und durch die hunderten von Fjorden an der Pazifikk├╝ste. Und was mache ausgerechnet ich potentiell seekrankes Landei freiwillig auf einem Schiff? ­čśë Nunja, da hatte auch ich so meine Bedenken, zumal der ganze Trip immerhin einen vollen Tag und 2 N├Ąchte dauert. F├╝r den etwas unruhigen Anfang der Fahrt hatte ich mir ein paar gute Pillen empfehlen lassen, und die haben die Nacht hindurch auch prima funktioniert. Der „Rest“ der Reise geht durch quasi Badewannenwasser, so wie in der Gegend der Insel Bella Bella am fr├╝hen Morgen.



    Nette Gesellschaft habe ich auch f├╝r die gesamte Fahrt. Sue und Chuck aus der N├Ąhe von Vancouver.



    Und so schippert man in aller Ruhe von einem Fjord und von einem abgelegenen K├╝stendorf zum n├Ąchsten: Shearwater, Klemtu, Ocean Falls usw.

    Wenn das Schiff am Montagmorgen gegen 6 Uhr an seinem Ziel in Bella Coola angekommen ist, hab ich somit auf einer sehr sch├Ânen Route durch diese K├╝stenlandschaft einen Gro├čteil einer vermutlich eher weniger abwechslungsreichen Strecke etwas tiefer im Inland „├╝bersprungen“ und komme trotzdem zum ber├╝hmten Highway 20, auf dem Weg zur├╝ck in Richtung Norden.

    So, reicht erstmal. Aber Flagge zeigen mu├č trotzdem noch sein. ­čÖé


  • 4 Comments - Latest By:
    • Berni
      Hi Marco, absolut beeindruckend. Gerade aus dem Urlaub zur├╝ck verfolgen wir nun Deinen Blog. Bilder und Texte machen wirklich…
    • D├Ârte
      Dann steht einer Weltumseglung im n├Ąchsten Jahr ja nichts mehr im Weg! :-D

  • Coyote Cutie


    Der Upload des vorherigen Blog-Artikels war etwas abenteuerlich. Ich hab daf├╝r die Gelegenheit des kurzen Landgangs von der Discovery Coast Passage genutzt. In Klemtu, dem kleinen Eingeborenendorf auf einer Insel in den Fjords der Cariboo Coast, gab’s nicht so richtig viel zu sehen. Aber der offene WLAN war sehr n├╝tzlich. ­čśë Ich musste mich nur irgendwann ein bi├čchen beeilen, aufs Schiff zur├╝ckzukommen, als es weitergehen sollte. War alles in allem aber ein sehr idyllisches ├ľrtchen.

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    Da im letzten Artikel die Frage aufkam, ob mir schon ein paar Tiere vor die Linse geraten sind … yep, hier der in meinem Kommentar erw├Ąhnte Kojote (Oder doch nur ein Fuchs? K├Ânnte sein.), der sich m├Ąchtig anstrengte, Aufmerksamkeit und/oder ein bi├čchen Futter zu bekommen. Letzteres ist eigentlich immer bedenklich, weil es bedeutet, da├č der Gutste es von Autofahrern vermutlich schon gew├Âhnt ist, etwas essbares zugeworfen zu bekommen. Gar nicht gut f├╝r seinen Jagdinstinkt … und im Zweifelsfall f├╝r jemanden, der ihm nichts spendiert. ­čśë

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    Heute hat es fast den ganzen Tag nur geregnet. Passiert halt. Die gelegentlichen kleinen Wettereskapaden waren allerdings durchaus spannend. Zwischen Williams Lake und Prince George fiel pl├Âtzlich die Temperatur von ca. 18 Grad auf nur kurz ├╝ber den Gefrierpunkt, von einem Moment zum n├Ąchsten. Und es kamen minutenlang dicke Hagelk├Ârner herunter, die als massiver Eispanzer auf dem Asphalt liegenblieben.

