• Discovery


    Da wär ich nun also im schönen British Columbia im äußersten Westen Kanadas. Weite Landschaft, unendlich viel Wald, zerklüftete Küsten und ein sehr entspanntes Völkchen kann man hier antreffen.
    Im Moment bin ich allerdings etwas ausgebremst, was aber gar nicht so schlimm ist. Ich sitze nämlich auf einem 30-Stunden-Boottrip durch die Fjorde nördlich von Vancouver Island, auf der so genannten Discovery Coast Passage. Genug Zeit, um ein paar Worte zu den letzten Tagen zu verlieren.

    Den ersten Tag hab ich natürlich erst einmal in Vancouver verbracht. Sehr angenehm unaufgeregtes „Städtchen“ mit viel Grün und trotzdem sehr viel Großstadtflair. Wie immer verschaffte ich mir auch hier vom höchsten Punkt der Stadt die beste Übersicht. Auf der Aussichtsplattform des Vancouver Sky Tower.



    Wer meinen ursprünglichen Plan kennt, direkt danach ins Landesinnere aufzubrechen, wird sich wundern, warum ich mich plötzlich auf einem Boot nördlich von Vancouver Island befinde. Schließlich wollte ich der Insel, wenn überhaupt, frühestens kurz vor meiner Rückkkehr Mitte Juli einen Besuch abstatten. Aber ich habe nur einen Tag vor dem Abflug meinen Plan etwas umgeworfen. Irgendwie reizte mich die Insel doch. Also hab ich die Fähre gebucht und mir dieses sehr schöne Stückchen Natur jetzt schon angesehen. Hier der Qualicum Forest.



    Vancouver Island ist allerdings immens groß, immerhin mehr als 500 Kilometer in der kompletten Nord-Süd-Ausdehnung. Warum also nicht gleich von der Nordspitze der Insel in Richtung nördliches British Columbia weiterreisen, anstatt auf dem gleichen Weg erst wieder zurück zum Festland überzusetzen.

    Und hier kommt besagte Disovery Coast bzw. die Inside Passage ins Spiel. Diese Routen verlaufen entlang und durch die hunderten von Fjorden an der Pazifikküste. Und was mache ausgerechnet ich potentiell seekrankes Landei freiwillig auf einem Schiff? 😉 Nunja, da hatte auch ich so meine Bedenken, zumal der ganze Trip immerhin einen vollen Tag und 2 Nächte dauert. Für den etwas unruhigen Anfang der Fahrt hatte ich mir ein paar gute Pillen empfehlen lassen, und die haben die Nacht hindurch auch prima funktioniert. Der „Rest“ der Reise geht durch quasi Badewannenwasser, so wie in der Gegend der Insel Bella Bella am frühen Morgen.



    Nette Gesellschaft habe ich auch für die gesamte Fahrt. Sue und Chuck aus der Nähe von Vancouver.



    Und so schippert man in aller Ruhe von einem Fjord und von einem abgelegenen Küstendorf zum nächsten: Shearwater, Klemtu, Ocean Falls usw.

    Wenn das Schiff am Montagmorgen gegen 6 Uhr an seinem Ziel in Bella Coola angekommen ist, hab ich somit auf einer sehr schönen Route durch diese Küstenlandschaft einen Großteil einer vermutlich eher weniger abwechslungsreichen Strecke etwas tiefer im Inland „übersprungen“ und komme trotzdem zum berühmten Highway 20, auf dem Weg zurück in Richtung Norden.

