• Lost in Estimation


    Naaa….? Will außer Mutti beim Quiz keiner „mitspielen“ oder sind meine Schätzfragen einfach zu schwer? 😉 Ok, dann kommt hier nochmal eine Frage für alle, die den Blog immer fleißig mitgelesen haben.
    Unter welchen zwei Namen war bzw. ist der höchste Berg Nordamerikas und damit Alaskas bekannt?
    Wenn man ihn wetterbedingt an mehr als nur ein paar Tagen pro Jahr vollständig sehen könnte, wäre er hier am Horizont übrigens sichtbar.




    Die Lösungen der anderen Fragen veröffentliche ich selbstredend auch noch. Wer jetzt aber natürlich alle drei Fragen richtig beantwortet, kriegt ganz offiziell den Orden „Held des Polarkreises“ von mir verliehen. Ich hab da ja so ein Schriftstück. Ich sollte demnach befugt sein. 😉


    Bin übrigens wieder in Frankfurt gelandet und warte auf meinen Weiterflug nach Hannover. Also dann, bis später! 🙂



  • Bärenmarke


    Ich biege auf die Zielgerade dieses Roadtrips ein. Morgen geht es auf wahrscheinlich direktem Weg zurück nach Anchorage. Das sind nochmal ein paar Stunden Fahrt. Übermorgen geht dann mein Flug über Seattle zurück nach Hause.
    Seit dem letzten Blog-Eintrag hat Alaska aber erneut alles gegeben, meistens nicht nur wettermäßig, sondern auch bei allen anderen Eindrücken. Von daher verzeihe ich sogar den einen oder anderen kompletten Regentag, z.B. auf dem Weg von Seward nach Homer quer über die Kenai-Halbinsel. 😉


    Von Seward aus kann man ganz prächtige Bootstouren in den Kenai Fjords Nationalpark unternehmen. Was für ein Wetterchen ich erwischt habe! Da hat mir doch gleich schon wieder einer so einen Batzen Gletschereis vom Columbia Glacier in die Hand gedrückt. Ich verspreche hoch und heilig, ich hab auch den hier ganz schnell wieder zurückgelegt und nicht als Souvenir eingesteckt. 😉



    Eigentlich wollte ich ja nur mal beim Exit Glacier des Harding Icefield vorbeischauen (das bedeckt hier große Teile des Inneren der Halbinsel und hat eine Größe nur etwas geringer als das Saarland). Am Exit Glacier gibt es ein paar Aussichtspunkte am unteren Ende, wo man quasi gemütlich vorbeispazieren kann. Und dann gibt es 3 Lookouts, die es allesamt in sich haben. Der erste war Ehrensache (mit ca. 500 Meter Höhenunterschied), zumal die Aussicht auf den Gletscher dort schon beeindruckend war. Zum zweiten (dem Top of the Cliffs) zog mich Neugierde – und spontaner Ehrgeiz. 😉 Dummerweise stand an der Stelle aber kein Schild, so wie beim ersten. Und nur weil einem bei einer erneut fantastischen Sicht auf den Gletscher der Mund offen steht, heißt das ja nicht, daß man schon da ist. So ohne Hinweis kann ein paar hundert Meter weiter ja noch The Real McCoy auf einen warten. Also weiter rauf. Und je länger das dauerte, je dünner die Luft wurde, je mehr die Vegetation nachließ, umso mehr dämmerte mir: ich bin schon auf dem letzten Abschnitt, der Knochenmühle namens End of the Trail. Wurde mir dann auch von einem der sehr wenigen anderen Wanderer bestätigt. Na gut – wenn ich schonmal hier bin. 😉 Spätestens als mir oben die Kinnlade runterklappte, hab ich mein „Versehen“ 😉 nicht bereut, auch wenn ich vermutlich reichlich fertig aussehe. Aber glaubt mir – das ist innere Befriedigung, diesen Ausblick zu genießen und ihn zum Zeitpunkt am späten Nachmittag luxuriöserweise auch noch ganz für mich alleine zu haben.