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    Alaska ist halt nicht mehr so weit entfernt. Schneebedeckte Gipfel sind schon ├╝berall zu bestaunen, und trotz der sp├Ąten Stunde (bei mir schon nach 22 Uhr) ist es drau├čen noch taghell. Die Mitternachtssonne l├Ąsst gr├╝├čen. ­čÖé Wer Alaska jetzt allerdings sehr viel weiter n├Ârdlich vermutet: stimmt schon, aber es gibt einen recht gro├čen K├╝stenstreifen, der von „da oben“ komplett(!) vorbei am kanadischen Yukon (ohne jeglichen Zugang zum Pazifik) bis nach British Columbia reicht – der sogenannte „Alaska Panhandle“, der Pfannenstiel. Der erste intensive Blick auf die Landkarte war auch f├╝r mich durchaus ├╝berraschend. Und somit werde ich voraussichtlich morgen in den benachbarten St├Ądtchen Stewart (Kanada) und Hyder (USA) auch den Yankee-Br├╝dern einen Besuch abstatten k├Ânnen. ­čÖé

    PS (nach der R├╝ckkehr vom Abstecher nach Alaska): Manche laufen einem direkt vors Auto, nach manchen mu├č man ziemlich genau Ausschau halten. Ein Schwarzb├Ąr und ein Grizzly.

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  • 2 Comments - Latest By:
    • Sue&Chuck
      We followed your trail, saw the same fox. Rain is not too much fun.
    • Bernhard und Ina
      Habe den Blog auch ohne Anleitung gefunden. :-) Weltumseglung ist f├╝r Dich wohl zu langweilig, aber ne…

  • On the Rock(ie)s


    Wie man dem Titel entnehmen kann, bin ich also in den Rocky Mountains angekommen, und zwar genauer gesagt im schicken Jasper in Alberta. Damit „fehlt“ mir allerdings pl├Âtzlich auch eine Stunde, denn die Provinz Alberta liegt eine Zeitzone weiter ├Âstlich.

    Schon die Fahrt von British Columbia hierher ├╝ber eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen des Landes, den Highway 16, war beeindruckend. Die Einwohner von BC k├Ânnen n├Ąmlich f├╝r sich verbuchen, da├č mit 3954 m die h├Âchste Erhebung der kanadischen Rockies in ihrer Provinz zu finden ist: Mount Robson kurz vor der Grenze nach Alberta.

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    Nicht ganz so hoch ist die Spitze von Whistler’s Mountain bei Jasper. Da f├Ąhrt zwar das erste St├╝ck eine Seilbahn hoch (ca. 2700m). Den Rest bis auf knapp ├╝ber 3000m muss man dann selber zur├╝cklegen. Aber das sauerstoffarme Geschnaufe lohnt sich. ­čÖé

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    So ein paar hiesige Tiere habe ich ja schon vor die Kamera gekriegt und hier auch pr├Ąsentiert. Aber dieser s├╝├če kleine Cubbie war einfach zu drollig. Den will ich Euch nicht vorenthalten. ­čÖé

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    Die letzten paar Stunden habe ich ├╝brigens mit dieser Aussicht auf Maligne Lake verbracht. Kann man auch mal die Zeit vergessen … ­čÖé

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    Allerdings wird es mich morgen dort noch einmal hin verschlagen, da ich ganz gerne eine kleine Bootstour auf dem See machen will, um mal etwas mehr als nur diesen Uferbereich zu Gesicht zu bekommen. Spirit Island verspricht nettes Futter f├╝r die Linse.

    F├╝r die n├Ąchsten Ziele muss ich wohl auch ein bi├čchen die Ohren offen halten. Vielleicht kam das bei Euch mal in den Nachrichten zur Sprache. Aber nach dem, was ich so vom H├Âren-Sagen aufgeschnappt habe, scheint es in einigen St├Ądten Albertas heftige ├ťberschwemmungen zu geben, u.a. in Calgary. Auch Banff, ein paar hundert Kilometer s├╝d├Âstlich von Jasper gelegen, soll trotz seiner hohen Lage betroffen sein. Man bekommt davon schon eine Ahnung, wenn man sich hier in Jasper die Pegel einiger Fl├╝sse und Seen anschaut.