    So, reicht erstmal. Aber Flagge zeigen muß trotzdem noch sein. 🙂


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    • Berni
      Hi Marco, absolut beeindruckend. Gerade aus dem Urlaub zurück verfolgen wir nun Deinen Blog. Bilder und Texte machen wirklich…
    • Dörte
      Dann steht einer Weltumseglung im nächsten Jahr ja nichts mehr im Weg! :-D

  • Coyote Cutie


    Der Upload des vorherigen Blog-Artikels war etwas abenteuerlich. Ich hab dafür die Gelegenheit des kurzen Landgangs von der Discovery Coast Passage genutzt. In Klemtu, dem kleinen Eingeborenendorf auf einer Insel in den Fjords der Cariboo Coast, gab’s nicht so richtig viel zu sehen. Aber der offene WLAN war sehr nützlich. 😉 Ich musste mich nur irgendwann ein bißchen beeilen, aufs Schiff zurückzukommen, als es weitergehen sollte. War alles in allem aber ein sehr idyllisches Örtchen.

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    Da im letzten Artikel die Frage aufkam, ob mir schon ein paar Tiere vor die Linse geraten sind … yep, hier der in meinem Kommentar erwähnte Kojote (Oder doch nur ein Fuchs? Könnte sein.), der sich mächtig anstrengte, Aufmerksamkeit und/oder ein bißchen Futter zu bekommen. Letzteres ist eigentlich immer bedenklich, weil es bedeutet, daß der Gutste es von Autofahrern vermutlich schon gewöhnt ist, etwas essbares zugeworfen zu bekommen. Gar nicht gut für seinen Jagdinstinkt … und im Zweifelsfall für jemanden, der ihm nichts spendiert. 😉

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    Heute hat es fast den ganzen Tag nur geregnet. Passiert halt. Die gelegentlichen kleinen Wettereskapaden waren allerdings durchaus spannend. Zwischen Williams Lake und Prince George fiel plötzlich die Temperatur von ca. 18 Grad auf nur kurz über den Gefrierpunkt, von einem Moment zum nächsten. Und es kamen minutenlang dicke Hagelkörner herunter, die als massiver Eispanzer auf dem Asphalt liegenblieben.

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    Alaska ist halt nicht mehr so weit entfernt. Schneebedeckte Gipfel sind schon überall zu bestaunen, und trotz der späten Stunde (bei mir schon nach 22 Uhr) ist es draußen noch taghell. Die Mitternachtssonne lässt grüßen. 🙂 Wer Alaska jetzt allerdings sehr viel weiter nördlich vermutet: stimmt schon, aber es gibt einen recht großen Küstenstreifen, der von „da oben“ vorbei am kanadischen Yukon (ohne jeglichen Zugang zum Pazifik) bis nach British Columbia reicht. Der erste intensive Blick auf die Landkarte war auch für mich durchaus überraschend. Und somit werde ich voraussichtlich morgen in den benachbarten Städtchen Stewart (Kanada) und Hyder (USA) auch den Yankee-Brüdern einen Besuch abstatten können. 🙂

    PS (nach der Rückkehr vom Abstecher nach Alaska): Manche laufen einem direkt vors Auto, nach manchen muß man ziemlich genau Ausschau halten. Ein Schwarzbär und ein Grizzly.

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  • 2 Comments - Latest By:
    • Sue&Chuck
      We followed your trail, saw the same fox. Rain is not too much fun.
    • Bernhard und Ina
      Habe den Blog auch ohne Anleitung gefunden. :-) Weltumseglung ist für Dich wohl zu langweilig, aber ne…

  • On the Rock(ie)s


    Wie man dem Titel entnehmen kann, bin ich also in den Rocky Mountains angekommen, und zwar genauer gesagt im schicken Jasper in Alberta. Damit „fehlt“ mir allerdings plötzlich auch eine Stunde, denn die Provinz Alberta liegt eine Zeitzone weiter östlich.

    Schon die Fahrt von British Columbia aus hierher über eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen des Landes, den Highway 16, war beeindruckend. Die Einwohner von BC können nämlich für sich verbuchen, daß mit 3954 m die höchste Erhebung der kanadischen Rockies in ihrer Provinz zu finden ist: Mount Robson kurz vor der Grenze nach Alberta.