    Hier der Beleg: ich hatte auf den etwa 7 Kilometern Aufstieg ungefähr 1000 Höhenmeter zurückgelegt.



    Der Rückweg in der untergehenden Sonne (gibt’s dann bald auf meiner Webseite zu sehen, ich verspreche wahrscheinlich nicht zu viel…) bot dann nochmal viele wunderbare Ausblicke auf das Harding Icefield, den Gletscher und die das Tal umgebenden, schneebedeckten Gipfel. Der Abstieg war aber auf andere Art auch eine Herausforderung, fast mehr als der Weg hoch. Es wurde langsam dunkel, bergab merke ich immer ganz gut in den Beinen bzw. in den Knien (selbst einige Tage danach noch), und in dem Gebiet des untersten Abschnitt des Trails war laut Rangerstation eine Bärin mit Jungtieren unterwegs. Naja, alles gut gegangen. 🙂


    A propos Bären. Ich hatte es ja schon angekündigt. Auf der Kenai-Halbinsel gibt es eine verhältnismäßig große Population Bären aller Art, was an den reichhaltigen Futterquellen in Form von Lachsen liegt (und vermutlich an der geringen Anzahl Menschen). Allerdings war diese Info nur insofern korrekt, als daß man von Kenai(!) aus zahlreiche Touren zum Bear Viewing planen kann, nämlich hier in Homer. Die Bären selber gibt es dann auf der anderen Seite der Kachemak-Bucht zu bestaunen, im Katmai Nationalpark. Und dort kommt man von Homer aus nur per Wasserflugzeug oder Helikopter hin, was so eine Tour allein schon aufgrund der technisch möglichen Passagieranzahl pro Flug etwas exklusiver (vulgo: teuer) macht. Gottseidank gab’s für Cash einen kleinen Rabatt. Ich musste dafür nur ein paar Bankautomaten in Homer plündern und den ganzen restlichen Abend wie ein CDU-Schatzmeister mit dem Bündel Scheine in der Tasche in der Gegend herumlaufen. 😉



    Aber ich hab auch das keine Sekunde bedauert. Dutzende Bären hatte ich auf stellenweise weniger als 100 Meter vor der Linse. Sie so nah und in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und fotografieren zu können, hat man nicht alle Tage.
    Man darf nicht denken, daß man den Bären gleichgültig ist, besonders auf diese Entfernung. Die beobachten uns nämlich genauso, wie wir das mit ihnen tun. Beharrlichkeit und Ausdauer sind gefragt. Immer wieder abwarten, wie sie auf einen reagieren und ob sie einen in ihrem Revier dulden. Laut der Tourbegleitung/Pilotin geht bei vorsichtigem Verhalten jedoch so gut wie keine Gefahr von den Bären aus, wenn man sich ihnen auf die von uns hier praktizierte Art nähert.



    Zum Angriff gehen sie ausschließlich über, wenn man sie überrascht, wenn sie ihre Jungen verteidigen wollen oder meinen, das zu müssen, und wenn man vor ihnen wegrennt. Letzteres löst bei ihnen meistens den Reflex „FUTTER!“ aus. Fühlen sie sich lediglich gestört oder genervt, ziehen sie sich eher zurück. Ansonsten ignorieren sie einen, halten weiterhin Montag-Siesta und denke sich vermutlich „Pffft, Menschen! Auch noch Touristen!“ (siehe rechts hinten, auch in dem Bild darüber). 😉



    Es war ein Highlight dieses Urlaubs.


    Und der Helikopterflug bei herrlichem Sonnenschein durch die Bucht und auf dem Rückweg auch noch rund um den aktiven Vulkan des Mount St. Augustine mitten in der Bay – wow! 😎



    Die Pilotin (die Kleene neben mir) und ihre hemdsärmelige Art hatten ebenfalls ihren Anteil an dem Erlebnis. Ihr dreckiges Lachen dürfte die Tonspur jedes meiner Videos angereichert haben. 😀 Sie schien selber nicht weniger Spaß am Flug und an den Bären zu haben wie ich und das Schweizer Pärchen.