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    Na mal abwarten – mehr als nicht nach Banff reinfahren zu k├Ânnen/zu d├╝rfen, wird mir pers├Ânlich nicht passieren. Die Touristen, die zur Zeit in Banff quasi eingeschlossen sind, haben da erheblich weniger Gl├╝ck. Und f├╝r die Anwohner ist das ja gleich nochmal eine andere Nummer… Aber ich werde Euch auf dem Laufenden halten.


  • 8 Comments - Latest By:
    • Marco
      Ja, w├╝rde schon sagen, dass sich Spirit Island lohnt. Bei mir kam sogar im richtigen Moment die Sonne raus. Sonst…
    • D├Ârte
      Hat sich Spirit Island gelohnt? Das haben wir letztes Jahr ausgelassen...da wir ja eh den Weg "verloren" hatten... :-D Hast…

  • Spieglein, Spieglein …


    Die meisten der Seen in den Rockies sind entweder t├╝rkisfarben, oder sie sind perfekte Spiegel – oder beides. ­čśë Wird Zeit, da├č ich Euch ein paar Exemplare dieser ├╝beraus beeindruckenden Naturschauspiele pr├Ąsentiere.

    Da h├Ątten wir zum einen Lake Agnes. Das ist ein eigentlich eher gro├čer, daf├╝r aber recht flacher „Teich“, der sich allerdings auf der schwindelerregenden H├Âhe von 2134 m befindet.

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    Und noch ganz frisch aus der Kamera – Moraine Lake. Wenn man bedenkt, da├č die Farbe des Wassers lediglich eine optische T├Ąuschung ist … ­čśë

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    Ein echtes fotografisches Schmuckst├╝ck war auch Bow Lake. Das Ausharren zu fast mittern├Ąchtlicher Stunde bei Temperaturen nur kurz ├╝ber dem Gefrierpunkt war mir diese Aufnahme aber allemal wert. ­čÖé

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    Im Moment bin ich noch in Lake Louise. Morgen mache ich mich auf den Weg nach Banff. Die ├ťberschwemmungen sollen (Touristen wie mir!) wohl keine allzu gro├čen Probleme mehr bereiten. Vor ein paar Tagen hie├č es noch, es g├Ąbe Schwierigkeiten mit der Stromversorgung. Scheint wohl aber kein Thema mehr zu sein. Kann man nur hoffen, da├č das in allen anderen Belangen f├╝r die Anwohner auch bald wieder der Fall ist. Was mir so zu Ohren kommt, zeigen die Kanadier in solchen Situationen aber eine recht unaufgeregte Haltung. The show must go on! ­čÖé

    Aktueller Nachsatz: Ich bin in Banff angekommen. Leider sind hier und da noch Stra├čen und Wege gesperrt, z.B. gibt es keinen Zugang zum Lake Minnewanka. Kann nur hoffen, da├č sich das noch ├Ąndert, solange ich hier bin. Mount Sulphur und die Aussicht von dort oben waren aber auf jeden Fall ph├Ąnomenal. Nett, da├č die auch gleich dranschreiben, in welcher Richtung die Heimat liegt und wie weit sie entfernt ist. ­čÖé

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  • 3 Comments - Latest By:
    • Lisa
      Thank you Marco:-) It's amazing..even the late hour is still as bright as day time outside....midnight sun^^
    • Marco
      Die gibt es sogar in rauhen Mengen, trotz des extrem kalten Wassers. Aber die Bilder davon kommen dann irgendwann sp├Ąter…

  • Das Kettens├Ągenmassaker


    Hah, war ja wieder klar, da├č ich mit so einer Geschichte aufwarten kann. ­čÖé Aber der Reihe nach.

    Heute Nachmittag war ich an den Wapta Falls unterwegs; ein leichter Wanderweg, ein paar Kilometer entfernt vom Highway. Auf dem R├╝ckweg zum Auto fing es an zu regnen. Ich kam keine Sekunde zu fr├╝h zur├╝ck, denn es brach ein ordentlicher Sturm los. Mit mir zusammen waren vielleicht noch zwei oder drei andere Autos zur├╝ck zum Highway unterwegs. Ein paar kamen uns noch entgegen.