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    Nicht ganz so hoch ist die Spitze von Whistler’s Mountain bei Jasper. Da fährt zwar das erste Stück eine Seilbahn hoch (ca. 2700m). Den Rest bis auf knapp über 3000m muss man dann selber zurücklegen. Aber das sauerstoffarme Geschnaufe lohnt sich. 🙂

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    So ein paar hiesige Tiere habe ich ja schon vor die Kamera gekriegt und hier auch präsentiert. Aber dieser süße kleine Cubbie war einfach zu drollig. Den will ich Euch nicht vorenthalten. 🙂

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    Die letzten paar Stunden habe ich übrigens mit dieser Aussicht auf Maligne Lake verbracht. Kann man auch mal die Zeit vergessen … 🙂

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    Allerdings wird es mich morgen dort noch einmal hin verschlagen, da ich ganz gerne eine kleine Bootstour auf dem See machen will, um mal etwas mehr als nur diesen Uferbereich zu Gesicht zu bekommen. Spirit Island verspricht nettes Futter für die Linse.

    Für die nächsten Ziele muss ich wohl auch ein bißchen die Ohren offen halten. Vielleicht kam das bei Euch mal in den Nachrichten zur Sprache. Aber nach dem, was ich so vom Hören-Sagen aufgeschnappt habe, scheint es in einigen Städten Albertas heftige Überschwemmungen zu geben, u.a. in Calgary. Auch Banff, ein paar hundert Kilometer südöstlich von Jasper gelegen, soll trotz seiner hohen Lage betroffen sein. Man bekommt davon schon eine Ahnung, wenn man sich hier in Jasper die Pegel einiger Flüsse und Seen anschaut.

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    Na mal abwarten – mehr als nicht nach Banff reinfahren zu können/zu dürfen, wird mir persönlich nicht passieren. Die Touristen, die zur Zeit in Banff quasi eingeschlossen sind, haben da erheblich weniger Glück. Und für die Anwohner ist das ja gleich nochmal eine andere Nummer… Aber ich werde Euch auf dem Laufenden halten.


  • 8 Comments - Latest By:
    • Marco
      Ja, würde schon sagen, dass sich Spirit Island lohnt. Bei mir kam sogar im richtigen Moment die Sonne raus. Sonst…
    • Dörte
      Hat sich Spirit Island gelohnt? Das haben wir letztes Jahr ausgelassen...da wir ja eh den Weg "verloren" hatten... :-D Hast…

  • Spieglein, Spieglein …


    Die meisten der Seen in den Rockies sind entweder türkisfarben, oder sie sind perfekte Spiegel – oder beides. 😉 Wird Zeit, daß ich Euch ein paar Exemplare dieser überaus beeindruckenden Naturschauspiele präsentiere.

    Da hätten wir zum einen Lake Agnes. Das ist ein eigentlich eher großer, dafür aber recht flacher „Teich“, der sich allerdings auf der schwindelerregenden Höhe von 2134 m befindet.

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    Und noch ganz frisch aus der Kamera – Moraine Lake. Wenn man bedenkt, daß die Farbe des Wassers lediglich eine optische Täuschung ist … 😉

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    Ein echtes fotografisches Schmuckstück war auch Bow Lake. Das Ausharren zu fast mitternächtlicher Stunde bei Temperaturen nur kurz über dem Gefrierpunkt war mir diese Aufnahme aber allemal wert. 🙂

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    Im Moment bin ich noch in Lake Louise. Morgen mache ich mich auf den Weg nach Banff. Die Überschwemmungen sollen (Touristen wie mir!) wohl keine allzu großen Probleme mehr bereiten. Vor ein paar Tagen hieß es noch, es gäbe Schwierigkeiten mit der Stromversorgung. Scheint wohl aber kein Thema mehr zu sein. Kann man nur hoffen, daß das in allen anderen Belangen für die Anwohner auch bald wieder der Fall ist. Was mir so zu Ohren kommt, zeigen die Kanadier in solchen Situationen aber eine recht unaufgeregte Haltung. The show must go on! 🙂