    Soooo – wie immer gibt es am Ende der Blogreihe wieder das kleine Quiz. Dieses Mal was zum Schätzen. Wie weit, schätzt Ihr, ist Alaska von Japan entfernt.
    Und da ich auf diesem Trip ja auch für ein paar Tage im Yukon war, komme ich für eine Zusatzfrage nochmal zurück auf Mr. Jack London, der ja eine Weile in Dawson City gelebt hat, um am Goldrausch teilzuhaben. Hier die Frage: Mit welchen Reichtümern kehrte Jack London am Ende seiner Zeit vom Klondike River zurück in seine Heimat San Francisco?
    Ihr kennt das ja, ich halte die Antworten eine Weile zurück. Mal sehen, was Euch so in den Sinn kommt. Wer die jeweilige Antwort nach meinem Eindruck „zu“ exakt beziffert, hat bei Wikipedia abgeschrieben… 😉


    Viel Berichtenswertes dürfte bis zu meiner Abfahrt morgen hier in Homer und dann evtl. auch bis zum Rückflug am Donnerstag voraussichtlich nicht mehr passieren. Der Kilometerzähler meines Mietwagens wird vorbehaltlich der Fahrt nach Anchorage in etwa 5600 zurückgelegte Kilometer anzeigen. Da kommen sogar noch ca. 500 Kilometer mit der Bustour nach Coldfoot und weitere etliche mit diversen Gefährten zu Wasser und zur Luft hinzu. Ich bin wie immer ganz schön übersättigt mit Eindrücken, aber halt auch sehr glücklich und zufrieden mit dem Erlebten und mit den geschossenen Fotos – allein schon mit denen, von denen ich jetzt bereits annehme, daß sie vielleicht sogar zu meinen All-Time-Best-Of gehören könnten, wie die Fotos der Nordlichter. Aber natürlich – für eine abschließende Beurteilung muss ich die ca. 8000 Rohaufnahmen alle noch eingehender auf einem großen Monitor begutachten.
    Ich gönne mir für die verbleibenden Stunden hier in Alaska (natürlich abgesehen von der Autofahrt, versprochen! 😉 ) jetzt erstmal die (Körper-)Haltung von Cruising Moose. Kaputt, aber tiefenentspannt! 😎



    Wir sehen uns zu Hause!
    Marco



  • Ice Ice Baby


    Ist doch immer wieder überraschend, wie schnell einem eisige Luft entgegen bläst, wenn man sich auf Tuchfühlung mit einem ausgewachsenen Gletscher begibt. Jetzt mal nur die richtig dicken Teile mitgezählt, stand bzw. schipperte ich in den letzten Tagen unmittelbar vor drei von den Dingern oder turnte wie heute auch direkt drauf herum. Den vergleichsweise bescheidenen Anfang machte der Worthington Gletscher auf dem Thompson Pass auf der Anfahrt nach Valdez. Genau – DAS Valdez, das mit dem Exxon Öltankerunglück von 1989. Man sieht übrigens schon länger nichts mehr von den ölverschmierten Stränden, auch wenn ich mir sagen ließ, daß hin und wieder immer noch ein Klumpen Öl in irgendeiner verlassenen Bucht des Prince William Sound angespült wird.


    Auf einer Bootstour durch ebenjenen Prince William Sound konnte ich nun den beeindruckendsten der Gletscher erleben, den Columbia Glacier. Man kann ihn am besten vom Wasser erreichen und sollte sich ihm auf diesem Wege trotzdem nur sehr respektvoll nähern. Die Eismasse setzt sich weit unter der Wasseroberfläche fort und kann somit sehr tückisch für Boote und Schiffe sein. Das Eis knackte und knisterte hörbar, als der Kapitän die Motoren abschaltete. Manchmal klonkte eine größere Scholle auch sehr gut vernehmbar am Schiffsrumpf an. Das ergab eine fast schon gespenstische Atmosphäre.