    Ein paar hundert Meter vor der Einbiegung bricht in dem mittlerweile starken Sturm pl├Âtzlich ein ordentlich gro├čer Baum auf die Stra├če. Nur knapp hinter einem der anderen Autos und nur ca. 50 m vor dem darauffolgenden Fahrzeug, dem vor mir. Die beiden St├Ąmme (war so ein merkw├╝rdig gewachsener, doppelter Baumstamm) w├Ąren gro├č und schwer genug gewesen, das Auto platt zu machen. Echt Schwein gehabt! Allerdings – da war f├╝r normale Autos jetzt kein Durchkommen mehr.

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    Da standen wir nun alle, gemeinsam gefangen, ohne Handyempfang. Einer der Fahrer startete mit seinem PS-starken Pickup-Truck den Versuch, die St├Ąmme wegzuziehen.

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    Das haben wir nach zwei gerissenen Seilen und einer verbogenen Sto├čstange dann erstmal besser sein lassen. ­čśë

    Meine Wenigkeit machte sich auf den Weg zur Hauptstra├če, um evtl. einen der gro├čen Sattelschlepper anzuhalten und als schweres R├Ąumungsger├Ąt umfunktionieren zu lassen. Naja, die Ausr├╝stung der Jungs war bestimmt auch irgendwann einmal zu mehr zu gebrauchen gewesen. Wenn schon einer anhielt, hatte er kaum was brauchbares dabei.

    Pickup-Truck-Guy hatte es inzwischen geschafft, mit seiner B├╝chse ├╝ber die beiden St├Ąmme hinwegzubrettern, und er war auf dem Weg, um im nahegelegenen Dorf Hilfe zu holen. Wie sich herausstellte, hat die f├╝r die kanadischen Nationalparks zust├Ąndige Organisation, Parks Canada, noch nicht einmal Kettens├Ągen oder sowas in jeder ihrer Stationen zur Verf├╝gung. Ergibt im stark bewaldeten Westkanada vermutlich wenig Sinn. ­čśë

    Einer der anderen Fahrer war mittlerweile dem ersten Baumstamm mit einer kleinen Hands├Ąge und einer Axt zu Leibe ger├╝ckt. Ein meiner Ansicht nach etwas j├Ąmmerliches Unterfangen angesichts des Umfangs des Stammes – und der Gr├Â├če der Werkzeuge. Sieht vermutlich ein bi├čchen nach der klassischen Teamarbeit aus: einer schwitzt, und die anderen geben kluge Ratschl├Ąge. Aber wir haben wirklich fast alle angepackt. Mehr als einer konnte da eh nicht drauflos hacken.

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    Somit hatten wir was zu tun, und jeder ackerte sich immer wieder ein paar Minuten an dem Ding ab. Wir schafften es sogar, den ersten Stamm zu durchtrennen. Denn …

    … bis Parks Canada aus dem 200 Kilometer entfernten Lake Louise doch endlich mit vern├╝nftigem Werkzeug anr├╝ckte, vergingen mindestens drei Stunden. Und selbst diese Herren verschliessen noch zwei Kettens├Ągen an unserem B├Ąumchen, bis sie es komplett zerlegt hatten.

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    Aber wir sind da alle heile rausgekommen. Niemand war verletzt oder allzu aufgeregt. Und damit auch keiner die aufregende Abenteuereinlage vergisst, hab ich mich w├Ąhrend der Wartezeit daran gemacht, von soviel Leuten wie m├Âglich die Emailadressen herauszufinden, um demn├Ąchst alle Bilder und Videoclips unserer kleinen Gefangenschaft auszutauschen. So ein paar nette Bekanntschaften mit Leuten aus allen m├Âglichen L├Ąndern macht man dabei ja auch. ­čÖé

    Diese kleine Story hat mir heute Abend bei meiner ├ťbernachtung sogar einen kleinen „Mitleidsbonus“ eingebracht (ohne da├č ich es darauf angelegt h├Ątte!). Die Motelbesitzerin war so beeindruckt und schockiert von der Anekdote, da├č sie mir das Zimmer zum halben Preis gegeben hat … damit ich Kanada „nicht in schlechter Erinnerung behalte“. Nett, oder?! ­čÖé Dabei geh├Âren Naturgewalten hier doch dazu. Auch wenn es vermutlich h├Ątte weniger glimpflich ausgehen k├Ânnen.