    Aktueller Nachsatz: Ich bin in Banff angekommen. Leider sind hier und da noch Straßen und Wege gesperrt, z.B. gibt es keinen Zugang zum Lake Minnewanka. Kann nur hoffen, daß sich das noch ändert, solange ich hier bin. Mount Sulphur und die Aussicht von dort oben waren aber auf jeden Fall phänomenal. Nett, daß die auch gleich dranschreiben, in welcher Richtung die Heimat liegt und wie weit sie entfernt ist. 🙂

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  • 3 Comments - Latest By:
    • Lisa
      Thank you Marco:-) It's amazing..even the late hour is still as bright as day time outside....midnight sun^^
    • Marco
      Die gibt es sogar in rauhen Mengen, trotz des extrem kalten Wassers. Aber die Bilder davon kommen dann irgendwann später…

  • Das Kettensägenmassaker


    Hah, war ja wieder klar, daß ich mit so einer Geschichte aufwarten kann. 🙂 Aber der Reihe nach.

    Heute Nachmittag war ich an den Wapta Falls unterwegs; ein leichter Wanderweg, ein paar Kilometer entfernt vom Highway. Auf dem Rückweg zum Auto fing es an zu regnen. Ich kam keine Sekunde zu früh zurück, denn es brach ein ordentlicher Sturm los. Mit mir zusammen waren vielleicht noch zwei oder drei andere Autos zurück zum Highway unterwegs. Ein paar kamen uns noch entgegen.

    Ein paar hundert Meter vor der Einbiegung bricht in dem mittlerweile starken Sturm plötzlich ein ordentlich großer Baum auf die Straße. Nur knapp hinter einem der anderen Autos und nur ca. 50 m vor dem darauffolgenden Fahrzeug, dem vor mir. Die beiden Stämme (war so ein merkwürdig gewachsener, doppelter Baumstamm) wären groß und schwer genug gewesen, das Auto platt zu machen. Echt Schwein gehabt! Allerdings – da war für normale Autos jetzt kein Durchkommen mehr.

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    Da standen wir nun alle, gemeinsam gefangen, ohne Handyempfang. Einer der Fahrer startete mit seinem PS-starken Pickup-Truck den Versuch, die Stämme wegzuziehen.

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    Das haben wir nach zwei gerissenen Seilen und einer verbogenen Stoßstange dann erstmal besser sein lassen. 😉

    Meine Wenigkeit machte sich auf den Weg zur Hauptstraße, um evtl. einen der großen Sattelschlepper anzuhalten und als schweres Räumungsgerät umfunktionieren zu lassen. Naja, die Ausrüstung der Jungs war bestimmt auch irgendwann einmal zu mehr zu gebrauchen gewesen. Wenn schon einer anhielt, hatte er kaum was brauchbares dabei.

    Pickup-Truck-Guy hatte es inzwischen geschafft, mit seiner Büchse über die beiden Stämme hinwegzubrettern, und er war auf dem Weg, um im nahegelegenen Dorf Hilfe zu holen. Wie sich herausstellte, hat die für die kanadischen Nationalparks zuständige Organisation, Parks Canada, noch nicht einmal Kettensägen oder sowas in jeder ihrer Stationen zur Verfügung. Ergibt im stark bewaldeten Westkanada vermutlich wenig Sinn. 😉

    Einer der anderen Fahrer war mittlerweile dem ersten Baumstamm mit einer kleinen Handsäge und einer Axt zu Leibe gerückt. Ein meiner Ansicht nach etwas jämmerliches Unterfangen angesichts des Umfangs des Stammes – und der Größe der Werkzeuge. Sieht vermutlich ein bißchen nach der klassischen Teamarbeit aus: einer schwitzt, und die anderen geben kluge Ratschläge. Aber wir haben wirklich fast alle angepackt. Mehr als einer konnte da eh nicht drauflos hacken.