    Und irgendwie gehört es bei solchen Gletscher-Touren offenbar dazu, daß man ein hunderte Jahre altes Stück Eis vom Gletscher mal in den Händen halten darf. Schmilzt fix, so ohne Handschuhe. 😉



    Den dritten Gletscher gab es heute dann aus noch unmittelbarerer Nähe zu bestaunen, den Matanuska Glacier. Auf dem konnte ich sogar herumspazieren, was ich für ein paar Stunden auch ausgiebig genutzt habe. Man durfte ohne geführte Tour zwar nur bis zu einem bestimmten Punkt gehen (ganz ehrlich, ich wäre freiwillig und ohne Steigeisen keinen Schritt weiter gelaufen, das Ding ist keine Harzwanderung! 😉 ). Aber auch von dort hatte ich eine prächtige Aussicht.



    Nachdem ich vor ein paar Tagen Yukon verlassen und mich wieder in Richtung Alaska aufgemacht habe, konnte ich aber zuvor noch ein paar ganz süßen Kerlchen Hallo sagen. Kurz vor Whitehorse gab es eine Aufzucht für Husky-Welpen. Ich war im Hundehimmel. 😀



    Und spitze Zähnchen haben die kleinen Racker… Autsch! 😉



    Heute Abend hab ich fast schon wieder den Ausgangspunkt meiner Rundreise erreicht. Ich bin in Wasilla, nur ein paar Kilometer von Anchorage entfernt. Und dort werd ich morgen auch durchrollen. Die kommenden 6 Tage verbringe ich allerdings noch auf der Kenai Halbinsel, bevor ich mich dann seelisch und moralisch schonmal wieder mit dem Rückflug beschäftige. Aber bis dahin … auf Kenai soll es, gemessen an der Fläche, eine sehr große Population von Grizzlies geben, einschließlich der entsprechenden Möglichkeiten, sie zu beobachten und zu fotografieren. Na dann, die Linse ist schon bereit. 🙂


    Bis später.
    Marco


  • 4 Comments - Latest By:
    • Ingo
      Und die Argentinischen Gletscher, wann kommst vorbei? ?
    • Marco
      Ich hab's ganz schnell wieder zurückgelegt. :oops: Ehrenwort! ;-)

  • In-N-Out-Bürger


    So oft wie in den letzten Tagen hab ich in derart kurzer Zeit auch noch nie die Grenze zwischen zwei Staaten überquert. Allerdings nicht hin und her oder weil ich im Zickzack herumhüpfe: Die heutige Straße verlief durch Alaska, Yukon, ein paar Kilometer British Columbia und führte wieder nach Alaska. Der Grenzverlauf zwischen Alaska und Kanada ist hier etwas ineinander verzahnt (Google Maps). Da musste ich selber kurz gucken – wo genau geht’s heute hin: USA oder Kanada? Und muss ich die Uhr umstellen? Hier in Skagway, Alaska, hab ich nämlich wieder meine „alten“ 10 Stunden. Auf dem Weg hierher waren es noch 9, weil Yukon eine Stunde weniger hinterher hängt. Ab morgen Mittag sind es für 2 1/2 Tage erstmal wieder 9, bevor es dann für den Rest des Trips wieder 10 sind. Ich war schon kurz versucht, das mit dem Uhren umstellen einfach sein zu lassen. Dann kam ich aber kurz ins Schlingern, ab wann es denn morgen Frühstück gibt… Doch besser an der Uhr gedreht. 😉 Gottseidank sagt einem im Notfall das Handy (wenn es Empfang hat) oder das Navi, in welcher Zeitzone man sich befindet und wie spät es ist.


    Seitdem ich Fairbanks verlassen habe, hab ich ordentlich Kilometer abgerissen (oder eben Meilen: kommt ja drauf an, ob Kanada oder USA 😉 ). Das erste Mal hab ich den Fuß ins Yukon Territory gesetzt (oder wie der Einheimische lediglich sagen würde „The Yukon“) auf dem Top of the World Highway auf dem Weg nach Dawson City. Der arme Beamte, der auf diesem verlassenen Pass da oben seinen Dienst verrichten muss… 🙂 Naja, wenigstens ist die Luft gut und die Aussicht bombastisch. Ob ihm das wohl noch auffällt…?