  • 5 Comments - Latest By:
    • Marco
      Die (wirklich netten) Jungs und M├Ądels von Parks Canada auf Mt. Revelstoke haben ihre Kollegen in Schutz genommen, als ich…
    • D├Ârte
      ???Wie jetzt? Die haben keine KETTENS├äGEN in ihren Stationen??? Das ist ja ungef├Ąhr so, wenn Du ins Krankenhaus gehst und…

  • Grenzg├Ąnger


    Wie Ihr bisherigen Beitr├Ągen entnehmen konntet, bin ich ja auf diesem Roadtrip in den Provinzen British Columbia und Alberta unterwegs. Das ├ťberqueren deren Grenzen ist nat├╝rlich nicht viel anders, als in Deutschland von einem Bundesland ins n├Ąchste zu fahren. Da steht dann ein Schild, das einem den entsprechenden Hinweis gibt, wo man sich ab jetzt befindet. Das ist theoretisch hier in Kanada auch so. ­čÖé

    Nur leider steht dieses Schild nicht an wirklich jeder Stra├če, auch nicht an gr├Â├čeren Highways. Zu dem Zeitpunkt, von dem mein letzter Artikel ├╝ber den umgest├╝rzten Baum berichtete, war ich mir n├Ąmlich nicht so hundertprozentig sicher, in welcher Provinz ich mich denn nun wirklich befinde. Das w├Ąre an sich ja erstmal auch nicht so wichtig, w├Ąre da nicht das Ph├Ąnomen der unterschiedlichen Zeitzonen zwischen Alberta und BC. Und so ein Schild hier (in dem Fall auf dem Rogers Pass) kann man schnell ├╝bersehen, oder es steht halt leider nicht immer da.

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    Auf dem Weg nach Jasper markierte die Grenze der beiden Provinzen tats├Ąchlich auch den Wechsel der Zeitzone. Guter Hinweis f├╝r den Fall, da├č man sich wieder in die andere Richtung bewegt? Na nicht doch. W├Ąre viel zu einfach. ­čśë Es gibt im ├Âstlichen British Columbia einen ziemlich gro├čen Abschnitt, in dem trotzdem die gleiche Zeitzone gilt wie in Alberta, n├Ąmlich die sogenannte Mountain Time und nicht die Pacific Time. Verwirrend? Yep, war’s f├╝r mich auch. ­čÖé Auf dem Weg aus den Rockies nach Westen und S├╝dwesten, ├╝ber die Kootenays bis jetzt hier nach Kelowna im Okanagan Valley hab ich bei so ziemlich jeder Gelegenheit mal besser nachgefragt, wie sp├Ąt es eigentlich ist. War immer wieder ├╝berraschend! ­čÖé

    A propos Grenzen: Unabh├Ąngig von meinem kleinen Ausflug nach Alaska vor einigen Wochen – irgendwie hat’s ja doch was, wenn so wie in Creston, am s├╝dlichen Ende von British Columbia, dann pl├Âtzlich dieses Schild auftaucht und die unmittelbare N├Ąhe zu Idaho verk├╝ndet.

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    Und so wird das jetzt auf dem Weg nach Vancouver noch h├Ąufig passieren. Ich schl├Ąngele mich relativ zielstrebig entlang der US-Grenze zur├╝ck an meinen Ausgangspunkt.