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    Somit hatten wir was zu tun, und jeder ackerte sich immer wieder ein paar Minuten an dem Ding ab. Wir schafften es sogar, den ersten Stamm zu durchtrennen. Denn …

    … bis Parks Canada aus dem 200 Kilometer entfernten Lake Louise doch endlich mit vernünftigem Werkzeug anrückte, vergingen mindestens drei Stunden. Und selbst diese Herren verschliessen noch zwei Kettensägen an unserem Bäumchen, bis sie es komplett zerlegt hatten.

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    Aber wir sind da alle heile rausgekommen. Niemand war verletzt oder allzu aufgeregt. Und damit auch keiner die aufregende Abenteuereinlage vergisst, hab ich mich während der Wartezeit daran gemacht, von soviel Leuten wie möglich die Emailadressen herauszufinden, um demnächst alle Bilder und Videoclips unserer kleinen Gefangenschaft auszutauschen. So ein paar nette Bekanntschaften mit Leuten aus allen möglichen Ländern macht man dabei ja auch. 🙂

    Diese kleine Story hat mir heute Abend bei meiner Übernachtung sogar einen kleinen „Mitleidsbonus“ eingebracht (ohne daß ich es darauf angelegt hätte!). Die Motelbesitzerin war so beeindruckt und schockiert von der Anekdote, daß sie mir das Zimmer zum halben Preis gegeben hat … damit ich Kanada „nicht in schlechter Erinnerung behalte“. Nett, oder?! 🙂 Dabei gehören Naturgewalten hier doch dazu. Auch wenn es vermutlich hätte weniger glimpflich ausgehen können.


  • 5 Comments - Latest By:
    • Marco
      Die (wirklich netten) Jungs und Mädels von Parks Canada auf Mt. Revelstoke haben ihre Kollegen in Schutz genommen, als ich…
    • Dörte
      ???Wie jetzt? Die haben keine KETTENSÄGEN in ihren Stationen??? Das ist ja ungefähr so, wenn Du ins Krankenhaus gehst und…

  • Grenzgänger


    Wie Ihr bisherigen Beiträgen entnehmen konntet, bin ich ja auf diesem Roadtrip in den Provinzen British Columbia und Alberta unterwegs. Das Überqueren deren Grenzen ist natürlich nicht viel anders, als in Deutschland von einem Bundesland ins nächste zu fahren. Da steht dann ein Schild, das einem den entsprechenden Hinweis gibt, wo man sich ab jetzt befindet. Das ist theoretisch hier in Kanada auch so. 🙂

    Nur leider steht dieses Schild nicht an wirklich jeder Straße, auch nicht an größeren Highways. Zu dem Zeitpunkt, von dem mein letzter Artikel über den umgestürzten Baum berichtete, war ich mir nämlich nicht so hundertprozentig sicher, in welcher Provinz ich mich denn nun wirklich befinde. Das wäre an sich ja erstmal auch nicht so wichtig, wäre da nicht das Phänomen der unterschiedlichen Zeitzonen zwischen Alberta und BC. Und so ein Schild hier (in dem Fall auf dem Rogers Pass) kann man schnell übersehen, oder es steht halt leider nicht immer da.

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    Auf dem Weg nach Jasper markierte die Grenze der beiden Provinzen tatsächlich auch den Wechsel der Zeitzone. Guter Hinweis für den Fall, daß man sich wieder in die andere Richtung bewegt? Na nicht doch. Wäre viel zu einfach. 😉 Es gibt im östlichen British Columbia einen ziemlich großen Abschnitt, in dem trotzdem die gleiche Zeitzone gilt wie in Alberta, nämlich die sogenannte Mountain Time und nicht die Pacific Time. Verwirrend? Yep, war’s für mich auch. 🙂 Auf dem Weg aus den Rockies nach Westen und Südwesten, über die Kootenays bis jetzt hier nach Kelowna im Okanagan Valley hab ich bei so ziemlich jeder Gelegenheit mal besser nachgefragt, wie spät es eigentlich ist. War immer wieder überraschend! 🙂

    A propos Grenzen: Unabhängig von meinem kleinen Ausflug nach Alaska vor einigen Wochen – irgendwie hat’s ja doch was, wenn so wie in Creston, am südlichen Ende von British Columbia, dann plötzlich dieses Schild auftaucht und die unmittelbare Nähe zu Idaho verkündet.