    Dawson City dürfte vielen bekannt sein. Es war Ende des 19. Jahrhunderts DER Inbegriff des Goldrausches am Klondike River und quasi die Hauptstadt aller Glücksritter auf der Suche nach dem begehrten Edelmetall, auch wenn es viele nicht einmal bis dorthin schafften (sie manchmal unterwegs jämmerlich erfroren oder anderweitig draufgingen) und nur sehr wenige wirklich so unsagbar reich wurden, wie es die damaligen Medien reißerisch versprachen („In Dawson hängen die Nuggets an den Bäumen!“). Letztlich sorgten erst die Zeitungen für DEN Strom an Menschen, der die Gegend derart nachhaltig und für alle Zeiten veränderte (für First Nations und die Natur nicht gerade zum Vorteil). Selbst heute ähnelt Dawsons Umgebung stellenweise einer aufgewühlten Mondlandschaft, auch wenn dort eigentlich nur noch für bzw. von Touristen nach ein paar Krümelchen gebuddelt und gewaschen wird. Meine Wissens wäre großangelegtes Graben beim heutigen Goldpreis vermutlich nur bedingt wirtschaftlich. Die Stadt bewahrt aber allein für den Tourismus ganz absichtlich den alten Wild-West-Charme. Neue Gebäude dürfen nur in diesem Stil gebaut, alte nur auf diese Art instandgehalten werden, asphaltierte Straßen sind „Downtown“ nicht gewollt.



    Dawson City war ja auch die größte Wirkungsstätte von Jack London, der Ort an dem er Inspiration für die meisten seiner Bücher fand. Ein Museum mit einem Teil seiner originalen Blockhütte darf da nicht fehlen. Da meine erste Erinnerung an Jack Londons Werke die Filmreihe „Der Seewolf“ ist, fand ich mich in kürzester Zeit in einem angeregten Gespräch über Raimund Harmstorf wieder. Die ältere Dame, die das Museum leitete, schien ein regelrechter Harmstorf-Groupie zu sein und wollte sich auf keinen Fall die Gelegenheit entgehen lassen, mit mir über meinen „Landsmann“ zu fachsimpeln. 😀


    Von Dawson ging es wieder auf einem ordentlichen Ritt nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon. Die Stadt sah nach dem ersten Anschein ganz nett aus, ist aber wohl eher ein reiner Regierungssitz, der zudem ab Anfang September recht viele Angebote und Aktivitäten runterschraubt. Macht aber nichts, denn der Weg nach Skagway hat mich heute eh den ganzen Tag beansprucht. Was für eine Landschaft über den Chilkoot Trail und White Pass Summit! Übrigens auch eine DER Hauptverbindungen in alten Zeiten auf dem Weg zum Gold, nur damals halt zu Fuß, krass! Kilometerlange Bergseen auf über 1000 Meter Höhe, teilweise auch jetzt noch/schon schneebedeckte Gipfel, und dann ganz oben die Bergstation der Yukon White Line, der hiesigen (Touristen-)Eisenbahnlinie und die Grenzstation zurück nach Alaska. Aber die Bilder muss ich auch vorenthalten. Diesem Anblick wurde die Knipse einfach nicht gerecht. Da hatte die große Kamera hoffentlich bessere Karten.


    Die restliche Straße nach und durch Skagway ist allerdings sozusagen eine Sackgasse. Sie endet … in einem Hafen für Kreuzfahrtschiffe. 🙂 Und darum fühlt Skagway, obwohl es ein sichtbar historisches Städtchen mit alten Häuschen und viel Charme ist (hier meine heutige Unterkunft samt eigenem Gemüsegarten)…



    … sich doch so ein bißchen wie Las Vegas an (also nicht wegen der Lage am Wasser, sondern wegen der Preise und der Touristenherden!). Mindestens einer der Pötte spült scheinbar zu jeder Zeit seine Passagiere in das Örtchen, die die Gift Shops und Boutiquen leer kaufen und mit ihren Tüten und Päckchen zurück aufs Schiff pilgern. Schon ein etwas seltsamer Anblick. Aber die Einheimischen beschweren sich scheinbar nicht (auch wenn’s in letzter Zeit wohl immer mehr Schiffe werden). Die Leute leben ganz gut davon.