    Und noch etwas ist sehr _grenz_wertig seit ungef├Ąhr Anfang dieser Woche: die Temperaturen. Einigen von Euch hab ich es schon auf anderem Wege erz├Ąhlt bzw. viele werden es auch evtl. aus den Nachrichten wissen. Nordamerika wird/wurde von einer regelrechten Hitzewelle ereilt. Es ist schon nicht ganz so normal, da├č man in Kanada Ende Juni bzw. Anfang Juli speziell in dieser Gegend Temperaturen von ├╝ber 30 und mancherorts sogar 40 Grad Celsius misst.

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    Immer wieder faszinierend ist dabei allerdings, da├č man es trotzdem schafft, bei dieser Hitze irgendwo durch stellenweise knietiefen Schnee zu stiefeln (ok, auf so zwischen 1000 und 2000 H├Âhenmetern sollte man sich schon befinden). Ist mir erst vorgestern zum wiederholten Mal gelungen, hier am Kokanee Lake bei Nelson in den West Kootenays.

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    Dabei hab ich auch das erste Mal die Bekanntschaft mit einem Grizzly gemacht, ohne da├č ich ihn aus sicherer Distanz aus dem Auto heraus beobachten konnte. Ok, der Abstand war immer noch gro├č genug, und ich hab auch nur einen Blick auf sein riesiges Hinterteil auf der Flucht erhaschen k├Ânnen, da ich ihn auf dem R├╝ckweg von besagtem See wohl aufgeschreckt habe. Offensichtlich war ich auch als Einzelperson laut genug (selbst ohne Kuhglocke um den Hals wie manch anderer Wanderer!), da├č er sich getrollt hat. Direkt vor ihm auf dem Wanderweg h├Ątte ich n├Ąmlich nicht pl├Âtzlich stehen wollen. ­čśë

    Angesichts der regelrecht domestizierten „Drive-By-Modelle“ war es schon wieder ein beruhigender Gedanke, da├č manche Wildtiere ihre nat├╝rliche Scheu vor Menschen noch nicht ganz verloren haben. Keine Selbstverst├Ąndlichkeit meines Erachtens. Ich hab schon aufgeh├Ârt, die Leute zu z├Ąhlen, die besonders die hiesigen (allerdings wirklich putzigen) Eichh├Ârnchen ausgiebigst mit Kartoffelchips oder ├Ąhnlichem f├╝ttern. Klar, da sind meist kleine Kinder am Werke. Aber die werden von ihren Eltern oftmals regelrecht ermutigt oder zumindest nicht davon abgehalten. Steht ja auch nur alle paar Kilometer ein entsprechendes Verbotschild, auf dem (neben den erheblichen Geldstrafen!) auch eindringlich auf die mit dem F├╝ttern verbundenen Gefahren hingewiesen wird: Verlust des Jagd- und Selbsterhaltungsinstinkts und ├ťbertragung von Krankheiten. Aber bei einigen Menschen hab ich das Gef├╝hl, es reicht nicht zum Lesen, oder sie glauben, Regeln und Vorschriften sind nur f├╝r andere gedacht. Gilt hier leider ganz besonders (aber nicht ausschlie├člich) f├╝r indische und Latino-Gro├čfamilien. *an-die-Stirn-hau* Aber ich schweife ab … ­čśë

    Achja, noch ein Nachsatz zum eigentlichen Thema dieses Artikels. Von der Grenzstadt Osoyoos aus hab ich nun doch noch f├╝r einen Nachmittag einen Abstecher in den benachbarten US-Staat Washington gemacht.

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    War wiedermal spannendes Theater mit den Br├╝dern von der US-Immigration! Da dr├╝ben war in Grenzn├Ąhe zwar nicht so viel zu sehen. Aber ich war halt mal da, bin ein bi├čchen dort gewandert und hab noch ein K├Ąffchen geschl├╝rft. Ich durfte danach sogar wieder problemlos zur├╝ck nach Kanada einreisen. ­čśë


  • 2 Comments - Latest By:
    • Marco
      quod erat demonstrandum ;-) (Das mit dem Schild meine ich.) Ich schau bei Gelegenheit in der Kamera mal nach dem…
    • D├Ârte
      Ha,Marco! Auf dem Rogers Pass steht ein Schild, dass man die Zeitzone wechselt? :-D Das haben wir ├╝bersehen.... und ich…