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    Und so wird das jetzt auf dem Weg nach Vancouver noch häufig passieren. Ich schlängele mich relativ zielstrebig entlang der US-Grenze zurück an meinen Ausgangspunkt.

    Und noch etwas ist sehr _grenz_wertig seit ungefähr Anfang dieser Woche: die Temperaturen. Einigen von Euch hab ich es schon auf anderem Wege erzählt bzw. viele werden es auch evtl. aus den Nachrichten wissen. Nordamerika wird/wurde von einer regelrechten Hitzewelle ereilt. Es ist schon nicht ganz so normal, daß man in Kanada Ende Juni bzw. Anfang Juli speziell in dieser Gegend Temperaturen von über 30 und mancherorts sogar 40 Grad Celsius misst.

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    Immer wieder faszinierend ist dabei allerdings, daß man es trotzdem schafft, bei dieser Hitze irgendwo durch stellenweise knietiefen Schnee zu stiefeln (ok, auf so zwischen 1000 und 2000 Höhenmetern sollte man sich schon befinden). Ist mir erst vorgestern zum wiederholten Mal gelungen, hier am Kokanee Lake bei Nelson in den West Kootenays.

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    Dabei hab ich auch das erste Mal die Bekanntschaft mit einem Grizzly gemacht, ohne daß ich ihn aus sicherer Distanz aus dem Auto heraus beobachten konnte. Ok, der Abstand war immer noch groß genug, und ich hab auch nur einen Blick auf sein riesiges Hinterteil auf der Flucht erhaschen können, da ich ihn auf dem Rückweg von besagtem See wohl aufgeschreckt habe. Offensichtlich war ich auch als Einzelperson laut genug (selbst ohne Kuhglocke um den Hals wie manch anderer Wanderer!), daß er sich getrollt hat. Direkt vor ihm auf dem Wanderweg hätte ich nämlich nicht plötzlich stehen wollen. 😉

    Angesichts der regelrecht domestizierten „Drive-By-Modelle“ war es schon wieder ein beruhigender Gedanke, daß manche Wildtiere ihre natürliche Scheu vor Menschen noch nicht ganz verloren haben. Keine Selbstverständlichkeit meines Erachtens. Ich hab schon aufgehört, die Leute zu zählen, die besonders die hiesigen (allerdings wirklich putzigen) Eichhörnchen ausgiebigst mit Kartoffelchips oder ähnlichem füttern. Klar, da sind meist kleine Kinder am Werke. Aber die werden von ihren Eltern oftmals regelrecht ermutigt oder zumindest nicht davon abgehalten. Steht ja auch nur alle paar Kilometer ein entsprechendes Verbotschild, auf dem (neben den erheblichen Geldstrafen!) auch eindringlich auf die mit dem Füttern verbundenen Gefahren hingewiesen wird: Verlust des Jagd- und Selbsterhaltungsinstinkts und Übertragung von Krankheiten. Aber bei einigen Menschen hab ich das Gefühl, es reicht nicht zum Lesen, oder sie glauben, Regeln und Vorschriften sind nur für andere gedacht. Gilt hier leider ganz besonders (aber nicht ausschließlich) für indische und Latino-Großfamilien. *an-die-Stirn-hau* Aber ich schweife ab … 😉

    Achja, noch ein Nachsatz zum eigentlichen Thema dieses Artikels. Von der Grenzstadt Osoyoos aus hab ich nun doch noch für einen Nachmittag einen Abstecher in den benachbarten US-Staat Washington gemacht.