    Bei so viel High Society musste ich beim Abendessen ja wenigstens den Frooonck Ribery geben und mir die Pay Dirt Chocolate Cake bestellen – natürlich nur echt mit Goldüberzug. 😀 War auch total lecker! Also keine Ahnung wegen des Goldes. Das fiel nicht weiter ins Gewicht – glücklicherweise auch nicht in den Preis. 😉



    Morgen also zurück nach Yukon – wie gesagt, anders ginge es hier nur per Schiff raus. Und dann bald auch schon wieder in Richtung Süden zur Kenai Halbinsel.


    Ich schließe mit erneuten, wichtigen Lebensweisheiten aus der Gastronomiebranche. Wahr gesprochen, wie … nach ein paar Bier. 😉



    Lasst es Euch gutgehen.
    Marco


  • 3 Comments - Latest By:
    • Marco
      Schon eingepackt. Kann aber sein, daß das Gold abblättert, bis ich zurück bin. ;-) Im Ernst, mal schauen, ob ich…
    • Wolf-Gerhard Kind
      Hi Marco, ich bin wieder einmal beeindruckt, u.a. von dem kapitalen Tortenstück. Es ist wohl nicht möglich, eine derartige Torte…

  • La La Lights


    Ich bin zurück aus der Wildnis. Im Vergleich zu den letzten 48 Stunden jenseits des Polarkreises fühlt sich Fairbanks gerade wie eine regelrechte Metropole an.
    Zuerst ging es in aller Frühe los in Richtung Norden. Der Dalton Highway ist wie gesagt von den meisten Mietwagenfirmen nicht für deren reguläre Autos freigegeben – obwohl ich anderswo echt schon schlimmere Straßen für PKW gesehen habe. Naja, die Tour-Unternehmen wollen ja auch was verdienen. Nach ein paar Stunden war es dann soweit: ich hab zum ersten Mal den Polarkreis überschritten. Natürlich nicht, ohne ein „Zertifikat“ dafür ausgehändigt zu bekommen.



    Bis zum Zielpunkt in Coldfoot (der Name ist dort durchaus Programm) überquert man den Yukon River und fährt immer entlang der berühmt-berüchtigten Alaska Pipeline durch sehr farbenprächtige Tundra. Die benutzen hier tatsächlich das russische Wort für diese Landschaft. Naja, so lange ist der Deal des Jahrtausends mit den Russen ja auch nicht her.


    Dann tauchte am späten Nachmittag das quasi einzige Camp mit sowas wie Infrastruktur weit und breit auf. Yep, das da unten ist eine Start- und Landepiste für Kleinmotorige, die auch von Tourteilnehmern wie mir für den Rückweg benutzt werden kann. Schon vor Tourbeginn übrigens inklusive grammgenauem Abwiegen des Gepäcks. Da wird dir jede Buxe abgezählt, die du für die Zeit da oben dabei haben darfst. 😉 Nachdem die Brüder sich bei mir zuerst mit den Kilos nicht so ganz einig waren (wie bei „echten Fluggesellschaften!), deckte das Limit dann „sogar“ den minimal nötigen Teil meines Fotoequipments. Ich hab drei Kreuze gemacht.



    Den Rest des Nachmittags und Abends hab ich bis Mitternacht genutzt, um noch ein bißchen die Augen zuzumachen. Und dann ging es in der Geisterstunde ab auf die Jagd nach den Nordlichtern. Deren Aktivität ist ja zwischen 1 und 4 Uhr am stärksten. Geht halt nicht ohne Nachtschichten. Und weit jenseits von „größeren“ Ansammlungen von Häusern und der damit einhergehenden Lichtverschmutzung muss man sich auch befinden, um die Biester ohne störende Einflüsse ablichten bzw. überhaupt erst sehen zu können, Letzteres zumindest bei den schwächeren. Die Show ging allerdings schon vor der Abfahrt nach Wiseman los (die „zweitgrößte Stadt“, Einwohnerzahl: 13). Der Himmel explodierte alle paar Minuten regelrecht, teilweise auch in allen Farben. Ich bediene mich jetzt hier für die „Beweisaufnahme“ mal des alten Tricks, das Display meiner Kamera abzulichten. Anders komm ich da gerade nicht ohne „Verluste“ ran. Und das hier ist auch nur, um eine Ahnung von dem Spektakel zu bekommen.