  • Boltzis Tierwelt


    Ich bin wieder in Vancouver und habe schon emsig meine Tasche f├╝r den R├╝ckflug morgen Abend gepackt. Wie immer hab ich ein paar Ziele auf der Liste ├╝brig, die ich mir noch ansehe. Aber generell la├č ich’s langsam angehen. ­čÖé Magischerweise sind es nach 4 Wochen Herumreisen wieder einmal ziemlich genau 7000 km auf dem Tacho. Erneut fast eine Punktlandung im Vergleich zu anderen, zeitlich gleich langen Roadtrips. ­čśë

    Es kam die Frage nach einem Elchbild auf. Ich hab in meinen tausenden Aufnahmen gekramt, und *tatatataaa* – neben dem erw├Ąhnten Bild von Pyramid Island hatte ich noch ein weiteres in der N├Ąhe von Prince George gemacht (siehe mein Kommentar von damals). Das ben├Âtigt f├╝r den Blog auch keine weitere Bearbeitung. Hier also der ultimative Elchtest.

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    Wie schon zu sehen war, sind mir unterwegs nat├╝rlich noch viele andere Spezies begegnet. Die meisten von denen waren h├Âllisch gef├Ąhrliche Untiere. In die N├Ąhe von Minnie the Pig traut man sich z.B. nur nach jahrelanger Nahkampfausbildung und hartem Outdoor-Training.

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    Als Reisender in den kanadischen W├Ąldern sollte man sich der Gef├Ąhrlichkeit von wilden Tieren immer bewusst sein. Das sind schlie├člich alles keine Kuscheltiere. Umso erschreckender ist es, wenn sich solch bedrohliche Lebewesen pl├Âtzlich ins Auto schleichen. Wenn man das entdeckt, kann einem schonmal das Herz in die Hose rutschen. Auge um Auge mit der Bestie.

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    Eine Papiert├╝te wurde ihm aber am Ende zur eigenen Falle.

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    Ok, genug Bl├Âdsinn. Es geht mir gut, keine Sorge. Ich hab nur ’nen Vogel. ­čÖé

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    Aber wie Ihr oben seht, gibt es hier ebenso eine gewisse Kontinuit├Ąt. Die vielen gelben Zettelchen sind wieder mit von der Partie gewesen. Um deren Zweck drehte sich ja die Frage beim „interaktiven Blog“ des letzten Roadtrips in Down Under. Und das bringt mich zum Abschlu├č zur „Preisfrage“ dieser Artikelserie meines Kanada-Trips.

    Wie k├Ânnte wohl folgendes Bild entstanden sein?

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    Ich hatte eine interessante Zeit in den letzten 4 Wochen und habe wieder extrem viele faszinierende Eindr├╝cke gesammelt. Ihr wart auch immer sehr flei├čig beim Mitlesen und Kommentieren hier im Blog. Vielen Dank daf├╝r! ­čÖé
    Ich mach mir jetzt noch ein paar sch├Âne Stunden in Vancouver und Umgebung.

    Aber halt! Einen hab ich jetzt noch.

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    Mit olympischen Gr├╝├čen aus Whistler! ­čśë
    Marco

    PS: Mittlerweile ist auch die Galerie mit den hochwertigen Aufnahmen online. Einfach klicken auf www.boltz-online.com und dort auf den Link ÔÇťFotografieÔÇŁ und ÔÇťKanada 2013″, oder ├╝ber die Weltkarte.


  • 5 Comments - Latest By:
    • Marco
      Und wir haben eine Gewinnerin! *TA-DAAH* Der "Pokal" geht an D├Ârte! Herzlichen Gl├╝hstrumpf! :-) Der geheime Zusatzpreis d├╝rfte auch f├Ąllig…
    • Silvia
      Ein Grizzlyb├Ąr h├Ąlt Dich in der Schnauze, statt zu schreien bist du eiskalt und machst ein Photo! :)