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    War wiedermal spannendes Theater mit den Brüdern von der US-Immigration! Da drüben war in Grenznähe zwar nicht so viel zu sehen. Aber ich war halt mal da, bin ein bißchen dort gewandert und hab noch ein Käffchen geschlürft. Ich durfte danach sogar wieder problemlos zurück nach Kanada einreisen. 😉


  • 2 Comments - Latest By:
    • Marco
      quod erat demonstrandum ;-) (Das mit dem Schild meine ich.) Ich schau bei Gelegenheit in der Kamera mal nach dem…
    • Dörte
      Ha,Marco! Auf dem Rogers Pass steht ein Schild, dass man die Zeitzone wechselt? :-D Das haben wir übersehen.... und ich…

  • Boltzis Tierwelt


    Ich bin wieder in Vancouver und habe schon emsig meine Tasche für den Rückflug morgen Abend gepackt. Wie immer hab ich ein paar Ziele auf der Liste übrig, die ich mir noch ansehe. Aber generell laß ich’s langsam angehen. 🙂 Magischerweise sind es nach 4 Wochen Herumreisen wieder einmal ziemlich genau 7000 km auf dem Tacho. Erneut fast eine Punktlandung im Vergleich zu anderen, zeitlich gleich langen Roadtrips. 😉

    Es kam die Frage nach einem Elchbild auf. Ich hab in meinen tausenden Aufnahmen gekramt, und *tatatataaa* – neben dem erwähnten Bild von Pyramid Island hatte ich noch ein weiteres in der Nähe von Prince George gemacht (siehe mein Kommentar von damals). Das benötigt für den Blog auch keine weitere Bearbeitung. Hier also der ultimative Elchtest.

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    Wie schon zu sehen war, sind mir unterwegs natürlich noch viele andere Spezies begegnet. Die meisten von denen waren höllisch gefährliche Untiere. In die Nähe von Minnie the Pig traut man sich z.B. nur nach jahrelanger Nahkampfausbildung und hartem Outdoor-Training.

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    Als Reisender in den kanadischen Wäldern sollte man sich der Gefährlichkeit von wilden Tieren immer bewusst sein. Das sind schließlich alles keine Kuscheltiere. Umso erschreckender ist es, wenn sich solch bedrohliche Lebewesen plötzlich ins Auto schleichen. Wenn man das entdeckt, kann einem schonmal das Herz in die Hose rutschen. Auge um Auge mit der Bestie.

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    Eine Papiertüte wurde ihm aber am Ende zur eigenen Falle.

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    Ok, genug Blödsinn. Es geht mir gut, keine Sorge. Ich hab nur ’nen Vogel. 🙂

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    Aber wie Ihr oben seht, gibt es hier ebenso eine gewisse Kontinuität. Die vielen gelben Zettelchen sind wieder mit von der Partie gewesen. Um deren Zweck drehte sich ja die Frage beim „interaktiven Blog“ des letzten Roadtrips in Down Under. Und das bringt mich zum Abschluß zur „Preisfrage“ dieser Artikelserie meines Kanada-Trips.

    Wie könnte wohl folgendes Bild entstanden sein?

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    Ich hatte eine interessante Zeit in den letzten 4 Wochen und habe wieder extrem viele faszinierende Eindrücke gesammelt. Ihr wart auch immer sehr fleißig beim Mitlesen und Kommentieren hier im Blog. Vielen Dank dafür! 🙂
    Ich mach mir jetzt noch ein paar schöne Stunden in Vancouver und Umgebung.

    Aber halt! Einen hab ich jetzt noch.

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    Mit olympischen Grüßen aus Whistler! 😉
    Marco

    PS: Mittlerweile ist auch die Galerie mit den hochwertigen Aufnahmen online. Einfach klicken auf www.boltz-online.com und dort auf den Link “Fotografie” und “Kanada 2013″, oder über die Weltkarte.


  • 5 Comments - Latest By:
    • Marco
      Und wir haben eine Gewinnerin! *TA-DAAH* Der "Pokal" geht an Dörte! Herzlichen Glühstrumpf! :-) Der geheime Zusatzpreis dürfte auch fällig…
    • Silvia
      Ein Grizzlybär hält Dich in der Schnauze, statt zu schreien bist du eiskalt und machst ein Photo! :)