    YES, endlich so, wie ich sie immer fotografieren wollte. 😎 Gegen halb 5 lag ich in der Falle – trotz vor Ort netterweise geheizter Hütte mit ein bißchen Eisfüßen. Die Temperaturen fallen da draußen zur Zeit nachts halt doch etwas unter Null. Egal! Hab ich währenddessen kaum gemerkt. Ich war abgelenkt.


    Die nächste Tour bei Tageslicht startete um 10. Die fordern einen hier ganz schön. 🙂 Aber auch der Ausflug war es wert. Bei Tage sieht man halt wieder ganz andere Sachen. Die Herbstfärbung hat in der Gegend aufgrund des Breitengrads schon vor geraumer Zeit eingesetzt, wie auch hier nahe des Atigun Pass.



    Bevor einer fragt: Ja, es war auch dort oben kalt. Aber mein neu erworbenes Beanie „echt original“ vom Yukon River Camp (die Mütze!, vermutlich Made in China 😉 ) hat gut gewärmt.


    Hopphopp zurück nach Coldfoot und ab in den Flieger. Der Pilot hat schonmal alle Erwartungen gesenkt, daß dieser Flug ohne Turbulenzen ablaufen könnte. 🙁 Ich musste mich auf meine Kotzpille verlassen. Aber entweder hat die gut gewirkt, oder es war halt doch alles nur halb so wild. Hat auch nicht allzu heftig geschüttelt. Wahnsinnsbegeisterung für die Art des Transportmittels jedenfalls bei meinen Mitreisenden. 😉



    Dabei war die Aussicht auf dem lediglich 60 Minuten dauernden Rückweg nach Fairbanks wirklich fantastisch.



    Achja, 10 Stunden Schlaf fühlten sich übrigens gerade toll an. 😉 Ich mach mich gleich auf den Weg in Richtung Kanada. Nach einem Stop in Tok ist das nächste größere Ziel Dawson City.


    Liebe Grüße,
    Marco


    PS: Und immer wieder ganz lieben Dank fürs Komentieren!


  • 6 Comments - Latest By:
    • Marco
      Yep, schöne bildhafte Namen! :-) Der Ort am Ende des Dalton Highway an der Nordküste heißt z.B. Deadhorse. Wenn man…
    • Marco
      Äh, ja. Na klar, mindestens genauso viele wie männliche Touristen. Auf den bisherigen Guided Tours waren Frauen in der Mehrheit,…

  • Ziemlich viel Frontier


    So fühlt es sich also an – das Ende der Welt, die nahe Datumsgrenze, Alaska: wo man die andere Seite von Russland fast schon sehen kann. Irgendjemand zufällig gerade in Australien oder Neuseeland unterwegs? Bei mir ist’s fast so früh/spät wie bei dir – nur halt gestern. 🙂 Allein gemessen am Zeitunterschied trennen mich ja auch nur so seltsam komplizierte Details wie „Nordhalbkugel“ und „Sommer-/Winterzeit“ von meinem bisherigen Rekord von 12 Stunden bei den Kiwis. Daß es gerade 10 Stunden sind, spüre ich hier in Alaska auch nach ein paar Tagen noch am späten Nachmittag: Der Sandmann ruft. 😉 Aber es wird von Tag zu Tag besser.


    Interessierte Leser meines Blogs wissen sicherlich, daß ich mich vor einigen Jahren schonmal im südlichsten Zipfel des „Pfannenstiels“ aufgehalten habe. Aber das zählte ja irgendwie nur so halb. Jetzt also richtig.


    Zur Zeit bin ich noch im Denali Nationalpark. Und hier merkt man, daß man sehr, sehr weit weg ist von amerikanischer Zivilisation – ok, mit Ausnahme von manchen Hotels und den Busladungen mit Touristen oder dem Starbucks-Kaffee, den ich gerade trinke. 😉 Aber abgesehen davon sind die endlose Weite, die schneebedeckten Gipfel und die prachtvolle Tierwelt einfach nur fantastisch. Ich bin sehr glücklich, daß die auch hier bis vor kurzem noch wütenden Waldbrände südlich von Denali erfolgreich bekämpft werden konnten und Regen den Dunst sozusagen weggespült hat. Oft hört man hier und da, daß man diesen oder jenen Berg „letzte Woche durch den Rauch“ nicht sehen konnte. Somit war die Fernsicht z.B. auf Mount Deborah gesichert, hier vom Denali Highway mit einer geführten Jeep-Exkursion, da solche Straßen für normale Autos wie meins leider nicht freigegeben sind (da war ja was mit Ende der Welt und so).



    Heute konnte ich auf einem langen Ausflug in den eigentlichen Denali Nationalpark hinein noch mehr von der Landschaft bewundern. Denali, der bis vor kurzem noch Mount McKinley hieß und aber schon ein paar Mal hin und her umbenannt wurde – seit Barack Obamas Initiative in 2015 also wieder indianisch Denali („Hoher Berg“) – ist mit 6190 m nicht nur der höchste Berg Nordamerikas. Wie die meisten amerikanischen Tourguides nicht müde werden zu betonen, ist er de facto eigentlich sogar höher als Mount Everest (8848 m) – wenn man seinen vertikalen Anstieg betrachtet und dabei irgendwie nicht nur die Höhe über dem Meeresspiegel bedenkt, sondern die Höhe ab seiner Basis (dann werden es schnell über 10.000 m). Mit dieser „Berechnung“ ist allerdings Mount Everest nur noch die Nummer 3. Auf Platz 2 liegt der höchste Berg Hawaiis, der Mauna Kea (mit einer enormen Höhe einschließlich UNTER Wasser) – und damit ebenfalls ein US-amerikanischer Berg. Wie praktisch! 🙂


    Ist aber wirklich ein toller Ausblick. Und die vielen Elche, Karibus und Grizzlybären in nur wenigen Metern Entfernung waren prächtiges Linsenfutter. Mehr davon wie immer erst nach meiner Rückkehr. Aber das klassische „Könnten Sie bitte mal…“-Foto gibt’s natürlich hier bereits. Ich guck ganz schön skeptisch. Das war allerdings auch schon der dritte Versuch. Aber mit abgeschnittenen Füßen oder irgendwo nur halb am Bildrand – naja, die Versuche 1 und 2 machten mein Vertrauen in die Fotografierfähigkeiten der anderen Reisenden scheinbar nicht größer. Aber aller brauchbaren Dinge sind ja drei. 😉



    Die anderthalb Ortschaften rund um den Eingang des Nationalparks sind auch Heimat von skurrilen Cafés und Restaurants. Eines davon ist The Salmon Bake. Gerade Wände und rechte Winkel waren bei dessen Bau und Instandhaltung offenbar nicht vorgesehen… 🙂





    Coole Sprüche dagegen schon. Und an solchen Messages kann ich doch nicht vorbeilaufen, ohne ein Foto zu machen. (Ggfs. nötige Übersetzungshilfe liefert bestimmt diese schlaue Suchmaschine… 😉 )



    Morgen geht’s nochmal für eine Wanderung in den Park. Übermorgen dann weiter in Richtung Norden nach Fairbanks. Dann ist es auch nicht mehr weit bis zur nächsten unsichtbaren Linie, die ich zum ersten Mal überqueren werde: den Polarkreis.


    Lasst es Euch gutgehen.
    Marco


  • 9 Comments - Latest By:
    • Marco
      Ich befürchte, wenn das Ding erst später so krumm und schief geworden wäre, hätte ein Statiker es schließen lassen. :-)…
    • Ingo
      Den Trick mit der Sauerstoffmaske muss ich echt mal probieren! ? Das seltsame Restaurant ist mit Absicht so schief?